„Wenn Litha, die Sommersonnenwende, heraufzieht, scheint die Sonne kurz zu vergessen, dass Bescheidenheit überhaupt eine Option wäre. Sie steht auf ihrem höchsten Punkt, wirft sich dramatisch Licht über die Schultern und ruft: Schaut mich an, ich bin der Hauptcharakter! Die Kräuter duften, die Luft flirrt, und irgendwo zündet garantiert jemand ein Feuer an, weil Menschen offenbar seit Jahrtausenden finden: Wenn es wichtig ist, muss es brennen.“
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Geneigte Lesende!
Heute wird es hell. Sehr hell. So hell, dass selbst introvertierte Schatten kurz überlegen, ob sie vielleicht doch mal rausgehen sollten. Wir sprechen über Litha, die Sommersonnenwende: den längsten Tag des Jahres, die kürzeste Nacht und den Moment, in dem die Sonne ihren großen Auftritt hinlegt. Alles riecht nach Sommer, warmer Erde, Kräutern und ein bisschen nach „Ich sollte dringend barfuß durch eine Wiese laufen, obwohl da bestimmt eine Ameise anderer Meinung ist“.
Aber bevor wir uns mit Blumenkranz, wallendem Kleid und dramatisch wehendem Haar in die Abendsonne stellen, kommt der kleine historische Spielverderber mit erhobenem Finger um die Ecke. Also ich. Entschuldigung. Nur kurz. Versprochen.
Denn: Litha klingt zwar herrlich keltisch, uralt und nach Druiden, die mit ernster Miene Johanniskraut sortieren, ist historisch aber etwas komplizierter. Der Name stammt nicht eindeutig aus dem Keltischen, sondern wird vor allem mit dem Altenglischen beziehungsweise Angelsächsischen verbunden. Beda Venerabilis, ein angelsächsischer Mönch und Gelehrter des 8. Jahrhunderts, erwähnte Monatsnamen rund um Juni und Juli, die mit „Litha“ zusammenhängen. Sinngemäß ging es dabei eher um die milde, ruhige Sommerzeit als um ein klar belegtes keltisches Fest mit genau diesem Namen.
Das heißt aber nicht, dass die Sommersonnenwende unwichtig war. Ganz im Gegenteil. Der längste Tag des Jahres fasziniert Menschen seit sehr sehr langer Zeit. Auf der Nordhalbkugel erreicht die Sonne um diese Zeit ihren höchsten jährlichen Stand, die Nacht wird auf ein Minimum zusammengeschoben, und ab diesem Punkt werden die Tage langsam wieder kürzer. Ein kosmisches „Tadaa!“ mit eingebautem melancholischem Nachsatz. *schnieft leise*

Litha oder Sommersonnenwende: Hauptsache, die Sonne macht Drama
Wenn Beltane der Moment ist, in dem der Frühling ruft: „Jetzt wird es wild!“, dann ist Litha der Punkt, an dem der Sommer breitbeinig in der Tür steht und sagt: „Ich bin schon da. Und ich habe alles mitgebracht. Licht, Wärme, Blüten, reifende Früchte, Heuschnupfen und diese eine Wespe, die unbedingt dein Getränk will.“
Im modernen Jahreskreis steht Litha für Fülle, Lebenskraft, Licht und den Höhepunkt des Sommers. Historisch sollte man allerdings vorsichtig sein, es als „das sechste keltische Fest“ zu verkaufen, denn die alten gälischen Hauptfeste waren vor allem Imbolc, Beltane, Lughnasadh und Samhain. Die acht Stationen des heutigen Jahreskreises, wie viele ihn aus Wicca, Neopaganismus (moderne naturspirituelle oder neuheidnische Glaubensrichtungen, die alte Bräuche und Mythen neu deuten) oder moderner Naturspiritualität kennen, sind deutlich jüngere Ordnungssysteme. Schön? Ja. Inspirierend? Auch. Eins zu eins urkeltisch? Eher nicht. *mein innerer historiker räuspert sich da gerade hörbar im hintergrund*
Oder anders gesagt: Die Sommersonnenwende selbst ist URALT. Der Name Litha ist altenglisch geprägt. Die heutige spirituelle Verpackung ist modern. Und zusammen ergibt das einen ziemlich hübschen Sonnen-Cocktail mit historischem Rübensirup am Glasrand.

Sonnwendfeuer: Schutz, WUMS und ein bisschen Anderswelt
Was wäre ein Sonnenwendfest ohne Feuer? Genau. Ein sehr großes Picknick mit zu viel Symbolik und zu wenig Knistereffekt. *hihi*
Sonnwendfeuer und Johannisfeuer gehören in vielen europäischen Regionen – auch bei uns in Niederbayern – bis heute zum Brauchtum. Die Flammen stehen für Licht, Schutz, Reinigung und die Kraft der Sonne. Man tanzte darum, sprang darüber – als Pärchen soll das ja für ordentlich WUMS in … ähm … in der Hütte sorgen – oder schaute zumindest sehr bedeutungsvoll hinein. Im Volksglauben sollten sie Unheil, Krankheit, böse Geister und allerlei unsichtbares Gesindel fernhalten. Praktisch, denn wenn schon jemand nervt, dann bitte wenigstens nicht aus der Anderswelt.
Obwohl, so ein Adam Black könnte schon … nerven! Er gehört zum Königshaus der Tuatha Dé Danann, auch bekannt als Narr von Königin Aoibheal. Adam ist der Sin Siriche Du, einer dieser gefährlich-schillernden Fae-Männer, bei denen man besser zweimal überlegt, ob man wirklich „Komm doch näher“ sagen möchte, und ihr findet ihn 👉 HIER in HeldenHaft
Doch weiter mit unserem heutigen Thema, der Sommersonnenwende: Mit dem Johannistag am 24. Juni wurde diese Zeit später eng christlich überlagert. Johannes der Täufer bekam seinen Festtag genau in dieser lichtstarken Phase, und die Johannisfeuer verbanden ältere Sonnenwendbräuche mit christlicher Lichtsymbolik. Da war vorher schon Feuer, aber jetzt hat es ein neues Etikett.
Wer es ein bisschen mystischer mag: In manchen Sonnenwendvorstellungen sollte das entzündete Feuer die Nacht über nicht ausgehen, damit es Schutz spendet und unliebsame Geister fernhält. Also, hoffentlich seid ihr lange genug wach, um darauf zu achten, was des Nächtens alles passiert. Schließlich könnte es sein, dass die ein oder andere Fae – männlich oder weiblich, wir sind da ja großzügig *grins* – auftaucht und euch zum Tanz ums Feuer bittet.
Außerdem ist Litha dieser besondere Punkt im Jahr, an dem das zunehmende Licht seinen Höhepunkt erreicht und der Blick langsam Richtung Ernte wandert. Jetzt zeigt sich, was wächst, was reift und was vielleicht schon Früchte trägt. Und wer an Beltane sehr engagiert fruchtbringende Rituale zelebriert hat, kann nun eventuell erste Ergebnisse begutachten.*hihi*

Johanniskraut, Schafgarbe und ein Hauch Hauszauber
Auch Kräuter spielen rund um diese Tage eine große Rolle. Johanniskraut, Beifuß, Schafgarbe und andere Sommerkräuter galten bzw. gelten im Volksglauben als besonders kräftig, wenn sie um die Sonnenwende oder den Johannistag gesammelt wurden. Man band sie zu Sträußen, hängte sie ins Haus oder nutzte sie als Schutz- und Heilpflanzen. So bekomme ich zum Beispiel von Schwiegertiger immer einen Strauß, damit die darin gebundenen Kräuter unserem Haus und denen, die darin leben, Schutz geben. Ich mag den Gedanken.
Und mal ehrlich: Wenn eine Pflanze schon „Johanniskraut“ heißt und zur Hoch-Zeit des Lichts gelb leuchtet, dann muss man sich schon sehr zusammenreißen, um nicht sofort bedeutungsvoll zu flüstern: „Die weiß Dinge.“
Ich weiß auch Dinge darüber. LOL So habe ich mir letztes Jahr aus den Blüten des Johanniskrauts ein Auszugsöl gemacht, um so kleinen Gelenkwehwehchen, Gliederschmerzen, Muskelkater und ähnlichem Kram zu Leibe zu rücken. *grinst breit* Schließlich gilt Johanniskrautöl traditionell als beruhigend und wird gern bei gereizter Haut, Verspannungen, Miniverbrennungen oder kleinen Zipperlein genutzt. Ihr dürft jetzt Druide Ka zu mir sagen. Sorry, ich meinte Druidin. So viel Zeit muss sein. *mit den augenbrauen wackelt*

Eichenkönig oder Stechpalmenkönig? Hell oder dunkel? Sommerglanz oder Schattenblick? Schwierig. Wirklich schwierig. *hüstelt*
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Eichenkönig, Stechpalmenkönig und ein bisschen Jahreszeiten-Drama
Ein Motiv, das rund um Litha gern auftaucht, ist der Kampf zwischen Eichenkönig und Stechpalmenkönig. Der Eichenkönig steht dabei für das zunehmende Licht, Wachstum und Sommerfülle, während der Stechpalmenkönig die dunklere Jahreshälfte verkörpert.
Historisch direkt keltisch belegt sind diese beiden so allerdings nicht. Sie gehören eher in moderne neopagane Deutungen, also in neuere naturspirituelle Interpretationen alter Mythen und Jahreskreisfeste. Als Symbol funktioniert es trotzdem wunderbar, denn wie gesagt, an Litha steht das Licht auf seinem Höhepunkt, aber genau dort beginnt auch die langsame Wende zurück in Richtung dunklere Jahreszeit.
Was heißt: Der Eichenkönig steht noch sehr beeindruckt von sich selbst im Sonnenlicht, während der Stechpalmenkönig im Schatten schon trocken murmelt: „Genieß es, mein Freund. Meine Zeit ist nahe.“
So viel Drama-Baby also im Jahreskreis. Da fehlt nur noch ein Fae-Hof mit schlechter Kommunikation. Apropos Fae-Hof …

Warum Litha bzw. die Sommersonnenwende so gut zu Fantasy und paranormaler Romance passt
Und genau deshalb passt diese ganze Sonnenwend-Energie so wunderbar zu fantastischen, paranormalen und fae-lastigen Büchern. Litha hat alles, was das Romance-Herz mit Hang zum Magischen braucht: Licht, Naturkraft, alte Rituale, Feuer, gefährlich schöne Wesen und diesen leisen Kipppunkt, an dem aus Fülle plötzlich Vorahnung wird.
Während an Samhain, also Halloween, der Kontakt zu den Ahnen und Verstorbenen im Vordergrund steht, öffnet sich der Schleier zu Litha, der Sommersonnenwende meist um den 21. Juni, besonders für Naturwesen, Feen und Elfen. Zumindest in modernen spirituellen und fantastischen Deutungen. Historisch sauber beweisen lässt sich das natürlich nicht als „die Kelten haben das exakt so geglaubt“, aber als Motiv für Geschichten, Rituale und atmosphärische Fantasy funktioniert es herrlich.
Und natürlich bringt Litha auch dieses erotische Flirren mit, das perfekt zu Romance passt. *yummi* Da geht es nicht nur um Blümchen im Haar und hübsch arrangierte Kräutersträuße, sondern auch um diese warme, vibrierende Energie, bei der die Natur sehr deutlich sagt: „Ich bin lebendig. Und zwar mit allem Drum und Dran.“ Einer, der sehr vibrierende Energie mit in den HeldenSalon brachte war der Unseelie 👉 Cathal! *holla die waldfee aber auch* Er wollte mir doch tatsächlich seinen Unaussprechlichen zeigen! *flüstert hinter vorgehaltener hand*
Rund um moderne Litha-Feiern taucht außerdem gern die Idee der Heiligen Hochzeit auf, also die symbolische Vereinigung von Erde und Sonne, Göttin und Gott, weiblicher und männlicher Kraft. Historisch sollte man hier vorsichtig sein, denn als exakt keltisches Ritual ist das nicht sauber belegt. Als Bild ist es aber natürlich stark: Sonne auf dem Höhepunkt, Erde voller Fruchtbarkeit, Feuer, Mut, Vertrauen und vielleicht zwei Menschen, die Hand in Hand über die Flammen springen. Mehr kosmisches Vorspiel geht kaum. Und für Romance? Gold wert. *höhöhö*
Bei „Das Reich der sieben Höfe“ von Sarah J. Maas muss man nicht lange suchen. Fae, Höfe, Magie, Machtspiele, Jahreszeiten, Rituale, verführerische Gefahr und genug knisternde Spannung, um damit vermutlich ein mittelgroßes Sonnwendfeuer zu entzünden. Auf die Reihe wurde ich tatsächlich durch Social Media aufmerksam, und meine Recherchen zur Sommersonnenwende haben mich nun wieder zu ihr zurückgeführt. Seitdem steht sie auf meiner inneren „Die verleibe ich mir irgendwann noch ein“-Liste. Passt ja auch: Gerade die Idee verschiedener Höfe und magischer Naturkräfte fügt sich hervorragend in dieses moderne Litha-Gefühl.
Auch Thea Harrisons „Mondshadow“–Trilogie passt wunderprächtig in diese Stimmung. Fae-Welten, alte Magie, Anderswelt-Gefühl, Macht, Sehnsucht und dieses Kribbeln, wenn Realität und Mythos gefährlich nah aneinanderrücken. Solche Geschichten greifen genau das auf, was Sonnenwendmotive so reizvoll macht: Die Welt ist nicht nur Welt. Hinter dem Licht liegt noch etwas. Hier für euch die Links zu den Rezensionen:
👉 Klick 1. Mondschatten
👉 Klick 2. Bannknüpfer
👉 Klick 3. Löwenherz

Litha heute: Licht im Haar, Erde unter den Füßen und ein bisschen Drama im Herzen
Die Sommersonnenwende erinnert uns daran, dass Fülle nicht still ist. Sie summt, duftet, leuchtet, sticht manchmal in Form einer Mücke und kippt einem fast das Herz aus der Brust, wenn der Himmel abends golden wird. Sie sagt: Schau hin. Das Leben ist gerade laut. Es ist warm. Es ist übermütig. Es will gesehen werden.
Zwischen Sonnenlicht, Kräuterduft, Feuerfunken und Fae-Fantasie kann es durchaus sein, dass da eine leicht zerzauste Druidin namens Ka rumsteht, ihr Johanniskrautöl hochhält und sehr überzeugend murmelt: „Keine Sorge. Ich bin vorbereitet.“
Na, noch Lust zu entdecken, welche anderen mythologischen Abenteuer ich ausgegraben habe? Alle bisherigen Beiträge dieser Kategorie findet ihr hier – mit einem Augenzwinkern garantiert. 👉 Klick „Mythologie mit Augenzwinkern: Von Vampiren bis Gargoyles – Mit einem Klick durch die Wunderwelt!“
Eure
Ka

Bildquelle „Eichenkönig oder Stechpalmenkönig“ und „Sonnenbanner“: Gestaltet von Ka mit Hilfe einer KI.
P.S. Und falls euch Cathal oder Adam Black schon gefährlich genug erschienen: Grimm wartet ebenfalls noch auf euch. Berserker. Highlander. Karen Marie Moning. Muss ich mehr sagen? 👉 KLICK zu HeldenHaft Grimm