Buch

Age-Gap, Mafia, Australien und ein großes „HÄ?“

  • 21. Mai 2026

„Manchmal stolpert man in ein Buch hinein und weiß nach wenigen Kapiteln nicht mehr, ob man fasziniert, irritiert oder einfach nur maximal verwirrt ist. Mafia, Geheimnisse, eine sehr junge Heldin, ein deutlich älterer Mann und Dynamiken, bei denen mein inneres Fragezeichen Konfetti wirft. Und trotzdem will ich wissen, wie es weitergeht.“

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Hmmmm, geneigte Lesende,

ich lese gerade ein Buch und weiß irgendwie noch nicht so recht, was ich davon halten soll. Es spielt in Australien, bewegt sich irgendwo zwischen Mafia-Setting, düsteren Familiengeheimnissen, Machtspielen und einer Heldin, die bereits auf den ersten Seiten mehr Gepäck mit sich herumschleppt, als man einem achtzehnjährigen Mädchen eigentlich zumuten möchte.

Die Heldin ist seit ihrem etwa zehnten Lebensjahr im System, auch staatliche Obhut genannt, gelandet und letztendlich in einer Pflegefamilie aufgewachsen, in der sie mit mehreren „Brüdern“ zusammengelebt hat. Nun ist sie schwanger und weiß weder genau, wie es dazu kam, noch von wem das Kind ist, da sie offenbar unter Drogen gesetzt wurde. Sie hofft, dass einer ihrer Pflegebrüder der Vater ist, was die ganze Ausgangslage nicht unbedingt unkomplizierter macht. Da sie weder Geld noch eine echte Perspektive hat, macht sie sich auf die Suche nach ihrem leiblichen Vater. Ihre Mutter hatte ihr gegenüber angedeutet, dass er ein Krimineller sei, und genau diese Spur führt sie schließlich auf das Anwesen eines Mannes, der ihren Vater gekannt haben soll.

Nur ist der Besitzer dieses Anwesens seit einem Jahr tot. Stattdessen lebt dort inzwischen dessen Schwiegersohn (der jetzige Don) mit seiner Frau, also der Tochter des Verstorbenen. Und ab diesem Punkt wird es zunehmend schräg. Alles wirkt geheimnisvoll, alles fühlt sich irgendwie mafiös an, und schnell wird klar, dass hier so ziemlich jeder etwas zu verbergen hat. Auch der Vater der Heldin scheint nicht einfach nur irgendein Randspieler zu sein, sondern gehört offenbar ebenfalls dieser Organisation an. Gleichzeitig scheint er ein falsches Spiel zu treiben, weshalb der derzeitige Don das Mädchen wohl als eine Art Geheimwaffe nutzen möchte. Klingt spannend, klingt gefährlich, klingt nach Intrigen — und trotzdem sitze ich beim Lesen immer wieder da und denke: Hm. Was genau passiert hier gerade?

Ich habe ja wirklich nichts gegen Age-Gap. Wirklich nicht. Meine Leselandschaft weist einige dieser Tropes auf, und wenn es gut geschrieben ist, kann ich mit Altersunterschieden in Romance durchaus etwas anfangen. Trotzdem fühlt es sich hier für mich seltsam an. Er ist 35, sie ist 18. Er ist verheiratet, wenn auch offenbar nur auf dem Papier. Sie ist schwanger von irgendjemandem, an den sie sich nicht erinnern kann. Und zack, kaum stehen die beiden sich gegenüber, ist sofort diese gewaltige Chemie zwischen ihnen da. Flächenbrand, von einer Sekunde auf die andere. Innerhalb von Sekunden kippt alles in ein sehr dominantes und devotes Zusammenspiel, das mir in dieser Situation fast ein bisschen zu plötzlich kommt. Er lässt sich dann von seiner Geliebten einen bla… weil ihn das Devote der Kleinen offenbar dermaßen angemacht hat. OKAY??? Ach ja, und besagte Geliebte teilen sich übrigens er und seine Frau. Wobei die Geliebte anscheinend ziemlich hohen, gesellschaftlichen Stand hat innerhalb dieser mafiösen Strukturen. HÄ? Ich sage ja: Alles ist obskur, alles ist irgendwie düster und mafiös, aber noch nicht wirklich nachvollziehbar. Jedenfalls nicht für mich. Warum wer mit wem und wer mit wem nicht etc. pp. usw. Und was wird nun aus der Heldin? Ein viertes Blatt am Kleeblatt von ihm, seiner Frau und der gemeinsamen Geliebten? *höhöhö*

Buchbesprechung Age-Gap Mann Frau und gemeinsame Geliebte
Andere finden im Kleeblatt Glück. Ich offenbar Mafia, Age-Gap und sehr fragwürdige Beziehungsmodelle oder die Suche nach der Antwort auf die Frage: WTF?

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Wer weiß, vielleicht ist es die Intension der Autorin und ich soll  mich gerade so fühlen: irritiert, misstrauisch, ein bisschen überfordert und trotzdem neugierig. Denn obwohl ich mit dem Buch gerade nicht komplett warm werde, will ich dennoch wissen, wie es weitergeht. Wer spielt hier welches Spiel? Was hat ihr Vater wirklich getan? Wer hat sie geschwängert und warum lese ich trotz hochgezogener Augenbraue weiter?

Tja. Keine Ahnung. Ich bin gerade irgendwie unzufrieden mit der Gesamtsituation, aber gleichzeitig viel zu neugierig, um das Buch einfach wegzulegen. *miep* Das Los einer Leserin, ne? *ggg*

Ach ja, wer nach diesem kleinen Age-Gap-Stolperstein noch Lust auf mehr Geschichten mit Altersunterschied hat, wird auf meinem Blog natürlich ebenfalls fündig.

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Er älter als sie:
👉 Ab zur Rezension: Megan Wade – Zucker Honig Eistee

• Kathleen E. Woodiwiss – Wohin der Sturm uns trägt

Ein absoluter Klassiker — hierzu habe ich leider keine Rezension. Gelesen habe ich es gefühlte hundert Mal. *lol* Zeit, dazu eine Rezension zu schreiben.

👉 Meine Rezensionen zu:  Neva Altaj – Perfectly Imperfect-Reihe
Hier ist Age-Gap Teil des Konzeptes.

Sie älter als er:
👉 Das habe ich auch rezensiert: Loraine Aksander – Camerons Geheimnis
Teil 2 der „Wolves & Angels“-Reihe. Es gibt auch ein Interview mit Cameron, wo er mehr über seine Liebe zu älteren Frauen erzählt. Zu finden im 👉 HELDENSALON
Und dann gibt es für die „Wolves & Angels“ auch einen Artikel im 👉 SERIENREGAL

👉 Natürlich musste ich auch das Buch hier rezensieren, nämlich: Rhenna Morgan – Liebe mich, wenn du dich traust
Eine wirklich tolle Autorin. Auch deren „NOLA Knights“-Trilogie, mit ebenfalls kriminellen Strukturen *hüstelt*, hat einen Platz im 👉 SERIENREGAL gefunden. *strahlt*

Ich wünsche euch an dieser Stelle ganz ganz viel Spaß beim Stöbern. In diesem Sinne,

Ka

Age-Gap, Mafia, Australien und ein großes „HÄ?“

Bildquelle „Kleeblatt“: Erstellt von Ka mit Hilfe einer KI.

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