„Drei Jahre Leben, drei Tage Tod.
Nachtkrallen, geächtete Magie, vier Rekruten und ein Kontinent, der längst viel zu viel Blut gesehen hat.
Willkommen in Nytheria, geneigte Lesende. Ich glaube, hier wird es düster, drachig und gefährlich gut.“
🖤
Geneigte Lesende,
Es gibt diese Momente, in denen man eigentlich nur kurz durch Neuerscheinungen scrollen will – und plötzlich bleibt man hängen. Irgendwo zwischen Cover, Titel und diesem leisen „Das könnte genau dein Ding sein“ im Hinterkopf.
Und ich so:
Natürlich.
Was denn sonst? *hüstelt verdächtig fantasyempfänglich*
Mit „Nachtkrallen 1 – Der Orden der Ikaria“ starten Mira Valentin und Erik Kellen in die Ikaria-Chroniken. High Fantasy mit Magie, Drachen, einem düsteren Kontinent und Figuren, die offenbar nicht gerade als strahlende Bilderbuchhelden vom Himmel gefallen sind. Also genau diese Sorte Geschichte, bei der mein Bücherdrache Hektor vermutlich schon mal sehr zustimmend Rauchkringel pustet. Vorausgesetzt er fühlt sich vom darin vorkommenden Drachen nicht … herausgeforder. Bei Hektor kann man nie wissen, ne? *ggg*
Ja, ich tauche immer wieder gerne in das Genre Fantasy ab. Nicht ständig, nicht ausschließlich, aber doch regelmäßig genug, dass mein Bücherherz bei Worten wie Magie, Orden, Drachen, Flüche, geächtete Kräfte und dunkle Welten sofort sehr interessiert die Ohren spitzt. Wovon übrigens auch ein Beitrag in meinem Serienregal ein Lied singen kann: Die Nimmerherz-Legende von Erik Kellen.
Dort hat mich der Autor mit einer Schreibe erwischt, die ich besonders mag: bildgewaltig, atmosphärisch, manchmal fast poetisch, dann wieder schmerzhaft, dunkel, humorvoll oder so trocken, dass man beim Lesen trotz aller Dramatik kurz grinsen muss. Seine Welten wirken für mich nicht wie hübsch bemalte Kulissen, sondern wie Orte, in die man wirklich hineinstolpert. Orte, an denen Schnee knirscht, Feuer lodert, Magie unter der Haut kribbelt und Figuren einem irgendwann so vertraut vorkommen, als hätte man selbst mit ihnen am Lagerfeuer gesessen.
Oder Kuchen verteilt.
Was bei mir ja nun wirklich nicht völlig abwegig wäre. *kleiner insider*
Drei Jahre Leben, drei Tage Tod.
In diesem grausamen Rhythmus fallen die Nachtkrallen über die Menschen in Nytheria her, überziehen den Kontinent mit Leid und Verwüstung. Eine Flamme in dieser Finsternis ist der Orden der Ikaria, der seit Jahrhunderten die geächtete Magie der Handlinien lehrt. Hier sammeln sich die Verlorenen, die Verstoßenen, die Verdammten.
Dann treffen vier neue Rekruten ein: Eine Kriegerin aus dem verhassten Volk der Tawaki. Ein Heiler aus dem Norden. Ein unbedeutender Adelsspross mit einem verkrüppelten Drachen sowie eine gestürzte Prinzessin, gejagt vom eigenen Blut.
Sie sind alles andere als Helden.
Aber vielleicht genau das, was diese dunkle Welt fürchten muss. (Quelle Cover und Klappentext. Erik Kellen und Mira Valentin)

Ich mag Fantasy besonders dann, wenn sie nicht nur mit großen Begriffen um sich wirft, sondern nach einer Welt klingt, die eigene Regeln, Narben und Abgründe besitzt. Und allein dieser Rhythmus — drei Jahre Leben, drei Tage Tod — hat für mich schon etwas sehr Unheilvolles. Das klingt nicht nach einem kleinen Problem am Wegesrand. Das klingt nach einer Welt, die gelernt hat, in Atempausen zu leben, weil die nächste Katastrophe bereits ihre Krallen wetzt.
Außerdem: Diese vier Rekruten!
Eine Kriegerin aus einem verhassten Volk.
Ein Heiler aus dem Norden.
Ein Adelsspross, den vermutlich niemand ernst nimmt, samt verkrüppeltem Drachen.
Eine gestürzte Prinzessin, verfolgt vom eigenen Blut.
Das ist kein sauber polierter Heldentrupp mit glänzender Rüstung und heldenhaftem Haarwurf im Sonnenuntergang. Das klingt eher nach Brüchen, Vorurteilen, Misstrauen, alten Wunden und jeder Menge innerem Gepäck. Also genau nach Figuren, die spannend werden können, weil sie nicht perfekt sind. Vielleicht nicht einmal besonders geeignet. Aber möglicherweise gerade deshalb gefährlich.
Und mal ehrlich: Ein verkrüppelter Drache? *hallo-hooo?!* Da ist mein Interesse sofort geweckt. Drachen dürfen mächtig sein, majestätisch und ehrfurchtgebietend. Aber wenn ein Drache nicht in dieses perfekte Bild passt, wenn er selbst eine Schwäche, eine Geschichte, vielleicht sogar eine stille Tragik mitbringt, dann werde ich ganz schnell sehr weichherzig. Und neugierig. Sehr neugierig.
Kurz gesagt:
„Nachtkrallen 1 – Der Orden der Ikaria“ klingt nach einem Auftakt, der mit Drachenatem, Dunkelheit und schicksalsschweren Fragen vor der Tür steht.
Ob ich ihm öffne?
Natürlich.
Ich bin ja nicht lebensmüde, sondern nur buchgefährdet. *höhö*
In diesem Sinne, eure heute drachenneugierig, ordensinteressiert und eindeutig fantasygefährdet unterwegse
Ka
P.S. Wenn ihr jetzt noch ein bisschen weiter durch fantastische Gefilde stöbern möchtet: In Fantasy, Paranormal, Science-Fiction? Oder: Wenn die Genre-Schublade klemmt sortiere ich mich einmal quer durch das wunderbare Genre-Chaos aus Magie, übernatürlichen Wesen und fremden Welten. Und wer Reihen liebt, findet in meinem Serienregal – alle Buchserien auf einen Blick noch mehr Futter für die Merkliste.
