„Bei über dreißig Grad bereite ich mich auf das ewige Eis Grönlands vor – mit Pudelmütze, Kaminholz und einem neuen Warrior von Inka Loreen Minden.
Hektor interessiert dabei allerdings nur eine einzige Frage: Ist Ronan ein Biest?
Wie meine harmlose Lesevorbereitung in Drachen-Eifersucht und elektrisch geladenen Haaren endet, erfahrt ihr im Beitrag.“
„Was treibst du denn da, Ka?!“
Hektors Frage reißt mich aus meiner Herumwuselei. Schnell streiche ich ein weiteres Mal die flauschige Decke glatt, die ich strategisch günstig auf meinem Lesesessel platziert habe. „Ich bereite mich vor!“
Ein riesiges Fragezeichen ploppt über Hektors Drachenkopf auf. „Vorbereiten? Auf was …“ Prüfend gleitet sein Blick durch den Raum und bleibt am Stapel Feuerholz hängen, das ich in den Kamin geschichtet habe, und an seinem riesigen Flauschekissen, das vor selbigem liegt. „… auf die nächste Eiszeit?“ Frech zieht er seine nicht vorhandene rechte Augenbraue nach oben.
„Fast richtig geraten, Hektorlein.“ Ich grinse ihn an und verschränke die Arme vor der Brust. „Ich bereite mich auf Ronan vor.“
„RONAN?!“, presst er zwischen den Lippen hervor. „Wer zum Teufel ist Ronan?“
„Na Ronan, aus dem neuesten Warrior Lover von Inka Loreen Minden, der morgen veröffentlicht wird. Yummi. Was gibt es Besseres bei dieser Bullenhitze, als ein Buch zu lesen, das im ewigen Weiß Grönlands spielt, wie mir der Klappentext verraten hat?“ Vor Vorfreude reibe ich meine Hände aneinander und übersehe dabei, dass Hektor näher gekommen ist. Wie ein Berg baut er sich vor mir auf und zieht mir die Pudelmütze vom Kopf, sodass meine Haare in alle Richtungen wegstehen. Mit einem Knurren wirft er die Mütze hinter sich und streicht vorsichtig meine Haare zurück an ihren Platz.

„Ist er ein Biest?“ Seine gletscherblauen Augen funkeln gefährlich, während er auf meine Antwort wartet.
Nur zu gut kann ich mich an seine Reaktion erinnern, als ich verkündete, dass einer der Warrior, nämlich 👉 Claw, zu Besuch in den 👉 Heldensalon kommen würde. Himmel, da war ich fast am Arsch.
„Soweit ich weiß, nicht, Hektor. Allerdings kämpft er in der Eiswüste gegen ein riesiges Untier. Und wenn du den Klappentext lesen würdest, wüsstest du, was mich erwartet.“ Schnell nehme ich das iPad vom Tisch und halte ihm die Buchbeschreibung unter die Nase.
Im ewigen Weiß Grönlands ist die Eldfell-Festung die letzte Bastion der Zivilisation. Doch in der unterirdischen Eiswelt des Bunkers herrschen die Valkyren, genetisch perfektionierte Kriegerinnen, mit unerbittlicher Disziplin. Wer sich ihren Befehlen nicht beugt, bekommt die Konsequenzen zu spüren. Deshalb verbannen sie als Strafmaßnahme eine Gruppe rebellischer Warrior in die tödlichen Whitelands.
Ronan ist einer der Männer. Verstoßen und dazu verdammt, in der Eiswüste gegen ein riesiges Untier zu kämpfen, kennt er nur ein Ziel: Vergeltung. Sein Plan ist ebenso verzweifelt wie gefährlich, denn er will Ajuna – die Tochter der Befehlshaberin – entführen, um seine Forderungen durchzusetzen. Da kommt es ihm gerade recht, dass er gezwungen wird, sich mit ihr verpaaren zu müssen …
Zwei Herzen schlagen in Ajunas Brust: ein eigensinniges und eines, das ihrer Mutter und Anführerin treu ergeben ist. Auch wenn es sie innerlich fast zerreißt, versucht sie, den strengen Erwartungen der »Herrin von Eldfell« gerecht zu werden. Schließlich soll Ajuna einmal in ihre Fußstapfen treten. (Quelle Klappentext und Cover: Inka Loreen Minden)

„Oh, okay. Kein Biest, jedenfalls wird keines angekündigt.“ Zufrieden gibt er einen Laut von sich, der an das Schnurren eines riesigen Kätzchens erinnert. „Du darfst das Buch lesen, Kleines?“
Entrüstet stampfe ich mit dem Fuß auf, um ihm gleich darauf aufs drachische Äquivalent eines Schienbeins zu treten. „Ich glaube, du spinnst, Drache! Ich lass mir doch von dir nicht sagen, was ich lesen darf und was nicht. So weit kommt es noch!“
Hektor senkt den Blick auf die Stelle, an der mein Fuß sein Schienbein getroffen hat. Dann sieht er wieder zu mir. Nicht einmal gezuckt hat er, der blöde Drache.
„War das alles, Kleines?“
„Nein!“, fauche ich und überlege ernsthaft, ob ein zweiter Tritt meiner Würde guttun würde.
Bevor ich mich entscheiden kann, legt Hektor eine seiner gewaltigen Pranken auf meinen Kopf und wuschelt mir erneut durch die gerade erst gerichteten Haare.
„Ich habe nicht behauptet, dass du meine Erlaubnis brauchst“, erklärt er mit einer Ruhe, die mich nur noch mehr auf die Palme bringt. „Ich wollte lediglich wissen, ob ich mir wegen dieses Ronan Sorgen machen muss.“
„Du musst dir wegen überhaupt niemandem Sorgen machen.“
„Natürlich nicht.“ Seine Lefzen ziehen sich zu einem selbstgefälligen Drachengrinsen auseinander. „Ronan kämpft gegen ein Untier. Ich bin eines.“
„Du bist kein Untier!“
„Siehst du?“ Zufrieden lässt er sich auf sein riesiges Flauschekissen vor dem Kamin sinken und rollt seinen Schwanz demonstrativ um meinen Lesesessel. „Dann kann ich ja beruhigt hierbleiben und aufpassen.“
„Auf was willst du denn bitte aufpassen?“
„Auf Ronan.“
„Ronan ist in dem Buch!“
„Noch.“
Mit einem tiefen Atemzug entfacht Hektor das Holz im Kamin. Augenblicklich schlägt mir eine Welle heißer Luft entgegen.
„Hektor! Draußen sind über dreißig Grad!“
„Du wolltest Grönland-Atmosphäre.“
„In Grönland ist es kalt!“
Nachdenklich betrachtet er die lodernden Flammen. „Dann habe ich das offenbar falsch verstanden.“
Ich schnappe mir die Pudelmütze vom Boden, setze sie wieder auf und lasse mich seufzend in meinen Lesesessel fallen. Hektors Schwanz zieht sich ein wenig enger um den Sessel.
„Du bist unmöglich“, murmele ich.
„Und trotzdem dein Lieblingsbiest.“
Leider schnurrt er dabei schon wieder wie ein überdimensioniertes Kätzchen.
Und noch viel leiderer hat er recht.

Gespräch mit Hektor © Copyright by Ka, Meine tägliche Dosis 16.07.2026. Alle Rechte (und Drachen) vorbehalten.
Bildquelle Hektor und Ka: Gestaltet von Ka mit Hilfe einer KI.
