„Favela Chick“ von Lisa Marlene Hammelehle – Moment mal, kennen wir die Autorin nicht irgendwoher?
Aber hallo! Als Lisa Gibbs hat sie mich schon vor Jahren begeistert.
Jetzt geht es um Liebe, Lügen und ein ziemlich fragwürdiges Geschäftsmodell.
Ob mich diese ganz andere Geschichte ebenso packen wird?
🖤
Geneigte Lesende,
es gibt Autorinnen, bei denen muss ich nicht lange überlegen, ob ich mir ein neues Buch genauer anschaue. Ein Blick auf den Namen genügt und schon werde ich neugierig. Besonders dann, wenn dieser Name bei mir Erinnerungen an ausgesprochen kurzweilige Lesestunden weckt. Lisa Marlene Hammelehle ist so ein Fall.
Moment mal! Lisa Marlene Hammelehle? Klingelt da etwas? Vielleicht hilft ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit. Denn wer meinen Blog schon länger verfolgt, dürfte die Autorin noch unter einem anderen Namen kennen: Lisa Gibbs. Richtig! Die Frau, die mich damals mit ihrer „Special Gifted Unit“-Reihe begeistert hat. Und zwar so sehr, dass ich sie nicht nur zum Interview gebeten habe, sondern sogar einen ihrer Protagonisten bei mir zu Besuch hatte. Ja, bei Ka dürfen gelegentlich auch 👉 Romanfiguren aufschlagen. Man muss schließlich wissen, mit wem man es zu tun hat, ne?
Dass ich die Schreibe der Autorin sehr schätze, dürfte damit hinreichend geklärt sein. Nun ist mir ihr Roman „Favela Chick“ unter die Nase gekommen. Und bereits beim ersten Blick auf das Cover, den Klappentext und die ersten Lesermeinungen wurde mir klar: Hier erwartet mich offensichtlich etwas ganz anderes als damals bei der „Special Gifted Unit“ oder ihren anderen Büchern. Und genau das macht mich neugierig!

Liebe, Lügen und ein ziemlich ungewöhnlicher Broterwerb
Milena hat mit der Liebe nicht viel am Hut. Vertrauen? Ebenfalls Fehlanzeige. Was sie allerdings hervorragend beherrscht, ist, anderen Menschen genau diese Gefühle vorzugaukeln. Und damit verdient sie ihr Geld. Auf Dating-Portalen schlüpft sie in fremde Identitäten, wickelt einsame Männer um den virtuellen Finger und sorgt dafür, dass deren Geldbeutel am Ende ein wenig leichter ist. Romance-Scamming nennt sich dieses Geschäftsmodell. Moralisch bedenklich, finanziell offenbar durchaus einträglich.
Einer dieser Männer ist Björn, der glaubt, mit einer Frau aus den brasilianischen Favelas in Kontakt zu stehen. Dass seine vermeintliche Herzensdame tatsächlich in Berlin sitzt, ahnt er nicht. Dort begegnet Milena eines Abends Hassan. Und der scheint so gar nicht in ihr bisheriges Lebenskonzept zu passen.
Zwischen den beiden entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Zwei Menschen, die offenbar mehr mit sich herumschleppen, als sie nach außen erkennen lassen. Zwei Menschen, die vor ihrer Vergangenheit davonlaufen und sich ausgerechnet ineinander wiederzuerkennen scheinen. Doch was passiert, wenn jemand, der sein Geld mit Lügen verdient, auf jemanden trifft, dem Ehrlichkeit ausgesprochen wichtig ist? Tja. Das würde ich jetzt auch gerne wissen!

Eine ganz andere Lisa?
Was mich an „Favela Chick“ besonders reizt, ist die Atmosphäre, die sich bereits aus den bisherigen Beschreibungen herauslesen lässt. Melancholisch soll es werden, das jedenfalls konnte ich in einer Rezension nachlesen. Dazu verletzliche Figuren, die ihre ganz eigenen Abgründe mitbringen, und eine Geschichte, die offenbar nicht den üblichen romantischen Trampelpfaden folgt. *aber hallo* Das klingt nach einer emotionalen, tiefgründigen Contemporary-Geschichte.
Auch die Erzählweise hört sich interessant an: Milena, Hassan und Björn kommen abwechselnd zu Wort. Drei Perspektiven, drei unterschiedliche Lebenswirklichkeiten und vermutlich mindestens ebenso viele Vorstellungen davon, was Liebe, Vertrauen und Ehrlichkeit eigentlich bedeuten. Davon gehe ich jedenfalls aus und ich bin gespannt, wie sich das alles letztendlich zusammenfügt. Und ja, die Ausgangslage hat mich am Haken.
Wobei ich schon ein wenig schmunzeln muss. Ausgerechnet ein Buch über eine Frau, die das Vertrauen anderer Menschen ausnutzt, bekommt von mir vorab einen Vertrauensbonus. Wenn das mal keine Ironie des Schicksals ist! *grinst breit*
Und jetzt, liebe Lisa?
Ich bin wirklich neugierig, wohin mich diese Geschichte führen wird. Ob ich Milena trotz ihres fragwürdigen Broterwerbs ins Herz schließen kann, ob Hassan mich ebenso überzeugen wird und welche Rolle Björn in diesem ungewöhnlichen Geflecht tatsächlich spielt. Vor allem aber möchte ich herausfinden, ob ich zwischen all dem Erzählten, den Lügen und menschlichen Abgründen jene erzählerische Handschrift wiederentdecke, die ich schon immer geschätzt habe. Eines steht jedenfalls fest: Auf dieses Wiederlesen freue ich mich!
Ka
P.S. Wer jetzt neugierig geworden ist, wie weit meine Bekanntschaft mit Lisa zurückreicht, *nämlich seeehr weit* darf gerne ein wenig in meinen Blogarchiven stöbern, denn hier geht’s zum 👉 Interview. Und wer noch mehr inhalieren möchte, sollte unbedingt im 👉 HeldenSalon vorbeischauen und einen Blick … upsi, ich meinte natürlich ein Auge auf Scar werfen! *mit den wimpern klimpert und was von rühreiern vor sich hinmurmelt*

Bildquelle: Ka