Blog Kas Tatsachenbericht

Wo Geschichten wirklich entstehen: im Kopf

  • 4. März 2026

„Nach vielen Jahren hat mein Logo ein kleines Upgrade bekommen: vom Kreis zum Kopf.
Denn Lesen passiert nicht auf Papier oder Display, sondern direkt in unserem Kopf: zwischen Präfrontalcortex,
Hippocampus und limbischem System entfalten sich Fantasie, Gefühle und Kopfkino.
Ein kleiner Reminder, warum Bücher uns so intensiv berühren.“

Geneigte Lesende,

Nach gefühlten hundert Jahren dachte ich mir, ich gucke mal, was mein Logo von „Meine tägliche Dosis“ so macht, und musste feststellen, dass ich es schon seit Ewigkeiten nicht mehr in die Monatsheader der Homepage integriert habe. Was ich heute sogleich behoben habe. *hihihi*

Bei näherem Blick merkte ich, dass mir der Kreis in seiner Füllung mit den Buchstaben nicht mehr ganz gefiel. Irgendwie wirkte er auf einmal zu willkürlich. Nach rechts auslaufend war der Kreis zu hell (lückenhaft), die Buchstaben dabei zu starr.  *miep* Also stellte sich die Frage: Was tun?

Die Idee kam fast von selbst, während einer Diskussion darüber mit meinen Kindern. Statt eines Kreises, ein Kopf!!! Denn Lesen passiert schließlich genau dort. Geschichten entstehen nicht auf dem Papier und auch nicht im Reader, sondern in diesem wunderbar komplexen Organ zwischen unseren Ohren. Je länger ich darüber nachdachte, desto logischer erschien mir dieser Wechsel. Denn was beim Lesen tatsächlich passiert, ist so viel mehr, als nur still schwarze Zeichen auf weißem Grund zu entziffern.

 

Meine tägliche Dosis Logo Kopf
Hier schön zu sehen: links die alte Version, rechts die modifizierte Version.
Vom Schatten unter dem Wort „Dosis“ habe ich mich auch getrennt obwohl er irgendwie knuffig war.
Mein Sohn meinte der Schatten sei „old school“. *lol*

 

Lesen ist keine Fähigkeit, mit der wir geboren werden. Unser Gehirn hat sie sich im Laufe der Jahre selbst zusammen gebaut. Es existiert kein eigenes Modul, das nur darauf gewartet hätte, irgendwann Buchstaben zu empfangen. Stattdessen nutzt das Gehirn vorhandene Bereiche und verknüpft sie neu. Zunächst landen die Buchstaben im visuellen Kortex. Dort erkennt ein spezieller Bereich, das sogenannte Wortform-Areal, dass diese Linien keine wulli-wulli Kritzeleien sind, sondern vertraute Muster mit Bedeutung. Bis hierhin handelt es sich nur um Mustererkennung.

Doch dann beginnt das eigentliche Kopfkino. Ohja, ihr wisst genau wovon ich spreche, wenn ich den Begriff Kopfkino verwende. *yummi* Aber genug davon, machen wir weiter mit unserem genialen Gehirn. Die erkannten Wörter werden in Sprachzentren weitergeleitet, mit Bedeutungsnetzwerken verbunden und mit Erinnerungen abgeglichen. Das Gehirn fragt am laufenden Band, was dieses Wort bedeutet, ob es die Situation kennt und ob es etwas Ähnliches schon erlebt hat. Stellt euch das mal vor! Während wir scheinbar ruhig auf dem Sofa sitzen und schmökern, beginnt im Inneren eine mentale Simulation. Lesen wir von eisigem Wind, reagieren Areale, die auch bei echter Kälte aktiv sind. Lesen wir von einer zärtlichen Berührung, werden Regionen angesprochen, die mit Emotion und Empathie zu tun haben. Das limbische System mischt mit, der Hippocampus ruft Erinnerungen ab, während der präfrontale Cortex die Szene weiter ausmalt.

Und jetzt stellt euch einmal vor, was dort oben abgeht, wenn wir uns ins erotische Lesegefilde begeben. Mein lieber Scholli aber auch. Nach außen hin sitzen wir vielleicht ganz unschuldig mit einer Tasse Tee da, doch im Kopf läuft ein kleines, sinnlich knisterndes Feuerwerk. Der präfrontale Cortex, zuständig für Vorstellungskraft und Bewertung, malt Details aus, ergänzt Lücken und spielt Möglichkeiten durch. Der Hippocampus greift auf gespeicherte Erfahrungen zurück, auf Gefühle, auf all das, was wir irgendwann selbst erlebt oder zumindest intensiv empfunden haben. *mit den augenbrauen wackelt*

Das limbische System übernimmt die emotionale Regie und sorgt dafür, dass das Ganze nicht nur gedacht, sondern gespürt wird. Herzklopfen, dieses leichte Kribbeln, ein zufriedenes Grinsen entstehen nicht, weil Buchstaben an sich aufregend wären, sondern weil das Gehirn sie in erlebte Wirklichkeit übersetzt. Es simuliert Nähe, Spannung und Erwartung. Plötzlich ist da mehr als nur Text. Ist das nicht einfach nur herrlich, geneigte Lesende? Das ist dermaßen genial.

Genau hier liegt definitiv die eigentliche Kraft des Lesens. Wir erschaffen im Kopf Szenen, die intensiver sein können als jede Verfilmung, weil sie maßgeschneidert sind. Es sind: unsere Bilder. Unsere Farben. Unsere Fantasien. Kein Regisseur dieser Welt kommt gegen das an, was zwischen präfrontalem Cortex und limbischem System geschieht, wenn eine Geschichte die richtigen Knöpfe drückt. Ich vermute, ich bin nicht die einzige, die genau das immer und immer wieder sagt.

Aus diesem Gund fühlen sich Geschichten nicht abstrakt an. Wir können über fiktive Figuren weinen, uns über sie aufregen oder uns rettungslos in sie verlieben. *hach ja. wir lesenden können ein lied davon trällern* Emotional merkt das Gehirn oft gar nicht so richtig, ob etwas wirklich passiert oder wir es nur lesen. Es spielt die Szene im Kopf durch, als wäre sie real, mit Bildern, Stimmen und Gefühlen – Gänsehaut inklusive. Herrlich! Ich weiß, ich weiß, ich wiederhole mich. *mit den schultern zuckt*

Das ist exakt der Grund, warum sich der Kopf voller Buchstaben für mich stimmiger anfühlt als der alte Kreis, der irgendwie ausguckt als würde er auseinander bröseln. *ggg* Er war damals für mich grafisch passend, doch der Kopf heute erzählt, was hier wirklich passiert. Er steht für die Welten, die sich beim Lesen in uns auftun, für das Lachen zwischen den Zeilen und für die Gedanken, die in unser Leben Einzug halten, selbst wenn das Buch längst geschlossen ist.

Vielleicht ist das neue Logo also nicht nur eine optische Veränderung, sondern eine kleine Erinnerung daran, was „Meine tägliche Dosis“ seit Jahren bedeutet: Lesen. Lachen. Leben. Und zwar genau dort, wo Geschichten wirklich entstehen. Im Kopf.

Zwischen Herzklopfen und Präfrontalcortex
Und sofern ihr jetzt gerade mit einem kleinen, zufriedenen Grinsen dasitzt, vielleicht noch mit einem Rest Kopfkino zwischen präfrontalem Cortex und Herzklopfen… dann seid ihr hier genau richtig gelandet. *hihi*

Denn dieses Gefühl, dieses Eintauchen, dieses Mitfühlen, dieses gedankliche Davondriften, begleitet mich nicht nur hier, sondern durch viele meiner Texte. Egal, ob ich mich über Serien aufrege, mich in Bücher verliebe oder einen Plausch mit meinem Bücherdrachen Hektor oder mit Protagonisten im HeldenSalon führe.  Am Ende passiert alles genau dort, wo auch dieser Text entstanden ist. Im Kopf.

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Ich verspreche nichts. Außer vielleicht ein bisschen zusätzliches Kopfkino. *mit den wimpern klimpert*

Ka

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