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Vatertag der Götter: Allväter, Donnerkerle und göttliches Familienchaos

  • 14. Mai 2026

Historisch betrachtet hat Donar den Vatertag nicht erfunden. Sehr schade eigentlich, denn ein Donnergott mit Feiertagsambitionen hätte natürlich Stil. Mythologisch darf er trotzdem mitlaufen, denn zwischen amerikanischer Vater-Ehrung, Christi Himmelfahrt und Bollerwagenlogik bleibt genug Platz für Allväter, Donnerkerle und göttliches Familienchaos.“

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Geneigte Lesende!

Der Vatertag hat, ganz nüchtern betrachtet, keinen göttlichen Ursprung. Die moderne Idee eines Tages zu Ehren der Väter entstand Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA. Ich weiß, ich weiß! Das habe ich beim Muttertags-Beitrag auch geschrieben, aber ich muss mich hier einfach wiederholen: Woher sonst! Als wichtige Initiatorin gilt Sonora Smart Dodd, die ihren Vater ehren wollte, einen Bürgerkriegsveteranen, der nach dem Tod seiner Frau sechs Kinder allein großzog. Inspiriert vom Muttertag setzte sie sich für einen eigenen Ehrentag für Väter ein. 1910 wurde in Spokane im US-Bundesstaat Washington erstmals ein solcher Vatertag gefeiert. In vielen Ländern wird der Vatertag deshalb bis heute am dritten Sonntag im Juni begangen.

Christi Himmelfahrt, Herrenpartien und Bollerwagenlogik
In Deutschland hat der Vatertag allerdings eine andere Färbung bekommen, denn hier fällt er auf Christi Himmelfahrt und damit immer auf einen Donnerstag. Historisch geht das erst einmal nicht auf Donar, Thor oder ein göttliches Bier-Bollerwagen-Komitee zurück. Die deutschen Bräuche rund um diesen Tag hängen eher mit Himmelfahrtsausflügen, Herrenpartien und später dem sogenannten Männer- oder Herrentag zusammen. Und ja, das hat nix mit einem Herrengedeck zu tun. LOL. Aus religiösem Feiertag, Ausflugstradition und moderner Vater-Ehrung wurde hierzulande also eine recht eigene Mischung: mal Familienfest, mal Männerausflug, mal Bollerwagenprozession.

Wenn die Mythologie trotzdem anklopft
Aber wenn ein Feiertag nun einmal auf einen Donnerstag fällt, darf man in der Rubrik Mythologie mit Augenzwinkern natürlich kurz die mythologische Tür öffnen und fragen: Welche Götterväter hätten eigentlich Vatertag gefeiert? Nicht wissenschaftlich streng, sondern mit einem Schmunzeln, einem Becher Met oder —> Piment und der Erkenntnis, dass mythologische Familienverhältnisse selten gemütlich, aber fast immer unterhaltsam-schräg waren. Wer da nicht alles wen geschwängert, ermordet, aufgefuttert und dergleichen hat, ist wirklich fantastomatisch.

Vatertag Odin Thor Donar Kronos Zeus Mythologie mit Augenzwinkern
Vatertag bei den Göttern: Odin zieht den Karren, Donar bringt das Donnerwetter, Zeus das Blitzlichtgewitter und
Kronos vermutlich den Grund, warum man die Brotzeit besser im Auge behält.

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Odin: Allvater mit Rabenüberwachung
Ganz vorne steht natürlich Odin, der nordische Allvater. Schon dieser Titel klingt nach Weisheit, Autorität und majestätischem Überblick. In der Praxis bedeutet es vermutlich: ein Auge geopfert, zwei Raben, nämlich Hugin und Munin, im Außendienst, Sleipnir, Odins achtbeiniges Pferd vor der Tür und trotzdem noch genug Familienchaos für mehrere Sagas. Odin wäre auf einem mythologischen Vatertagsausflug wahrscheinlich derjenige, der schweigend am Rand steht, alles weiß, nichts erklärt und am Ende nur trocken sagt: „Ich habe es kommen sehen.“ Natürlich hat er es kommen sehen. Er ist Allvater Odin, besser gesagt verdammt gut informiert, oder? *hihi*

Donar: Der Donnerstagskandidat
Und dann wäre da Donar, die kontinentale Entsprechung des nordischen Thor. Himmel, warum springt mich da jetzt plötzlich Chris Hemsworth von der Seite an. *hüstelt verlegen* Egal, weiter im Thema: Sprachlich steckt Donar tatsächlich im Donnerstag, denn der Name dieses Wochentags geht auf den germanischen Donnergott zurück. Historisch hat Donar den deutschen Vatertag trotzdem nicht erfunden, das sollte man ihm nicht unterjubeln. Der Vatertag liegt hierzulande auf einem Donnerstag, weil er mit Christi Himmelfahrt zusammenfällt. Aber rein mythologisch? Da steht Donar doch praktisch breitbeinig und erhaben auf weiter Flur. Donnergott, Wettergewalt, Hammerträger, Beschützerfigur. Er wäre nicht der stille Vater mit Thermoskanne und Klappstuhl, sondern der, der ein Gelage zu schätzen wüsste. *glaub‘ ich jedenfalls. höhöhö*

Zeus: Blitz in der Hand, Chaos im Stammbaum
Auch Zeus darf in dieser Runde natürlich nicht fehlen. Immerhin gilt er in der griechischen Mythologie als Vater der Götter und Menschen. Das klingt erst einmal beeindruckend, bis man sich seinen Stammbaum anschaut. Dann klingt es eher nach einer Familienaufstellung, die mehrere Flipcharts, drei Therapeuten und sehr viel Geduld bräuchte. Zeus ist der Göttervater mit Blitz in der Hand, Herrscherblick auf dem Olymp und einer Vergangenheit, bei der jede Vatertagskarte vermutlich mit den Worten beginnen müsste: „Lieber Zeus, wir müssen reden.“ Als mythologische Vaterfigur ist er groß. Als Vorbild für geordnete Familienverhältnisse eher … nop.

Kronos oder titanischer Sicherheitsabstand erforderlich
Und dann gibt es noch Kronos, einen der Titanen und den Vater, der besser keine Einladung bekommt. Kronos ist eine gewaltige Vaterfigur der griechischen Mythologie und Vater von Zeus, Hera, Poseidon, Hades, Demeter und Hestia. Das klingt nach großer Götterfamilie, wäre da nicht dieses kleine Vertrauensproblem. Und mit „klein“ meine ich: Er verschlang seine Kinder reihenweise, weil er Angst hatte, von ihnen gestürzt zu werden. Damit ist Kronos vermutlich der Kandidat, bei dem man sagen muss: Vatertag ja, aber bitte mit Sicherheitsabstand, außer Kronos trägt einen Maulkorb wie Hannibal Lecter. Eines haben mir meine Recherchen zu Blogbeiträgen von Mythologie mit Augenzwinkern gezeigt: Manche mythologischen Familiengeschichten brauchen eine Warnmeldung. *fg*

Kein Ursprung, aber herrliches Material
Wie man es auch dreht und wendet: Normalerweise ist Donar nicht der nachweisbare Ursprung des Vatertags. Nein, Odin hat auch nicht den ersten Vatertagsausflug organisiert. Und ja, Zeus sollte definitiv keine Erziehungsratgeber schreiben, Kronos absofuckinglutely erst recht nicht. Aber mythologisch betrachtet liefern sie selbstredend alle wunderbares Material für einen Tag, an dem es um Väter, Männerbilder, Stärke, Chaos, Verantwortung und sehr viel symbolisches Donnerwetter geht.
Der weise Allvater, der donnernde Beschützer, der blitzeschleudernde Familienchaot und der problematische titanische Urvater, bei dem man lieber nicht zum Essen bleibt. Kurz gesagt: Vatertag bei den Göttern wäre vermutlich laut, kompliziert und absolut über die Stränge schlagend. Aber langweilig wäre er ganz sicher nicht. Genausowenig wie der Vatertag bei uns zuhause … *lacht laut los*

Wenn die geneigten Lesenden jetzt Lust auf noch mehr göttliches Chaos, fragwürdige Familienverhältnisse und mythologische Abenteuer mit Augenzwinkern bekommen haben: Folgt einfach dem Link. Dort warten weitere Ausflüge in die wunderbare Welt der Mythen. Garantiert nicht immer brav, aber ziemlich unterhaltsam —> Mythologie mit Augenzwinkern: Von Vampiren bis Gargoyles – Mit einem Klick durch die Wunderwelt!

In diesem Sinne bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt: Mythologie mit Augenzwinkern, eure

Ka

Vatertag der Götter: Allväter, Donnerkerle und göttliches Familienchaos

Bildquelle „Odin mit Göttern samt Bollerwagen“: Gestaltet von Ka mit Hilfe einer KI.

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