Blog Kas Tatsachenbericht

Selbstmitleid im großen Stil

  • 4. Februar 2017

Geneigte Leserinnen und Leser,

im Laufe eines Leselebens, lernt man die unterschiedlichsten Charaktere kennen. Vielleicht mag man sie anfangs noch gar nicht so sehr, doch je mehr man von ihnen liest, desto sympathischer weren sie einem und bis man sich versieht, haben sie sich still und heimlich in das Herz geschlichen. Dann gibt es welche, die mag man bereits anfangs, doch je mehr man von ihnen liest, desto unsympathischer werden sie einem und bis man sich versieht, haben sie dich so weit gebracht, dass man sie am liebsten an die Wand klatschen möchte. Geht wahrscheinlich mal jeden von uns so.

Ich weiß, dass die Geschmäcker unterschiedlich sind. Aber gerade dachte ich, ich stehe im Walde, als ich nochmals einen Blick auf die durchgängig positiven Bewertungen des Buches warf, das ich gelesen habe. Die anderen Leser waren mit der Geschichte total zufrieden!  Sorgar mit dem Helden, der für meinen Geschmack, viel zu sehr in Tränen und Hysterie gebadet hat. Puh, ich bin kein großer Fan von Helden, die heulsusige Züge haben und Selbstmitleid zur Perfektion treiben. Auch die Heldin und der beste Freund des Helden … Hmmm, irgendwie ebenfalls ein seltsames Gespann. Eigentlich würde man meinen, das die beiden nicht zusammen in die Kiste gehören. Aber nein, hier muss es sein, um die “Fronten zu klären”, die sich zwischen ihnen seit einem heißen Kuss aufgetan haben. Okay, bisher war ich der Meinung, dass man solche Fronten nicht zusätzlich durch Sex verstärkt, aber hey ….

Gegen Helden, die zu ihren Gefühlen stehen, habe ich gar nichts, doch Helden, die laufend vor sich hin jammern und bei allen anderen, nur nicht bei sich selbst die Schuld suchen … nein, damit kann ich mich nicht anfreunden. Klar, natürlich kriegt er sich ein, ziemlich am Ende der Geschichte, aber ein “an sich wachsen”, eine Entwicklung, war für mich persönlich nicht dingfest zu machen.

Auch Protagonisten dürfen gerne jammern, oder in Selbstmitleid zerfließen, keine Frage, aber alles in Maßen, nicht in Massen. Für mich persönlich finde ich es sehr schade, denn da habe ich eine Autorin entdecke, deren Schreibe mir gefällt, aber deren “wie” mich nicht zu packen weiß. Vielleicht sollte ich noch ein anderes Buch lesen, vielleicht war der Held nur in diesem Buch so weinerlich … mal sehen.

In diesem Sinne,

Ka