
Dienstag, 19.08.2025
Geneigte Lesende!
Der Abschied von den Lofoten fiel schwer. So richtig schwer.
Auch wenn wir dort nur zwei Tage verbracht haben – diese Landschaft hat sich leise, aber nachhaltig ins Herz geschlichen. Unsere Unterkunft lag irgendwo im Nirgendwo, windumtost, rau, still. Kein Schnickschnack, dafür Atlantikblick und dieses Gefühl, am Rand der Welt zu sein. Ein weinendes Auge fuhr also mit.
Doch Norwegen wäre nicht Norwegen, wenn es einem nicht schon nach kurzer Zeit wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern würde. Kaum hatten wir Kurs Richtung Senja aufgenommen, waren die Augen wieder wach, weit offen – staunend.


GöGa lustwandelt auf dem Steg aus sibierischen Lärchenholz. Immer im Blick „Okshornan“.
Unser erster Stopp: Tungeneset.
Ganz am äußersten Ende einer schmalen Landzunge zwischen Steinfjord und Ersfjord gelegen, öffnet sich hier der Blick auf eines dieser Gebirgsmassive, die aussehen, als hätte ein Riese sie mit Absicht dramatisch ins Meer gestellt. Vor uns erhoben sich die gezackten Gipfel von Okshornan – spitz, kantig, wild. Nicht umsonst nennt man sie die „Teufelszähne“. Sie ragen direkt aus dem Ozean, schroff und majestätisch, als würden sie das Meer bewachen.
Ein hölzerner Steg führt über die zerklüfteten Felsen hinaus Richtung Wasser. Barrierefrei, schlicht, perfekt in die Landschaft eingefügt. Links und rechts glatte Felsen, dazwischen kleine Wasserbecken, in denen sich Himmel und Berge spiegeln – ein Paradies für Fotografen und für all jene, die einfach nur stehen, schauen und still werden wollen.


Senja selbst ist ein echtes Naturwunder.
Norwegens zweitgrößte Insel wird oft als „Norwegen im Miniaturformat“ beschrieben – und ja, das trifft es ziemlich gut. Schroffe Berge, tiefe Fjorde, helle Sandstrände, kleine Fischerdörfer, weite Täler. Alles da. Und trotzdem wirkt es nicht von Urlaubern überschwemmt. Vielleicht, weil Senja noch immer ein wenig im Schatten der Lofoten steht.
Ein weiterer Moment, der sich eingebrannt hat: der Blick von der Bergsbotn-Aussichtsplattform hinunter auf den Bergsfjord. Wieder so ein Ort, an dem man automatisch leiser wird. Die Landschaft fällt hier fast dramatisch ins Meer ab, die Berge rahmen den Fjord ein, und man steht da oben und denkt nur: Norwegen, hör bitte niemals auf, so zu sein.

Hach ja, Norwegen schreit: Komm, Ka! Guck dir nochmal Senja samt Bergsfjord an. Die 44 Meter lange Bergsbotn-Aussichtsplattform bietet einen der berühmtesten Panoramablicke über den Fjord und die umliegende Bergwelt.
Ich merke, wie ich mich wiederhole – und doch nicht anders kann:
Dieses Land wartet hinter jeder Kurve mit einer neuen, grandiosen Landschaft auf. Und ich werde nicht müde, das zu sagen. Oder zu schreiben.
Und als hätte Norwegen an diesem Tag endgültig beschlossen, mir den Rest zu geben, wartete unsere Unterkunft in Vallen mit einem Detail auf, das mein Leserherz sofort höher schlagen ließ:
Ein kleiner Bibliotheksbereich. Regale voller Bücher, gemütliche Sessel, Ruhe.
Auch wenn ich kein Wort Norwegisch lesen kann – völlig egal. Bücher ansehen, anfassen, dort sitzen reicht schon. Ein perfekter Abschluss für einen Tag voller Abschiede, neuer Landschaften und leiser Glücksmomente.

Manchmal braucht es nicht mehr als Bücher, gemütliche Sessel und Ruhe.

Bis die Fortsetzung folgt (Ich weiß, ich bin lahm, was das betrifft und schaffe nicht mehr und das, obwohl ich zwei Veröffentlichungen pro Woche anvisiert hatte!!! schön wärs! *hüstelt verlegen*) lasse ich Euch zwei Links zu unseren Tagen auf den Lofoten da:
Klick NORWEGEN-Lofoten 1
Klick NORWEGEN-Lofoten 2
Bis demnächst, Eure
Ka
