Rezensionen Spannendes Zeitgenössisches

Mia Kingsley — Dynasty of Pain

  • 31. Juli 2026

„In Dynasty of Pain stellt Mia Kingsley einer gefürchteten Barone einen feingeistigen Künstler und begnadeten Fälscher zur Seite. Ell und Nick könnten kaum gegensätzlicher sein, was ihre Verbindung umso interessanter macht. Bei einem bestimmten Rollenwechsel erlitt mein inneres Kopfkino allerdings ein kleines romantisches Schleudertrauma.“

🖤

Dynasty of Pain
Mia Kingsley

Originaltitel:
Verkauft durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Herausgeber: Black Umbrella Publishing

ASIN B0F23WPV8P
Erscheinungsdatum: 23. Mai 2025
Genre: Dark Romance / Mafia Romance — Kurzgeschichte

Teil einer Serie: The Barone Family — Ein Klick auf den farbig hinterlegten Titel führt euch direkt zur dazugehörigen Rezension.
1) Dynasty of Crime
2) Dynasty of Blood
3) Dynasty of Lies
4) Dynasty of Tears
5) Dynasty of Pain
6) Dynasty of Death

Klappentext

Es war einmal eine Frau, die einem Mann das Leben rettete – und die danach keine ruhige Minute mehr hatte, weil er sich weigerte, sie allein zu lassen.
Obwohl ich zwölf Minuten älter als mein Zwillingsbruder Val Barone bin, hat mein Vater entschieden, dass ich als Frau niemals der Boss werden kann. Immerhin sieht Val das anders und gibt mir die Chance, mich endlich zu beweisen. Leider endet meine Bewährungsprobe in einem fatalen Desaster, das ich nicht so leicht vertuschen kann. Das einzig Positive an der Sache ist, dass ich einem Unschuldigen das Leben retten konnte – doch selbst dieser kleine Trost kommt mit einer Schattenseite: Der Mann ist überzeugt davon, in meiner Schuld zu stehen, und weigert sich, auch nur einen Zentimeter von meiner Seite zu weichen …

Dark Mafia Romance. Männer, die töten würden, um zu beschützen. Frauen, die sich nicht brechen lassen. Blutige Fehden, verbotene Sehnsüchte und Happy Ends, die süßer sind als Rache.

Quelle Klappentext und Cover: Black Umbrella Publishing

Dynasty of Pain The Barone Family Mia Kingsley Cover

Kas Bewertung

Mia Kingsley — Dynasty of Pain

In der Familie Barone geboren zu werden, bedeutet noch lange nicht, auch eine faire Chance auf deren Führung zu erhalten. Ell ist zwar zwölf Minuten älter als ihr Zwillingsbruder Valentino, kam jedoch als Frau zur Welt – und damit war die Entscheidung ihres Vaters bereits gefallen. Dass sie mindestens ebenso fähig ist wie die Männer der Familie, spielt dabei offenbar keine Rolle.

Ell lässt sich davon allerdings nicht ins dekorative Abseits schieben. Sie erledigt für die Barones jene blutigen Angelegenheiten, bei denen andere lieber einen sehr wichtigen Termin in möglichst großer Entfernung wahrnehmen würden. Dadurch hat sie sich in der Unterwelt einen Ruf aufgebaut, der vor allem bei den männlichen Kollegen für gehörigen Respekt sorgt.

Umso spannender ist der Mann, den Mia Kingsley ihr zur Seite stellt. Nick könnte auf den ersten Blick kaum weniger zu Ell passen. Er ist ein Feingeist, Künstler und begnadeter Fälscher, der mit Waffen und den brutalen Familiengeschäften nichts am Hut hat. Als Ell ihn aus einer gefährlichen Situation rettet, ist er überzeugt, nun in ihrer Schuld zu stehen, und heftet sich hartnäckig an ihre Fersen. Allerdings hütet er ein Geheimnis, das alles zwischen ihnen zerstören könnte.

Sehr gut gefallen hat mir, wie sichtbar wird, was Ell über Jahre hinweg im Hintergrund aufgebaut hat. Sie ist nicht einfach nur Valentinos Schwester oder die Frau fürs Grobe, sondern besitzt ihren ganz eigenen Einfluss und hat sich ihren Platz selbst geschaffen. Diese Seite der Barone-Familie fand ich ausgesprochen interessant.

Auch die Konstellation zwischen Ell und Nick hebt sich deutlich von den vorherigen Paaren ab. Im Alltag ist Ell diejenige, die Stärke ausstrahlt, Entscheidungen trifft und sich von niemandem führen lässt. Nick wirkt dagegen ruhiger, sanfter und weniger dominant. Grundsätzlich konnte ich diesen Wechsel nachvollziehen. Trotzdem bescherte er mir ein kleines Schleudertrauma. Bei Ell fiel es mir überhaupt nicht schwer, mir diese andere Seite vorzustellen. Bei Nick dagegen tat ich mich deutlich schwerer, ihn in den erotischen Szenen mit seiner dominanten Ader zusammenzubringen. Dass ein feingeistiger Künstler im Bett völlig andere Seiten ausleben kann, ist absolut plausibel – mein inneres Kopfkino benötigte trotzdem ein wenig Überzeugungsarbeit.

Das ist natürlich eine sehr persönliche Empfindung und kein grundsätzlicher Widerspruch in seiner Figur. Die Geschichte selbst ist interessant aufgebaut, und gerade die Gegensätze zwischen Ell und Nick machen einen großen Teil ihres Reizes aus. Und hey, Ell ist eine Wucht!

Kurz gefasst: Eine starke Ell, ein überraschend vielschichtiger Nick und eine ungewöhnliche Dynamik, die mir zwar kurz eine Art romantisches Schleudertrauma verpasst hat, aber definitiv im Gedächtnis bleibt.

 

Mia Kingsley — Dynasty of Pain

P.S. Wer nach Valentino Barone noch nicht genug von düsteren Mafiosi und moralisch abenteuerlich sortierten Romanhelden hat *mit den wimpern klimpert*, kann sich hier mehr Input holen:

Bad Guys in der Fiktion – gefährlich, schwierig und leider verdammt faszinierend

Serienregal – Perfectly-Imperfect-Reihe von Neva Altaj

 

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