Blog Hektor

Kein Aufklärungsgespräch.

  • 7. Juni 2020

„Kleines? Wann geht es weiter?“
Ich gähnend: „Womit Hektor?“
„Na mit der Geschichte!“
Ich so: „Jetzt!“ 😉

Hier der Link zu dem was vorher geschah: *klick — Komm endlich zum Punkt!“

„Kein Aufklärungsgespräch“
OMG ist das peinlich, beim Lauschen erwischt zu werden! Aber dann auch noch auf dem Hintern zu landen, setzt dem Ganzen eines drauf. Nichtsdestotrotz greife ich nach Hektors ausgestreckter Hand und lasse mir auf helfen. Momentan kann ich nicht abschätzen was auf mich zukommt, geschweige denn wie ich reagieren soll. „Danke“, murmle ich daher verlegen und blicke ihn unter halbgeschlossenen Lidern hervor an. „I-i-ich habe oben im Schlafzimmer lautes Gebrüll gehört … ähm … außerdem wollte ich wissen, was eigentlich los ist. Ergo, hier bin ich“, stottere ich umständlich herum. Hektor sieht mir wissend in die Augen, während ein Lächeln an seinem rechten Mundwinkel zupft. Bis ich mich versehe, zieht er mich hinter sich her in seine Drachenhöhle. Mir bleibt gar nichts anderes übrig als seinen ausholenden Schritten, fast im Laufschritt, zu folgen.
Und siehe da, wer lümmelt bequem in einem der gemütlichen Ohrensessel? Mr Verarsch-Mal-Kurz-Klein-Ka Mike-Slash-Malik. „Na warte!“, stoße ich hervor, entziehe Hektor meine Hand und fege zu Malik hinüber. Mit dem Zeigefinger pikse ich mit Vehemenz in seine immer noch entblößte – noch dazu sehr harte – Brust. „Aua, Ka!“ „Was heißt hier ‚Aua, Ka?‘“, äffe ich ihn nach und beuge mich mit in die Hüften gestemmten Hände vor. „Ich kann dir auch in die Brustwarzen kneifen, du Lügensack“, schnappe ich ihn giftig an. „Ka! Nicht seine Brustwarzen!“, höre ich Hektor murren, der mich mit beiden Händen an der Taille nimmt und unweigerlich von Malik weg zieht, was diesen zu einem regelrechten Heiterkeitsausbruch veranlasst!
Lachend steht Malik auf, von schlechtem Gewissen keine Spur, stellt sich breitbeinig, mit vor der breiten Brust verschränkten Armen, vor mich hin: „Gib`s zu Ka, du findest mich immer noch anziehend!“, feixt er zu mir hinunter.
Es bleibt mir gar nichts anderes übrig, als in sein herzliches Lachen mit ein zu fallen. „Mann, du bist so ein … Schuft!“ Ich knuffe in spielerisch mit der Faust auf den nackten Bauch. „Klar, du bist die totale Augenweide und die Mädels fahren sicher reihenweise auf dich ab. Wenn ich nur daran denke, dass du schwul bist …“, ziehe ich ihn mit einem Grinsen auf.
„Ich bin nicht …“
„Ich weiß, du bist nicht …“
„… schwul.“, beendet Hektor mürrisch den Satz, den ich Malik gestohlen habe. Es genügt wenn ich sage, dass inzwischen zornig-kleine Rauchwolken aus seinen Nasenlöchern entweichen und sich seine Pupillen reptilienartig verlängert haben. „Wenn wir uns jetzt BITTE alle hinsetzen und beruhigen könnten. Und du Malik, zieh dir verflucht noch mal endlich was an! Du weißt wo meine Sachen sind. Such dir was aus und dann komm wieder her. ANGEZOGEN! Und lass dir um Himmels Willen Zeit damit“, mit einem ärgerlichen Schnauben, lässt sich Hektor in den Sessel fallen, der dem Beistelltisch mit der Keksdose am nächsten steht, währenddessen sich Malik von uns entfernt. „Was für eine Nacht“, höre ich Hektor leise vor sich hin grummeln und beobachte, wie er sich mit beiden Händen ein paar Mal über das Gesicht und letztendlich über den Kopf reibt. Letztendlich lehnt er sich zurück, legt seine Arme links und rechts auf die Lehnen und richtet dabei seinen intensiven Blick auf mich.
„Hektor, ich …“,, fange ich an nur um von ihm unterbrochen zu werden. „Setz dich, Kleines …“, fordert er mich mit einer Geste auf. Gerade mache ich mich auf dem Weg zum Ohrensessel, in dem kurz vorher Malik gefläzt hat, als Hektors Hand hervor schießt, nach meinem Handgelenkt greift und mich auf seinen Schoß zieht „… genau hier her.“
Unruhig und von dem vorher Gehörten immer noch überlastet, rutsche ich nervös auf ihm herum. Selbst Malik, der mit seinem speziellen Humor gerade noch als Puffer gedient hat, fehlt mir zur Entspannung der Situation. „Hektor, ich ..“, beginne ich wieder, werde jedoch erneut unterbrochen.
Diesmal mit einem alles verzehrenden Kuss. Ihr wisst schon, so ein Kuss, der das Innerste nach Außen kehrt und dich vergessen lässt, wo unten oder oben ist. Ein Kuss, bei dem man sicherlich nicht ans Atmen denkt und bei dem sich mehr berührt als nur zwei Lippenpaare. Diese Art Kuss, von dem man nicht genug bekommen und die Finger nicht voneinander lassen kann und für den man definitiv keine Zuschauer braucht. Aber offensichtlich wird man in dieser verflixten Burg immer wieder gestört. Wenn schon nicht von Zuschauern, dann doch von einem anderen Drachen! Ich dachte, er sollte sich Zeit lassen …
„Hey ihr Zwei, benehmt euch! Oder wird hier ein Porno gedreht?“, höre ich Malik dicht neben meinem Ohr gackern. Wegen der Intensität des Kusses muss ich gestehen, dass ich ihn erst wahr genommen habe, als er neben mir zu sprechen begann. Meinem Drachen ist es offensichtlich genau so gegangen, wie ein Blick in seine immer noch vor Lust verschleierten Augen beweist, von einer anderen Körperpartie abgesehen. „Habe ich was versäumt, Hektor? Hast du Ka bereits aufgeklärt über die Drachen-Gefährten-Sache? Was das Küssen anbelangt, benötigt sie keine Aufklärung! Davon konnte ich mich gerade eindrucksvoll überzeugen“, legt Malik frech nach.
Hatte ich tatsächlich gerade noch gedacht, er fehlt mir? Absolute Fehleinschätzung …

— © Copyright 07.06.2020 by Ka, Meine tägliche Dosis