Blog Hektor

Komm endlich zum Punkt!

  • 30. Mai 2020

Es geht weiter mit Hektor, geneigte Leserinnen und Leser!

Hektor: „Ka. Hast du Zeit?“
Ich: „Ja …“
Hektor: „Dann schreib weiter, Kleines.“
*Und Kleines schreibt weiter!* 😄 Wie immer gibt es den Link zu „Was vorher geschah“, unten im Kommentar. Viel Vergnügen mit Hektor und Mike, oder sollte ich Malik sagen?! 😉

„Beruhige dich, Mann und hör endlich mit deinem Gebrülle auf. Ich werde dir alle erklären, klar?“, unterbricht Malik mein lautstarkes Verlangen nach Aufklärung. „Dann von vorne, kleiner Bruder! Erzähl mir wie du auf die bescheuerte Idee gekommen bist, dich als „Mike“ in den Buchclub einzuschleichen“, stoße ich unwillig hervor. Die Wut brodelte nach wie vor in mir und schürt mein Drachenfeuer, das immer höhere Wellen schlägt. Um mich zu erden, lasse ich mich auf einen der großen Ohrensessel fallen, die um mein Bücher-Drachennest gruppiert sind und schnappe mir die Keksdose, die auf dem Beistelltisch steht. Ka hatte sie mit meinen Lieblings-Cookies frisch aufgefüllt. Hmmm, Seelenfutter der Extraklasse. Sie hat die Kekse unlängst für mich kreiert. Eigentlich war ich bis dato ‚Makadamia-Schoko-Cookienator‘. Doch seit der Neukreation, sind diese leckeren ‚Knusperküsse‘ meiner Kleinen ganz oben auf der „Cookies-die-ich-haben-muss“-Liste! Den Namen haben sie übrigens Dank des Musenkusses von Melanie, einer FB-Followerin von Kas Bücherblog, bekommen.
Unwillig drehe ich meinen Kopf, da es sich Malik, mit einem lauten Plumpsen, im Sessel neben mir bequem macht. Als er gierig in die offene Keksdose fassen will, stoße ich ein grollendes Knurren aus. „Finger weg! Meine!“ „Na hör mal, seit wann bist du so ein Neidhammel, Bruder?“, frotzelt mich Malik von der Seite an. „Seitdem du beschlossen hast, einen auf schwulen Magic Mike zu machen! Und jetzt raus mit der Sprache, was soll der ganze Scheiß!“
„Wir waren der Meinung, dass du endlich in die Puschen kommen solltest …“, fängt Malik an, bevor ich ihn rüde unterbreche. „Wer ist wir?“ Unruhig rutscht er auf dem Ohrensessel hin- und her. „Kaleb und ich! Es musste Schwung in die Sache kommen. Du warst uns schlicht und ergreifend zu vorsichtig! Da bekommst du deine Gefährtin Dank eines ungemeinen Zufalls – vielleicht war es auch Schicksal – auf dem Tablett geliefert und was machst du? Nichts! Von dem Moment an, als du uns erzählt hast, dass Ka die Eine sein könnte, hätten wir dir am liebsten in den Arsch getreten. Obwohl du seit ewigen Zeiten auf sie gewartet hast, ging einfach nichts vorwärts.“ Malik macht eine längere Pause um tief Luft zu holen.
„Du strapazierst meine Nerven, Brüderchen! Komm endlich zum Punkt“, pflaume ich ihn ärgerlich an. Ich war mir sicher, dass das Ganze auf Kalebs Idee beruht hat. Der Kerl hatte stets die abstrusesten Einfälle. Doch seltsamerweise schienen sie immer zu funktionieren, gestehe ich mir mit einem kleinen Schmunzeln ein.
„Wie gesagt, du warst uns mit deinem Werben zu lahmarschig. Deswegen habe ich mich im Buchclub eingeschlichen, um Ka dazu zu bringen, mit mir auszugehen. Wir haben uns deine Reaktion auf ihr Date mit mir in den buntesten Farben vorgestellt“, ein wissendes Lächeln macht sich auf seinem Gesicht breit. „Schließlich ist bekannt, wie besitzergreifend Drachen in Bezug auf ihre Gefährtinnen sind. Und ey! Du hast dich regenbogenmäßig übertroffen!“ Inzwischen lachend, beugt sich Malik in meine Richtung und schlägt mir kräftig mit der Hand auf die Schulter.
„Schön und gut, doch was hat es mit dem Status „schwul“ auf sich?“, wende ich ein. „Ich habe mich sozusagen damit getarnt“, verlegen kratzt er sich hinter dem Ohr, „Ich weiß, das ist nicht die feine Art und der Schuss hätte auch nach hinten losgehen können, wenn sie dir vor dem Date genau das über mich erzählt hätte. Doch um die Mädels davon abzuhalten, sich mir an den Hals zu werfen“, zufrieden streicht sich mein von sich überzeugter, frauenvernaschender kleiner Bruder, über seinen nichtvorhandenen Bart und wackelt mit den Augenbrauen, „heiligt der Zweck die Mittel. Trotzdem war es gar nicht so einfach das durchzuhalten, denn Jamie, eines der Mädels vom Buchclub, war höllisch anziehend“, sinniert Malik mit einem sehnsüchtigen Blick.
„MALIK! KOMM. ENDLICH. ZUM. PUNKT!“, doch der läßt sich nicht von meinem frustrierten Aufbegehren im Redefluss unterbrechen. „Du weißt, welche Wirkung ich auf das weibliche Geschlecht habe. Wobei ich sagen muss, dass die Wirkung, die Jamie auf mich ausgeübt hat auch nicht ohne war. Derweilen hat sie mich nicht mal sonderlich beachtet. Wenn ich es genau überdenke, hat sie mich überhaupt nicht beachtet“, grüblerisch zieht er die Augenbrauen zusammen, bevor er endlich weiter sprich. „Jedenfalls ist unsere Idee aufgegangen! Ka ist mit mir tanzen und dadurch auch auf Tuchfühlung gegangen. Du weißt wie eng es Samstag Nacht im ‚Drake’s‘ ist. Zu guter Letzt bist du eifersüchtig ausgeflippt und wie heißt es so schön: Der Rest ist Geschichte.“ Zufrieden lehnt sich Malik zurück. „Ist dir eigentlich aufgefallen, großer Bruder, dass Ka von meinem Sixpack sehr angetan war“, setzt der verdammt Drache einen oben drauf und klopft sich auf seinen harten Bauch. Woraufhin man von vor der Türe ein unterdrücktes Kichern hört. Ka!
Lautlos wie ein Katze, komme ich auf die Füße und pirsche mich an die Türe heran, die ein wenig offen steht. Dort angelangt, reiße ich sie mit Schwung auf. Kas Strafe für das Lauschen kommt postwendend. Meine neugierige Kleine landet nämlich, bevor ich noch eingreifen kann, vor Schreck auf ihrem niedlichen Hintern, als sie aus der gehockten Position, in der sie sich befunden hatte, aufspringen wollte.
„Und Kleines? Alles verstanden?“, frage ich sie und reiche ihr – zum zweiten Mal an diesem Tag – meine Hand, um ihr aufzuhelfen. Dieses Mal greift sie danach …

— © Copyright 30.05.2020 by Ka, Meine tägliche Dosis