Paranormales Rezensionen

Erik Kellen – Der lange Weg des Windes

  • 6. April 2016

Der lange Weg des Windes
Erik Kellen

Verkauft durch: CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN: 978-1517097356
Erscheinungsdatum: September 2015
Genre: Fantasy

Teil einer Serie: Nimmerherz-Legende

Klappentext

Ribanna hat nicht nur ihre Familie verloren, auch die Hälfte ihres Königreichs gehört nun den Feinden Quells. Aber wie weit reicht die Verschwörung? Schon bald muss die junge Prinzessin feststellen, dass sie nicht nur um ihre Krone kämpfen, sondern ihr eigenes Volk befreien muss.
Gefangen im Königreich Xinxal, jenseits der Schwimmenden Berge, muss Asha Eisschild fortan um sein Leben kämpfen. Doch der Prinz hat geschworen einen Weg zurück zu finden – zu Ribanna. Ein Versprechen, das die Fremden bald bereuen werden. Denn der Nordmann entfesselt eine uralte Magie: Die Legende vom Nimmerherz.

Quelle: Erik Kellen

Nimmerherz: Der lange Weg des Windes (Nimmerherz 2)

Kas Bewertung

Bewertung 05

“Der lange Weg des Windes” setzt nahlos an “Roter Schnee wird fallen” an. Da die Nimmerherz-Legende eine sehr komplexe Geschichte ist, hat der Autor, Erik Kellen, vorab eine Zusammenfassung des ersten Teils integriert, um dem Leser den Wiedereinstieg zu erleichtern. So ist man in Kürze, mitten drin in diesem fantastischen Geschehen.

Auch in Nimmerherz II, weiß Erik Kellen den Leser an die Geschichte zu fesseln. Von Anfang an. Es bleibt einem gar nichts anderes übrig, als in die Welt, die der Autor geschaffen hat, einzutauchen. Man ist live dabei, fühlt eisige Schneestürme an der Seite von Thani Eisschild. Erlebt Klees Angst, die sie allmählich aufzufressen droht, badet in der Liebe, die Ribanna und Asha – selbst aus der Entfernung – verbindet. Entwickelt gegen Lyrias Vater Kartak eine dermaßen Antipathie, die mich fast ins Buch springen lies um ihm ordentlich eine überzubraten. Das nenne ich mal einen Antagonist: böse, gemein, machtbesessen, ein richtiges … das Wort, welches mir in den Sinn kommt, wenn ich an diesen Kotzbrocken denke, auch genannt der Herr von Starksegel, spare ich mir hier an dieser Stelle.

Man steht mit Falla auf dem “Schild der Schuld” und begleitet sie bei dem, was ihr bevorsteht. Man erlebt, wie aus der früher sorgloseren Ri eine Königin wird, die mich begeistert hat. Sie kann, dem Himmel sei Dank, auf die Frucht der Entscheidungen die ihre Mutter Sidora aufgrund Ihrer Klugheit und Weitsichtigkeit in der Vergangenheit getroffen hat, zurückgreifen! Ribanna ist am Verlust ihrer Familie, am Verlust der Hälfte des Königreichs Quell nicht zerbrochen. Sie ist erstarkt, nimmt den Kampf gegen die Feinde ihres Reichs auf. Währen ich las, freute ich mich innerlich, dass sie auch auf Dinge, die sie von Asha beigebracht bekommen hat, zurückgreifen konnte. Ich wußte Ri bereits im ersten Teil zu schätzen, doch dies hat sich in “Der lange Weg des Windes” noch gesteigert. Ebenso die Wertschätzung zu Asha Eisenschild. Er nutzt den Fluch als Nimmerherz für seine Zwecke und erreicht damit Dinge, die er – wäre er Asha geblieben – vielleicht nicht erreicht hätte. Ich finde es bemerkenswert, mit welchem Beschützer-Instinkt er denjenigen Menschen begegnet, die ihm am Herzen liegen. Klee ist an dieser Stelle ein sehr gutes Beispiel.

Und Tahni. Die Bürde, die sie zu tragen hat ist so groß, dass sie fast daran zu zerbrechen droht! Was habe ich mit diesem Mädchen mitgelitten. Am liebsten hätte ich mich neben sie gesetzt und einfach nur fest in die Arme genommen. Tahni ist ein Mädchen, dem nie die Zeit geschenkt wurde, erwachsen zu werden, die aber unfreiwillig in eine Welt gestoßen wurde, in der sie Entscheidungen einer Erwachsenen treffen muß. Ich war nur froh, dass sie in Tannos einen Freund gefunden hat, der ihr alleine durch seine Anwesenheit Zuversicht, Hoffnung und Kraft schenkt. Herrlich fand ich auch hier, dass Tahni, trotz der Abwesenheit ihres Bruders Asha, seine Kraft spürt. Einfach magisch.

“Der lange Weg des Windes – Nimmerherz II”, ist ein würdiger Nachfolger des ersten Teils. Dieses Buch hat mich auf eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen. Es war alles mit dabei, Freude, Schmerz, heiße Tränen, im Keim erstickte Hoffnung, die im nächsten Moment wieder aufflammt. Eine Liebe, die die Entfernung überdauert. Charaktere, die einem ans Herz wachsen. Selbst Lyria – und sie ist wirklich ein Luder – aber, wenn man bedenkt, was sie in ihrem Leben alles über sich ergehen lassen musste. Und Moos. Ich mag ihn sehr gern, er hat eine Art stiller Präsenz – obwohl er wüten kann – die zu überzeugen weiß. Eben ein Fels in der Brandung. 5 sehr zufriedene Punkte.

Kurz gefasst: “Der lange Weg des Windes” ist großes, fantastisches Buchkino! Die Nimmerherz-Legende, könnte ich mir sehr gut in filmischer Umsetzung vorstellen!