Blog Hektor

Entdeckung

  • 23. Mai 2020

Es geht wieder ein klein wenig mit Hektor weiter, geneigte Leserinnen und Leser!

Ich wünsche Euch viel Spaß mit „Entdeckung“. Für alle, die wissen möchten, was vorher geschah, hier der Link zu „Unterbrechung“ *klick*

Wütend vor mich hin murrend, laufe ich in meinem Schlafzimmer auf- und ab und bleibe letztendlich vor dem Bücherregal stehen. Wenn ich meine Bücher nicht so lieben würde, wäre ich geneigt, sie Hektor einzeln an den Kopf zu werfen, sollte er es genau jetzt wagen selbigen zur Zimmertür herein zu stecken. Frustriert stampfe ich mit dem Fuß auf und verfluche die Tatsache, dass das absolut unbefriedigend ist. Viel befriedigender wäre es, einem gewissen Drachen einen ordentlichen Tritt in den Hintern zu verpassen! Wobei, so ein Kick würde ihm womöglich nur ein müdes Schmunzeln entlocken.
„Was zur Hölle kann so wichtig sein, dass er mich erst so gut wie besinnungslos küsst, nur um mich dann wie ein ungeliebtes Spielzeug beiseite zu stellen?“, schimpfe ich los. Aber eins muss man ihm lassen, er küsst göttlich. Gute Güte, ich bin in seinen starken Armen zu einer Pfütze des Wohlgefallens geschmolzen. Hektor als Drache ist bereits extrem beeindruckend und ich würde ihn am liebsten laufend betrachten, doch Hektor als Mann! Puh, als Mann zieht er mir glatt den Boden unter den Füßen weg. Da sag noch mal einer, solche Prachtexemplare würde es nur in der Fiktion geben. Hier stehe ich, der lebende Beweis dafür, dass Frauen das auch in der Realität erleben können.
Und sein Duft erst! Hmmm, Zimt, Espresso und ein Hauch von brennendem Holz. Er riecht nicht nur gut, er fühlt sich auch gut an. In dem Moment, als er mich dicht an sich zog und umarmte, fühlte ich mich sicher, berauscht, vertraut und angekommen. Wie zuhause. Ganz zu schweigen von dieser blau leuchtenden Energie, die zwischen uns wie Nebel gewabert hatte, wann immer wir uns Haut an Haut berührten.
Mein hin und her Gelaufe, führt mich vor den Schlafzimmerspiegel und ich stelle fest, dass ich mit dem verklärten Blick, der mir aus dem Spiegel entgegen strahlt, aussehe wie ein grenzdebiles Honigkuchenpferd. Gefangen in diesen wonnigen Gedanken, habe ich aus den Augen verloren, dass ich eigentlich erbost bin, was Hektor betrifft. Verdammter Drache aber auch! „Ich brauche Antworten! Sofort, nicht erst in ein paar Stunden Herr Hektor Asmundur Balthasar Skrýmir! Und du wirst sie mir geben.“ Mit einer ruckartigen Bewegung, die meine Haare um mich herum wallen lässt, wende ich mich von meinem bedröppelten Spiegelbild ab und marschiere mit großen Schritten auf die Schlafzimmertür zu. Schon beim Öffnen der schweren Eichentüre, höre ich Hektor harsch sprechen, oder vielleicht sollte ich lieber schreien sagen? Egal, ich brauche Antworten und mache mich auf den Weg nach unten.

Je näher ich der Drachenhöhle komme, desto lauter werden die Stimmen. Richtig gelesen, Stimmen! Höchst seltsam, denn Hektor hatte noch nie Besuch, seitdem ich auf der Burg arbeite. Angestrengt konzentriere ich mich, denn die männliche Stimme neben Hektors, erscheint mir seltsam vertraut. Als ich unten in der Vorhalle der Höhle ankomme, mache ich gar nicht erst den Versuch leise zu sein, denn dem Geräuschpegel nach, könnte eine Horde Nashörner durch die Burg laufen und würde von den Streitenden nicht gehört werden. Unbemerkt nähere ich mir der Türe, die einen Spalt offen ist und werde fast vom Schlag getroffen als ich erkenne, mit wem sich Hektor fetzt. Es ist niemand anderes als mein Buchkumpel Mike! Der Mike, mit dem ich heute Nacht tanzen war. Der Mike dem ich vor Kurzem noch das Shirt vollgeheult habe. Der Mike wegen dem Hektor unleidig wurde.
Eigentlich sollte ich mich bemerkbar machen, Ihr wisst schon, von wegen der Lauscher an der Wand und so weiter. Allerdings obsiegt meine Neugierde, weswegen ich heimlich den Worten lauschen werde, die sich die beiden Kerle um die Ohren hauen. Siedend heiß fällt mir ein, dass Hektor vorher Mike die ganze Zeit Malik genannt hatte. Was zur Hölle ist da los?

— © 23.05.2020 by Ka, Meine tägliche Dosis

Übrigens hat Hektor heute wieder was rausgehauen, dass ich Euch auch hier im Blog nicht vorenthalten möchte *hihi*

Ich mit einem Lachen: „Du bist echt nicht einfach gestrickt!“
Hektor grinst hinterhältig: „Stimmt, ich habe Bommel …“

Der Drache treibt mich noch in den Wahhhnsinn!!!