Paranormales/Fantasy Rezensionen

Clannon Miller — Bride Protocol

  • 20. August 2026

„Eine kollabierte Erde, außerirdische Primes und ein Partnerprogramm mit höchst fragwürdigen Auswahlkriterien erwarten uns in „Bride Protocol“* von Clannon Miller.
Hier treffen menschliche Emotionalität und prime’sche Logik aufeinander – mit überraschenden Wendungen, herrlichen Situationen und ordentlich Anziehungskraft.“

🖤

Bride Protocol
Clannon Miller

Originaltitel:
Herausgeber: ‎ Independently published
ISBN: 979-8186261247
Verkauft durch: Amazon Media EU S.à r.l.
ASIN:B0HCW4MYTS
Erscheinungsdatum: 4. August 2026
Genre: Dystopie / Science Fiction-Romance

Teil einer Serie:

Klappentext

Heirate den Feind oder verrotte im Straflager.
Die Primes herrschen über die Erde. Sie sind unnahbar, emotionslos und überlegen. Ihr neues Partner-Programm soll den Frieden sichern: Dreihundert Menschen werden ausgewählt, um sich mit den Eroberern zu verbinden. Für die meisten ist es die Chance auf ein besseres Leben.
Für Bess ist es ein Albtraum.
Und dann weckt sie ausgerechnet das Interesse von Syran, dem Offizier, der das Programm leitet, der kälteste, überheblichste Vertreter einer ohnehin schon herzlich unsympathischen Spezies. Er hat beschlossen, dass Bess die Mutter seiner Kinder werden soll …
Sie ist seine Auserwählte. Er ist ihr Feind. Und das wird erst der Anfang ihrer Probleme.
Fated Mates – Enemies to Lovers – Sci-Fi Romance – Alien Warrior – Alpha Held – Schwangerschaft
Bride Protocol ist Sci-Fi Romance mit Biss, ohne Brautkleid und sehr fragwürdiger Partnervermittlung: frech, klug, gefährlich romantisch und voller Figuren, die sich weigern, brav in ihren Schubladen liegen zu bleiben.

Quelle Klappentext und Cover: Clannon Miller

Rezensionsdose Bride Protocol Clannon Miller

Kas Bewertung

Clannon Miller — Bride Protocol

Die Erde, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Nach dem kompletten Zusammenbruch des globalen Ökosystems haben die Primes die Kontrolle übernommen – eine außerirdische Spezies, die den Menschen körperlich und technologisch überlegen ist und sich vor allem auf eines verlässt: Logik. Um das Zusammenleben beider Spezies zu sichern, wurde ein Partnerprogramm ins Leben gerufen. Dreihundert Menschen sollen sich mit Primes verbinden und für Bess bedeutet die Auswahl alles andere als die Aussicht auf ein besseres Leben.

Ausgerechnet Syran, der Prime-Offizier, der für das Programm verantwortlich ist, entwickelt Interesse an ihr. Für ihn steht ziemlich schnell fest, dass Bess die geeignete Frau ist, um seine Kinder zu bekommen. Dass Bess zu dieser Zukunft durchaus eine eigene Meinung hat, gehört zu den Dingen, mit denen Syran erst einmal zurechtkommen muss.

Clannon Miller hat in „Bride Protocol“ eine ausgesprochen interessante Welt erschaffen. Die Erde ist kollabiert, die bisherige menschliche Ordnung weitgehend verschwunden und die Primes sind gekommen, um den Planeten zu ihrer neuen Heimat zu machen. Für mich bewegt sich die Geschichte deshalb irgendwo zwischen Dystopie und Science-Fiction-Romance. Vor allem aber ist es eine Welt, durch die ich beim Lesen regelrecht gerauscht bin, weil es immer wieder Neues zu entdecken gab und die Autorin einige Wendungen eingebaut hat, mit denen ich so nicht gerechnet hatte.

Ein nicht ganz unwesentlicher Grund für meine Begeisterung ist allerdings Syran. Er ist vollkommen logisch denkend, kontrolliert und überzeugt von der Überlegenheit der prime’schen Vernunft. Dummerweise besitzt dieser ausgesprochen rationale Prime Fangzähne, einen ausgeprägten Jagdinstinkt und scheint seine viel gepriesene Selbstbeherrschung ausgerechnet dann ein wenig großzügiger auszulegen, wenn Bess ins Spiel kommt. Diese Mischung aus kompromissloser Logik, Instinkt und seinem sehr speziellen höchst kontrollierten Kontrollverlust hat bei mir ausgesprochen gut funktioniert.

Fast noch schöner fand ich die Begegnungen zwischen Bess und Syran, wenn zwei vollkommen unterschiedliche Arten zu denken aufeinanderprallen. Bess reagiert emotional, ironisch und ausgesprochen menschlich, während Syran versucht, ihre Äußerungen mit seiner ganz eigenen – ich nenne es einfach einmal – instinktiven Logik zu erfassen. Jede Mimik von Bess wird für Syran zur Herausforderung. Daraus entstehen unterhaltsame Situationen.

Bess hat mir als Figur ebenfalls sehr gut gefallen. Sie gehört zu den Menschen, die nicht einfach wegsehen, wenn andere in Schwierigkeiten stecken, sondern eingreifen – selbst dann, wenn es für sie selbst unangenehm oder riskant wird. Dabei wird sie nie überzeichnet oder als makellose Heldin dargestellt. Vielmehr wirkt sie greifbar und menschlich, mit einer klaren inneren Haltung und dem Mut, Verantwortung zu übernehmen, auch wenn Zurückhaltung manchmal die sicherere Wahl wäre.

Auch die Nebenfiguren haben dazu beigetragen, dass die Geschichte für mich funktioniert. Thessar, Raf oder Gunder – ich wäre kreischend vor ihr davongelaufen, kleiner Insider – und einige andere bleiben nicht bloß Namen am Rand, sondern fügen sich ganz selbstverständlich in die Handlung und die erschaffene Welt ein. Überhaupt beschränkt sich „Bride Protocol“ nicht darauf, Bess und Syran irgendwie zusammenzubringen. Rund um ihre Beziehung entwickelt sich eine Geschichte, die nach Fortsetzungen schreit. Jedenfalls vorerst mal nach einer, wie der Epilog andeutet.

Kurz gefasst: „Bride Protocol“ oder wenn menschliche Emotionalität und prime’sche Logik aufeinanderprallen. Eine interessante, bildhaft dargestellte Welt, in der gerade die Townships vor meinem inneren Auge lebendig wurden, überraschende Wendungen, Humor, der nicht zu kurz kommt, und erotische Szenen, die sich stimmungsvoll in die Geschichte einfügen. Dazu Bess und Syran, deren völlig unterschiedliche Art zu denken für herrliche Situationen sorgt. Toll!

Clannon Miller — Bride Protocol

P.S. Noch mehr Lust auf Science-Fiction-Romance?
Warum das Genre für mich so viel mehr ist als Aliens und Raumschiffe, habe ich hier aufgeschrieben: „Zwischen Sternenstaub und Herzklopfen …“. Viel Spaß beim Abheben.

 

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