Blog Kas Tatsachenbericht

Chemie bleibt aus und weg vom Buch: Kritik an Staffel 3 „Bridgerton“ auf Netflix

  • 1. Juli 2024

Meine Kritik an Staffel 3 von „Bridgerton“ auf Netflix, denn es wollte alles gleichzeitig erzählt werden.
 Echte Chemie zwischen Colin und Penelope fehlte mir eindeutig.
 Zu viele Nebenplots und fette Abweichungen vom Buch.
Ich sage nur:
aus Hetero wird bisexuell. Sexy ja, emotional hat es mich aber nicht geflasht.

 

Kleine Warnung vorab:
Im folgenden Text werden Handlungselemente von „Bridgerton“-Staffel 3 verraten. Wer also Spoiler vermeiden möchte, sollte sich ab hier aus dem Staub machen. Gehabt euch wohl … *den fliehenden nachwinkt*

Chemie bleibt aus und weg vom Buch: Kritik an Staffel 3 "Bridgerton" auf Netflix

Geneigte Lesende!

Eigentlich wollte ich nichts über die dritte Staffel von Bridgerton schreiben. Eigentlich! Aber Netflix hat mich dazu gezwungen. *ggg* Die Entscheidung, Penelopes Geschichte vor Benedicts zu erzählen, war für mich sowieso schon ein schlechtes Omen. Denn in der Buchreihe der talentierten Historical-Autorin Julia Quinn war es genau andersrum. Zuerst Benedicts Geschichte in „Wie verführt man einen Lord“ und dann Penelopes Geschichte in „Penelopes pikantes Geheimnis“. Ja, das tut meinem Leserherz weh. Egal, stellen wir Staffel 3 auf den kritischen Prüfstand.

Bridgerton Staffel 3 oder wenn die Chemie fehlt
Von Anfang an habe ich ein Problem mit Luke Newton, der Colin darstellt. Keine Ahnung, woran es liegt, aber von Staffel 1 an konnte ich mit diesem Colin nichts anfangen. Er war mir zu wenig strukturiert, zu glatt. Nicht mein Ding. Und die Chemie zwischen Colin und Penelope sprang wahrscheinlich darum bei mir einfach nicht über. Klar, die Staffel bietet einige heiße Szenen, inklusive einer viel besprochenen Kutschenszene. Sexy? Ja. Emotional? Für mich nicht, für andere Zuschauer mag das durchaus anders sein. Ich suchte immer wieder nach echten Gefühle zwischen den Protagonisten und wurde enttäuscht. Vor allem von Colin. Penelope ist da ein anderer Maßstab!

Zu viel, zu schnell, zu wild und weg vom Buch
Neben Colin und Penelope passiert in dieser Staffel alles gleichzeitig. Es wird gerannt, gedreht, geflüstert und gesäuselt, als hätte jemand die Pausetaste verloren. Nebenhandlung trifft Nebenhandlung trifft Nebenhandlung. Benedict stolpert von einer Affäre in die nächste und entdeckt seine Bisexualität. Bisexualität. Richtig gelesen! Wieder etwas, das Netflix komplett auf den Kopf gestellt hat. In der Buchvorlage ist Benedict alles andere als bisexuell. Er ist ein Womanizer, ein echter Frauenmagnet. Aber gut, da wollte man wohl ein modernes Thema in ein historisches Gewand zwängen. Doch wie es mit „zwängen“ nun mal ist, wirkte das aufgesetzt und nicht natürlich gewachsen bzw. ins Geschehen integriert. Ich sage nur: BUCHVORLAGE missachtet. Arme Julia Quinn.

Dann Francesca Bridgerton. Auch hier versucht Netflix dasselbe wie bei Benedict. Aus Michael, dem Cousin von Francescas Mann John Sterling, seines Zeichens der Earl of Kilmartin, wird am Ende der 3. Staffel plötzlich eine Michaela. Was ist denn nun wieder los? Wie kommt das? Warum muss man so weit von der Buchvorlage abweichen? Die Bücher sind lesenswert und charmant, warum also verdammt noch mal alles auf den Kopf stellen? Die Erfüllung von Quoten wirkt hier einfach nur konstruiert und nicht stimmig, und das merkt man. Schade!

Was noch nervt
Penelopes Geheimidentität als Lady Whistledown verliert an Spannung. Die Enthüllung wirkt seltsam unspektakulär, obwohl es eigentlich clever und spannend sein sollte. Colins Wandel von Freundschaft zu tiefer Liebe zu Penelope war mir im Laufe der Staffel zu abgehackt. Penelope jedoch bleibt charmant, doch ihre Romanze spielt sich aufgrund der Nebenerzählstränge im Hintergrund ab. *seufzt kerkertief*

Das Fazit, das ich aus „Bridgerton“ Staffel 3 ziehen kann?
Bridgerton Staffel 3 ist eine schnelle Achterbahnfahrt mit heißen Szenen *mit der kutsche winkt* und meines Erachtens zu viel Nebenher. Auf eine Art durchaus auch … unterhaltsam, doch die Abweichungen von der Buchvorlage fallen jetzt richtig auf, fallen definitiv ins Gewicht, und manche Charakterentwicklungen wirken einfach zu abrupt. Wer echte Chemie, langsames Spannungsaufbauen und sorgfältig gezeichnete Figuren sucht, bleibt enttäuscht zurück. Doch wie gesagt, das ist meine Meinung. Für mich – die die Reihe gelesen hat – fühlt es sich an, als wollte Netflix alles unterbringen und schneller erzählen.

Aber hey, ich bin trotzdem gespannt auf die 4. Staffel der Bridgertons und werde diese natürlich trotz meiner Kritikpunkte wegsuchten. LOL Ihr kennt mich ja, oller Historical-Fan der ich nunmal bin. *hihi*

In diesem Sinne, geneigte Lesende, oder wie es Lady Whistledown ausdrücken würde:

„Geneigte Leserschaft,
manchmal wird Geschichte nicht nur erzählt, sie wird durcheinandergewirbelt, und während beim Lesen der Bücher unsere Herzen Purzelbäume schlugen, blieb die dritte Staffel eher ein laues Lüftchen.“

Ka

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