Autoren

[AutorenSalon] Michelle Heitzer

  • 24. Oktober 2015

Geneigte Leserinnen und Leser,

ich habe Euch unlängst davon erzählt, dass ich vorhabe, ein Interview mit einer jungen, deutschen Nachwuchsautorin zu führen! Neugierig wie ich nun einmal bin, was Bücher betrifft, dachte ich mir, ich lade sie zu uns in den AutorenSalon von Happy End Bücher ein, um sie ein wenig zu sich und ihrem ersten Teil der “Fyre”-Trilogie “Being Princess” auszufragen. Und jetzt ist es soweit, geneigte Leserinnen und Leser, Michelle Heitzer ist hier bei uns …

Being Princess

Liebe Michelle, wie schön, dass Du heute bei uns bist! Ich rede jetzt gar nicht lange um den heißen Brei herum 😉 Ich weiß aus sicherer Quelle, dass Du ein richtiger Bücherwurm bist! Du bist also hier bei uns in bester Gesellschaft! *lacht* Welche Genres liest Du bevorzugt?

Michelle: Hallo, erst einmal Danke das ich hier sein darf 🙂 Für mich sind die besten Bücher Fantasy, Romance und alles was sich nur ein bisschen kryptisch oder magisch anhört.

Vervollständige doch bitte folgenden Satz: “Ein Buch ohne Happy End ist …

Michelle: … ein Buch das mich grübelnd und unzufrieden zurücklässt.”

Erzähl ein bisschen von Dir, wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Michelle: Erst einmal hab ich wirklich, wirklich viel gelesen. Und ich meine wahnsinnig viel. Teilweise sind meine Eltern oder ich, mit dem Bücher Kaufen nicht hinterhergekommen. Auch habe ich früher viele Geschichten vorgelesen, oder erzählt bekommen. Vor allem Märchen liebten meine Geschwister und ich. Irgendwann fing es dann an: Ich war von manchen Büchern so besessen, dass ich es nicht wahrhaben wollte, wenn sie zu Ende oder Serien komplett abgeschlossen waren. Also hat mein Verstand sich verselbstständigt und sich andere Enden, oder Fortsetzungen ausgedacht. Zu dieser Zeit habe ich angefangen zu schreiben. Das war reeller für mich. Dann fand ich, besser gesagt meine Schwester Selina, eine Internetseite die es einem ermöglichte, diese Geschichten zu veröffentlichen. Natürlich erstellte ich mir dort sofort ein Profil.
Mit der Zeit wurden meine Erzählungen immer eigenständiger. Zum Beispiel erfand ich neue Personen hinzu, woraus sich völlig neue Handlungen entwickelten. Ich weiß nicht, wie ich auf die Idee gekommen bin selbst eine Geschichte zu schreiben. Wahrscheinlich war das wieder irgendeine Spinnerei meiner Schwester und mir. Es kommt nämlich ziemlich oft vor, das wir Abends, sehr zum Leidwesen unserer Mama, in meinem Bett liegen, um uns über verschiedene Handlungen, Szenen, oder Ideen zu unterhalten und dann wird oft auch lautstark diskutiert, oder eben gelacht. Auf alle Fälle besuchte Fyre mich einmal im Traum und lies mich nicht mehr los, wie ein Gespenst. Immer wieder wenn sie mich besuchte, brachte sie eine neue Geschichte mit, die ich schließlich begann zusammenzuschreiben. Keiner wusste davon, bis meine Schwester sie entdeckte und all meine Freunde und Familie mobilisierte.

Ich stelle mir das eben vor, wie Euere Ma Euch beide zu Nachtschlafender Zeit findet! *grinst breit*
Da du eben von Fyre gesprochen hast: Sie ist die Heldin aus “Being Princess”. Ein 16 jähriges Mädchen aus Winter, einem der sieben Königreiche des Kontinents Ka. Sorry, aber das muss jetzt sein. Ich heiße ja auch Ka, und als ich las, dass es in “Being Princess” einen Kontinent gibt, der ebenso heißt, bin ich glatt aus den Puschen gekippt! *lacht los* Sag mal, wie bist Du denn auf “Ka” gekommen? ^^

Michelle: Meine Schwester lacht mich wegen des Namens immer aus. “Ka” heißt ja in der abkürzenden Chat-Sprache “keine Ahnung”. Nun darf ich mir immer solche Sachen anhören wie: “Hattest du keine Ahnung wie du diesen Kontinent benennen solltest Mimi? Du bist ja soooo kreativ!”, meist gefolgt von einem spöttischen Lachen. Tja, eigentlich wollte ich einen kurzen Namen, der leicht im Gedächtnis bleibt und im Gegensatz zu den Ländern die darauf liegen, nicht wirklich eine Bedeutung hat. Außerdem wurde der Kontinent nach seiner Entstehung eher hektisch irgendwie benannt, wie man in “Being Princess” erfahren wird. So kam mir “Ka” völlig willkürlich in den Sinn.

Wie gut, dass es sich bei meinem “Ka” um mein Namenskürzel handelt und nicht um “kA”, also “keine Ahnung” *schmunzelt*
Was hat Dich eigentlich dazu bewogen, das Genre “Fantasy” für Deinen Roman zu nehmen?

Michelle:  Ich liebe Fantasy. In diesem Genre ist alles möglich und macht es deswegen so spannend. Man hat keine Ahnung in welche Richtung sich die Story entwickeln wird und ob nicht jeden Moment eine Fee, oder ein Vampir um die Ecke biegt. Das bietet viel mehr Möglichkeiten, eine Geschichte zu gestalten.

Alle Wege sind also offen! Stimmt. Fantasy bietet ungeahnte Möglichkeiten und der Fantasie sind keinerlei Grenzen gesetzt! Mein nächster Frage-Weg führt mich zu Prinzessin Fyre 😉 Wie würdest Du sie charakterlich beschreiben?

Michelle: Oh je! Zum einen ist sie ziemlich chaotisch, stolz. Bei Fyre kann man Tollpatschigkeit groß schreiben. Sie ist leicht zu ärgern und hat eine große Klappe. Fyre ist sich für nichts zu peinlich und schert sich nicht, zumindest tut sie so, was die Leute über sie denken. Außerdem ist Fyre ziemlich laut und bringt alles durcheinander. Andererseits macht sie das menschlich, liebenswürdig. Genauso wie ihren Hang zum Drama und ihre unendliche Liebe zu Kuchen. Oftmals ist sie kindisch, liebt aber ihre Familie und Freunde bis zur Unendlichkeit. Sie vertraut ihnen blind, was manchmal nicht gerade das beste ist. Zusätzlich ist Fyre stur, aber auch fair. Nichts hasst sie mehr als Krieg und Ungerechtigkeit. Im Grunde ist Fyre ein Abbild meiner kleinen Schwester … 😉

Wie schön, dann hast Du ihr einen tollen Platz in Deiner Geschichte reserviert! *zwinkernd zur kleinen schwester rüber winkt*
Fyres männlichen Gegenpart spielt Prinz Ash! Was ist er für ein Typ? Ist er gar ein BadBoy? *mit den Augenbrauen wackelt*

Michelle: Ash ist naja… eben Ash. Man wird nicht so leicht schlau aus ihm. Er spielt gerne Spielchen, was mit Fyre allerdings nicht so einfach ist und ihn schier zur Verzweiflung bringt. Ich würde schon sagen, das Ash ein BadBoy ist… mehr oder weniger. Er kann ein wirkliches Arschloch sein, was Fyre nur zu oft mitkriegt! Aber andererseits, kehrt er Prinz-Charming höchstpersönlich hervor ( Meistens bei allen anderen Frauen, außer Fyre! ). Er versucht Fyre zu erziehen, was sie sich aber nicht gefallen lässt. Zusätzlich streitet er sich gerne, was mit seiner Ehefrau-in-Spe gut zu funktionieren scheint, nur dass der Sieg nicht unbedingt auf sein Konto zu verbuchen ist. Ash weiß was er will und wie er es bekommt. Alles in Allem hat es Fyre – eindeutig – nicht leicht mit ihm.

Berichte uns doch ein wenig über “Being Princess”, aber bitte nicht spoilern! 😉 Was passiert in der Geschichte?

Michelle: Fyre ist eine Prinzessin, aber nicht wie es im Buche steht. Eher das Gegenteil. Sie ist laut, aufgedreht und tollpatschig. Ihre Familie hat allerhand zu tun, auch weil sie sich meistens nicht an die Regeln hält und immer irgendwelche Pläne schmiedet. Was zusätzlich eine Belastung für ihre Familie, neben dem ewigen Krieg, ist. Ihr Zwillingsbruder Sky hat keine Chance sie zu bändigen, vor allem weil Fyre fest entschlossen ist, den Mord an ihrer kleinen Schwester, der vor sechs Jahren geschah, zu rächen. Doch dann kommt es in Fyres, ziemlich unkonventionellem, regellosem Leben, zu einer großen Veränderung. Sie, die Zwillingsschwester des Thronfolgers, eigentlich frei in allem was sie tut, soll heiraten. Das kommt für Fyre gar nicht in Frage. Auch nicht wenn der Zukünftige ein wirklich gut aussehender Prinz ist. Sie stellt sich quer und findet heraus, dass Ash, ihr Ehemann-in-Spe, ebenfalls überhaupt keine Lust hat, unter die Haube zu kommen. Eine Art chaotische, laute und verrückte Zweckgemeinschaft entsteht. Beide versuchen ihre Eltern davon zu überzeugen, dass Ashs Land untergehen wird, sollte er Fyre zu dessen Königin machen. Leider geht keiner der Pläne so wirklich auf, so dass Ash und Fyre in einer verwirrenden Mischung aus Streit und Flirts versinken …

Being Princess

Fyre ist 16 Jahre alt und eine Prinzessin aus Winter, einem der sieben Königreiche des Kontinents Ka. Dort herrscht der sogenannte Ewige Krieg . Trotz eines Gesetzes beschließen ihr Vater und ihr Zwillingsbruder, der Thronfolger Sky, dass sie heiraten soll. Natürlich ist der Teenager nicht gerade von der Idee begeistert und stellt sich quer. Als Bräutigam entpuppt sich der gutaussehende Prinz Ash, der sie zur Verzweiflung treibt, aber genauso wenig vom Beschluss ihrer Eltern hält wie Fyre. Eine logische Folge ist, dass die beiden versuchen, die Zwangshochzeit zu verhindern. Das Chaos ist vorprogrammiert. Zwischen Peinlichkeiten, die Fyre magisch anzuziehen scheint, Wortduellen und Streitereien, die sich gewaschen haben, verlieben sich die beiden. (Quelle Klappentext: Printsystem)Sky, Fyres Zwillingsbruder ist dafür, dass Fyre und Ash heiraten, entgegen dem Willen der beiden. Kannst Du unseren Lesern beschreiben, wie sich Fyre in dem Moment, als sie von diesem Beschluss hörte, gefühlt hat?

Michelle: Vollkommen verraten. Sky war bis jetzt der wichtigste Mensch in ihrem Leben. Sie hat ihm alles anvertraut, hätte für ihn gemordet und alles getan, nur dass er glücklich war. Fyre ist davon ausgegangen, dass er dasselbe für sie empfindet, um dann bitter enttäuscht zu werden. Für sie ist eine ganze Welt zusammengebrochen und damit das Vertrauen zu dem Menschen, der ihr am wichtigsten war. Natürlich hat Fyre davon einen Schock und sie steht kurz vor einem Zusammenbruch. Aber diese Blöße will sie sich nicht geben. Es wird Zeit brauchen, bis Fyre jemanden wieder so vertrauen kann wie ihm. Ob sie Sky jemals wieder vertrauen wird, steht in den Sternen.

Ich habe bereits kurz in “Being Princess” hineingelesen und als ich Fyre auf ihrem Pferd durch die Winterlandschaft reiten sah, hatte ich sie vollkommen klar vor Augen! Wie hat sich Fyre bei Dir bemerkbar gemacht? Autoren scheinen ja häufig von ihren Protagonisten “besucht” zu werden, habe ich mir sagen lassen. Darum meine Frage, ob das bei Dir wohl auch so ist? 😉

Michelle:  Ja ziemlich oft sogar. Fyre stattet mir Besuch ab und lässt mich durch ihre Verrücktheit schmunzeln. Sie kommt und erzählt neue Geschichten, egal ob ich gerade Zeit dafür habe, oder nicht. Einmal sogar unter einer wichtigen Schulaufgabe… dafür hätte ich sie am liebsten gewürgt! Meistens ist es aber so, dass ich mir dann Zeit nehmen kann und mir ihre Geschichten und Erinnerungen anhöre, beziehungsweise miterlebe, was sie gerade wieder anstellt. Manchmal besucht sie mich, wie ich schon erzählt habe, im Traum. Dann während der Busfahrt, wenn ich zeichne, wenn ich Musik höre, wenn ich im Training meine Bahnen vor mich hinschwimme. Bei den Arbeiten, die bei uns zu Hause anfallen, wie zum Beispiel Abwaschen, oder bei der Kartoffelernte; Fyre schaut immer wieder bei mir vorbei.

Holla! Sie beansprucht Deine Aufmerksamkeit ja ganz schön heftig!
Eine ganz andere Frage, Michelle: Stell Dir vor, Du könntest in die Rolle einer Deiner Charaktere schlüpfen. Wer würdest Du gerne sein und vor allem warum?

Michelle: Ash. Ich würde einfach gerne einmal wissen wie es ist, in der Haut eines gut aussehenden Jungen zu stecken. Der allem Anschein nach immer alles bekommt, was er will und dem die Mädchen hinterherlaufen, wie eine Hühnerschar dem Hahn. Außerdem wäre es toll zu erfahren, was er eigentlich über Fyre denkt und ob er nicht doch ein klitzekleines Bisschen in sie verliebt ist. Außerdem wäre es klasse mal auszuprobieren wie es sich anfühlt, ein kleiner BadBoy zu sein, der seinen Willen bekommt, in dem er gefährliche Blicke abfeuert… Das wäre echt eine Sache!

Joa, das wäre es definitiv! Würde mir auch gefallen, einmal in den Charakter eines Mannes zu schlüpfen. *feixt vor sich hin*
Zum Abschluss habe ich ein kleines Zitat aus “Being Princess” für Euch, geneigte Leserinnen und Leser. Wenn ich diese Passage lese, muss ich unweigerlich vor mich hin grinsen, denn Fyre und Ash sind … ach was, lest es selbst! Das ganze passiert nach einer Kuss-Szene … :3
Fyre und Ash:

“Das war schon lange überfällig.”
“Findest du, Junge?”, fragte ich ihn neckisch und verschränkte die Arme vor der Brust, während ich nach Atem rang.
“Jetzt reicht´s.” Was meinte er damit?
“Alle mal hersehen, das ist der Beweis, dass ich kein JUNGE bin, sondern ein Mann!”
Was hatte er vor? Ich schnappte nach Luft, das war aber keine Nachwirkung von dem Kuss, sondern schiere Belustigung und Entsetzen zugleich. Er knöpfte doch wirklich seinen Hosenstall auf und präsentierte der Gesamten Menge seinen ähm… Juwelen.

(Zitat aus dem hier vorgestelltem Buch “Being Princess” von © Michelle Heitzer, aus Seite 179, Printsystem Medienverlag, Hildesheim, 1. Auflage August 2015)

Michelle, ich könnte mir vorstellen, dass Du, wenn Du Szenen wie diese schreibst, vor Dich hinschmunzeln oder gar laut auflachen musst. Kann das sein? Oder besser gesagt, wie wirkt sich das Schreiben grundsätzlich auf deine Gefühle aus? Erlebst Du alles intensiv mit, oder bist du eher der stille Beobachter?

Michelle: Ich erlebe es wirklich mit! Es ist, als würde ich in die Geschichte gezogen werden. Dann bin ich plötzlich ein Teil von Fyre, freue mich und weine mit ihr. Es ist schon oft passiert, dass ich, wenn ich vor mich hinschreibe, völlig in Trance, gar nicht wissend was ich tue, nicht ansprechbar und in Fyres Welt gefangen bin. Wenn ich wieder daraus auftauche, habe ich plötzlich zwanzig Seiten geschrieben und Lachtränen in den Augen. Ohne zu wissen, was eigentlich passiert ist. Oft war ich schon vollkommen verwirrt deswegen. Dann lese ich aber das Geschriebene durch und wundere mich darüber, wann das alles passiert ist. Ich muss dann einfach nochmal lachen! Diesmal als Außenstehender, weil Fyre mal wieder was vollkommen Hirnverbranntes angefangen hat, das ich, während ich die Textpassage schrieb, also Teil des Geschehens war, eher nicht so lustig gefunden hatte, weil es mir ja selbst passiert war.

Wohoho! Das hört sich absolut aufregend auf Michelle, Du bist also mittendrin im Geschehen. ^_^
Mensch, es war echt toll, dass Du hier warst! Ich habe mich sehr über Deinen Besuch gefreut! Du hattest ja keinen allzulangen Weg zu mir! *lacht* Ich wünsche Dir viele viele begeisterte Leser!

Michelle: Danke und ich habe mich gefreut wieder einmal bei dir zu sein. Es ist immer nett mit dir über Bücher zu plaudern. Auch wenn es dieses mal mein eigenes Buch war  ;D

Geneigte Leserinnen und Leser,

ich gehe dann mal und sehe nach, ob sich Ash seine Hosen wieder hochgezogen hat! *grinst über beide Ohren*

Euere

Ka, nicht kA 😀 😀