„Ich entführe Euch in die Welt der Elfen, von den Licht und Schwarzalben der nordischen Mythologie
bis zu Tolkiens unsterblichen Legolas und Shakespeares Oberon.
Mal flügellos, mal glitzernd, mal gut, mal finster, diese Naturgeister haben einfach alles drauf und inspirieren
seit Jahrhunderten Literatur, Film und Fantasie.“
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Geneigte Lesende,
heute knöpfen wir uns in „Mythologie mit Augenzwinkern“ die Spezies vor, die uns seit Jahrhunderten die heißesten Buchcharaktere beschert: die Elfen. Oder Elben. Oder Alben. Hauptsache spitze Ohren und jede Menge Drama im Gepäck. *mit den augenbrauen wackelt*
Wir treffen diese Naturgeister in den unterschiedlichsten Büchern und Filmen. Doch wo haben sie ihren Ursprung? Anders als die Feen, die vor allem mit der keltischen Überlieferung verbunden sind, finden wir die Elfen beziehungsweise Alben bereits in der nordischen Mythologie. In der „Edda“ ist unter anderem von Lichtalben und Schwarzalben die Rede.
Die Lichtalben wohnen in Álfheimr, einer oberirdischen Welt, während sich die Schwarzalben unter der Erde tummeln. Lichtalben werden als schöner als die Sonne beschrieben, Schwarzalben dagegen als schwärzer als Pech. Eine simple Einteilung in „gut“ und „böse“, wie wir sie heute vielleicht erwarten würden, lässt sich daraus allerdings nicht ohne Weiteres ableiten.
Im Laufe der Zeit veränderte sich das Bild der Elfen ohnehin gewaltig und unterschiedlichste Überlieferungen, Volksglauben und literarische Vorstellungen vermischten sich miteinander. So wurden ihnen beispielsweise auch Empfindlichkeiten gegenüber Eisen zugeschrieben. Ausgerechnet jenem Material also, mit dem Zwerge als Bergleute und Schmiede seit jeher eng verbunden sind. Dass Elben und Zwerge nicht unbedingt die allerbesten Freunde sein müssen, hat sich schließlich bis in die moderne Fantasy gerettet. Ich sage nur: Tolkien und „Der Herr der Ringe“. Was für ein tolles Werk.
Und irgendwann mischte natürlich auch William Shakespeare mit. In seinem wohl bekanntesten Stück „Ein Sommernachtstraum“ begegnen wir Oberon, dem König der Elfen! Das Ganze spielt zwar in Athen (jedenfalls in Shakespeares Original), doch was soll’s? Da man Elfen gewisse übernatürliche Fähigkeiten zuspricht, können wir durchaus davon ausgehen, dass sich Oberon überall herumtreiben kann. Egal ob irgendwo zwischen den Gestalten der nordischen Mythologie oder eben in „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare! *hihi*

Doch zurück zu Tolkien. In seinem *„Der Herr der Ringe“* spielen die Elben eine große Rolle, darunter auch oben genannter Legolas, einer der Gefährten. Legolas, der Frodo versprach, dass er für ihn – und sei es bis zum Tod – mit seinem Bogen einstehen würde.
In Tolkiens Welt sind Elben so gut wie unsterblich. Und wenn man bedenkt, dass der Autor Mittelerde mehr oder weniger erfunden hat, um seiner von ihm entwickelten Elbensprache eine „Heimat“ zu geben, dann holla die Waldfee aber auch!
Ich denke, dass Tolkien einen gewaltigen Beitrag dazu geleistet hat, wie wir Elben heute sehen. Wobei: Wenn ich „Elfe“ und nicht „Elbe“ lese, denke ich seltsamerweise immer an Feen. *headdesk*

Natürlich gibt es auch abseits von Peter Jacksons filmischer Umsetzung von „Der Herr der Ringe“ Filme, in denen Elfen eine Rolle spielen. Da wären zum Beispiel „Der Herr der Elfen“ oder „Strange Magic“. Okay, okay, Letzterer ist an Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ angelehnt. Irgendwie ist alles ein Elben-Elfen-Kreislauf! *lacht*
Und dann wären da natürlich noch die kleinen Helferlein des Weihnachtsmannes. Heutzutage spielen Elfen in unzähligen Weihnachtsfilmen eine tragende Rolle – zum Beispiel in „Santa Clause“ mit Scott Calvin als Santa. Von den schönen Lichtalben der Edda bis zu kleinen Weihnachtshelfern mit Zipfelmützen: Die Evolution der Elfen kann schon seltsame Wege gehen. 😉

Trotzdem! Ich muss schon wieder mit der Ähnlichkeit von Feen und Elfen anfangen. Könnte es nicht sein, dass es irgendwann einen gemeinsamen Ursprungsort für diese Naturgeister gab? Rein theoretisch natürlich! Von dort zogen die Feen und Elfen – sei es durch Völkerwanderung oder was weiß denn ich – in unterschiedliche Richtungen, tauchten in Skandinavien als „Alben/Elben/Elfen“ auf und schlugen als „Fee/Sidhe“ bei den Kelten ihre Zelte auf? Denn bedenkt: Auch bei den Feen gibt es Dunkle und Lichte, die Seelie und die Unseelie! *wahhhh* Ich werde noch wahnsinnig!
Seid mal ehrlich, wir stellen uns doch in unserer Fantasie sowohl Feen als auch Elfen als mit zarten, glitzernden Flügeln ausgestattete Wesen vor! Hallo? Selbst die Zahnfee hat Flügel! Und seht euch dazu auch das Bild „Titania findet am Strand den Zauberring“ von Johann Heinrich Füssli an. Dann werdet ihr sehen, dass sogar Titania – die Elfenkönigin – sehr zarte, durchscheinende Flügel hat! Es gibt Parallelen, da beißt die Maus keinen Faden ab.

Johann Heinrich Füssli: „Titania findet am Strand den Zauberring“
Quelle: Wikimedia Commons / The Yorck Project · gemeinfrei
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Okay, okay, die paranormale und fantastische Literatur belehrt uns in Sachen „Flügel“ durchaus auch anders! Legolas ist nur ein Paradebeispiel für einen flügellosen Elben. Adam Black hingegen ein Paradebeispiel für einen flügellosen Feenmann! Flügel hin oder her, die beiden machen was her …
In diesem Sinne,
Ka
P.S. Na, neugierig, welche anderen mythologischen Abenteuer ich noch ausgegraben habe? Alle bisherigen Beiträge dieser Kategorie findest du hier – mit einem Augenzwinkern garantiert. —> Klick „Mythologie mit Augenzwinkern: Von Vampiren bis Gargoyles – Mit einem Klick durch die Wunderwelt!“ Oder wenn du direkt mehr über Feen wissen möchtest: In „Von Feen und dem fehlenden Glitzerstaub“ gehe ich den Feen etwas tiefer auf den Grund.

Hinweis zu den Buch- Filmabbildungen:
Die in diesem Beitrag abgebildeten Buch- und Filmcover dienen ausschließlich redaktionellen Zwecken und der Veranschaulichung der vorgestellten beziehungsweise empfohlenen Bücher.