„Von Pythia und geheimnisvollen Dämpfen in Delphi bis hin zum modernen Gummibärchen-Orakel:
Weissagungen waren schon immer nebulös, rätselhaft und ein bisschen verrückt.
Wer braucht schon Klartext, wenn es so viel Rauch, Feuer und göttliche Intrigen gibt?“ 😏
Geneigte Lesende,
ich möchte ein wenig orakeln. Orakel kommt aus dem Lateinischen und heißt so viel wie „Sprechstätte“. Schlägt man im Fremdwörterbuch nach, findet man zusätzlich zu dieser Erklärung, dass mit Orakel eine Stätte gemeint ist – besonders im antiken Griechenland – wo Priester(innen), Seher(innen) o. Ä., Weissagungen verkündeten oder rätselhafte, mehrdeutige Aussagen machten. Ein Orakel ist also etwas, das eher nebulös, rätselhaft oder auch undurchschaubar in seinen Äußerungen ist.
Berühmtestes Orakel ist wohl das Orakel von Delphi, das spätestens seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. eng mit dem Kult des Apollon verbunden war. Apollon ist neben diversen anderen Jobs als Gott auch noch der Gott der Weissagungen und der Künste. Er gehört zur Riege der Hauptgötter des griechischen Pantheons. Aber das wissen wir spätestens seit Sherrilyn Kenyons „Dark Hunter“ Reihe! Von der „Dark-Hunter“-Reihe sind übrigens – trotz über 30 englischer Originalbände – bis heute leider nur 18 Hauptbände ins Deutsche übersetzt worden! Hier zu sehen der erste Teil „Magie der Sehnsucht“ und der 18. Teil „Herrin der Dämmerung“ …

Überlegt, auch in Filmen wie z. B. „Matrix“ mit Keanu Reeves oder „Riddick – Chroniken eines Kriegers“ mit Vin Diesel spielen Orakel eine Rolle. Aber wie ging so ein „Orakelsprechen“ von dannen? Ganz schön undurchsichtig, das Ganze, das kann ich Euch sagen.
Pythia, die Priesterin des Apollon und sein menschliches Sprachrohr, bereitete sich zunächst rituell auf die Befragung des Orakels vor. Dazu gehörte unter anderem die Reinigung in der heiligen Kastalischen Quelle. Anschließend nahm sie im Tempel des Apollon ihren Platz ein und verkündete die Weissagungen.
Und jetzt wird es nebulös – im wahrsten Sinne des Wortes! Seit der Antike rankt sich nämlich die Vorstellung um Delphi, Pythia sei durch Dämpfe beziehungsweise ein pneuma, das aus dem Untergrund aufstieg, in ihren besonderen Zustand versetzt worden. Lange wurde darüber gestritten, ob es diese ominösen Dämpfe überhaupt gegeben haben konnte. Moderne geologische Untersuchungen fanden tatsächlich Verwerfungen unter dem Gebiet und Hinweise auf Gase in den dortigen Quellen. Ob diese aber wirklich dafür verantwortlich waren, dass Pythia in Trance geriet? Nicht eindeutig geklärt.
Aber nehmen wir jetzt einfach mal an, dass da tatsächlich irgendwelche berauschenden Dämpfe aufstiegen – mitten hinein in Pythias zartes Näschen. Ich sag‘ jetzt einfach mal zartes Näschen, es könnte auch ein mords Zinken gewesen sein, doch dies kann ich an dieser Stelle nicht einwandfrei nachweisen, weil sowohl ein zartes Näschen als auch ein mords Zinken im Strudel des Raum-Zeit-Kontinuums verschwunden wäre, ist oder so. Ähm, ja ….
Aber hey, vielleicht wussten die alten Griechen damals schon ob der berauschenden Wirkung von Cannabis? Silphium – Das antike Lustkraut kannten sie jedenfalls bestimmt. Außerdem könnte es ja sein, dass Hestia zusammen mit Thanatos, dem Gott des Todes, unterhalb der Erdspalte in Thanatos Reich saßen, sich ordentlich an einem Doobie gütlich taten um so für Pythia weissageförderlichen Rauch zu erzeugten? *höhöhö*

Ansicht auf die Ruinen des Tempels von Delphi.
( Public Domain Picture )
Nicht umsonst habe ich von nebulös gesprochen. *hust* Berauschende Dämpfe umschmeicheln die Sinne, verführen zu Aussagen die noch nebulöser und rätselhafter sind als die Dämpfe, die da aus dieser Erdspalte heraufsteigen. Und dann auch noch die Göttin Hestia, die idealerweise für den Familien- und Staatsherd verantwortlich ist! Wie passend, oder? Wasser, Herd, Feuer, Rauch – und schwupp – entsteht ein trübes Süppchen, welches sich Weissagung nennt.
Jetzt könnte ich noch mit den Sibyllen, also den Prophetinnen der Antike, weitermachen. Eine delphische Sibylle erhielt sogar einen Stammplatz auf Michelangelos berühmter Decke in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan. Und wo wir gerade bei Prophetinnen sind: Natürlich darf Kassandra nicht fehlen. Sie war zwar keine Sibylle, dafür aber eine der berühmtesten Seherinnen der griechischen Mythologie. Ihr besonderes Pech: Sie konnte das kommende Unheil voraussehen – nur glauben wollte ihr niemand.
Doch jetzt wird es noch … süßer! Es gibt ein Orakel, welches ich unbedingt noch vorstellen möchte. Es ist aus unserer modernen Zeit und nennt sich „Das Gummibärchen Orakel“. Der Orakelmeister ist niemand anderes als Dietmar Bittrich, der dieses besondere Orakel *hihi* in einem Buch manifestiert hat …

Na, neugierig, welche anderen mythologischen Abenteuer ich noch ausgegraben habe? Alle bisherigen Beiträge dieser Kategorie findest du hier – mit einem Augenzwinkern garantiert. —> Klick „Mythologie mit Augenzwinkern: Von Vampiren bis Gargoyles – Mit einem Klick durch die Wunderwelt!“
Bis zum nächsten Mal bei „Mythologie mit Augenzwinkern“.
Howgh, Ka das Orakel hat gesprochen!

Hinweis zu den Buchabbildungen:
Die in diesem Beitrag abgebildeten Buchcover dienen ausschließlich redaktionellen Zwecken und der Veranschaulichung der vorgestellten beziehungsweise erwähnten Bücher.
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