Blog Hektor

Wenn Frustfuttern auf feuerspeienden Drachen trifft

  • 26. November 2025

Schokocookies in der Hand,
Drama im Kopf und Hektor im Nacken – Lesetage deluxe!

Unlängst …

„Boah! Ich glaube, dieses Buch kann ich nicht mal ansatzweise fertig lesen! Sorry, aber es geht nicht.“ Frustriert springe ich aus meinem Sessel, lege den eBook-Reader auf den Beistelltisch und stampfe genervt in die Küche, um mir einen meiner frisch gebackenen Frust-Futter-Schokocookies zu genehmigen. „Grrrrrr, bei solchen Geschichten bekomme ich Aggressionsfurunkel!“, poltere ich weiter herum und rufe durch mein Gezeter meinen allgegenwärtigen Bücherdrachen auf den Plan.
„Ka! Was ist dir denn über die Leber gelaufen?“, fragt er auch schon und macht sich klein, um durch die Tür in die Küche zu gelangen. Deutlich höre ich ihn genießerisch schnuppern, da der Duft der Cookies in der Luft hängt.
„Mhmmmm, Schokoladen-Cookies“, er leckt sich über die Lippen und blinzelt mir euphorisch zu. „Bekomme ich auch was ab, oder futterst du sie wieder alle selbst?“, fragt er auch schon.
„Waff? Wann wäre denn daff gewefen?“, nuschele ich mit vollen Cookiebacken.
„… als du das letzte Mal miese Laune hattest, weil der Postbote das Buch, auf das du seeehnsüchtig gewartet hast, nicht gebracht hat! Ich meine mich zu erinnern, dass es ein Historical mit einem Highlander war. An dem Tag ging ich leer aus“, mitleidheischend sieht mich Hektor an.
„Ist ja schon gut, nimm dir welche! Besser ist es, dass ich die doppelte Menge gebacken habe, denn mein Frust ist dieses Mal enorm“, beherzt stecke ich mir den restlichen Keks in den Mund.
„Weißt du, ich ärgere mich darüber, dass ich auf einen Klappentext und gute Rezensionen hereingefallen bin.“ Fragend sieht mich Hektor an. „Um welche Geschichte geht es denn?“

„Um eine Milliardärsgeschichte. Ich weiß, du magst Bücher dieser Art nicht, aber ich wollte mal wieder einen auf der Matte haben. Nur dass DER sich als Unsympath entpuppt hat. ER wollte bereits im Prolog die Heldin – aus sexueller Lust, versteht sich – würgen. Und SIE, heiliges Kanonenrohr aber auch, sie ist ein total verhuschtes Häschen, das sich vor lauter ‚OMG! Ist er nicht gutaussehend? Was für ein attraktiver Mann. Welch optischer Augenschmaus. Er darf alles mit mir machen. Ein wahrer Gentleman.‘ gar nicht mehr einkriegt. Bei „Gentleman“ musste ich übrigens würgen, denn als solchen hatte ich ihn nicht empfunden. Ich darf gar nicht daran denken, sonst schwillt mir gleich wieder der Kamm!“

Und schon wandert ein weiterer Keks in meinen Mund, mit dem Ziel, mich ins Nirvana der schokoladigen Glückseligkeit zu katapultieren.
„Du weißt ja, dass ich nicht unbedingt ein SoG-Fan bin, Hektor. Aber hey, gegen diese Heldin ginge Anastasia glatt als Boudicca durch!“, mit einem kerkertiefen Seufzer schnappe ich mir Cookie Nummero drei. Langsam merke ich, wie sich in mir schokowonnige Zufriedenheit ausbreitet.
„Jetzt noch ein süßer, starker Espresso, serviert bitte von Mike, seines Zeichens Mitglied des Elite-Escort-Services und dann noch … hmmm, lass mal überlegen … ein Tanz mit André (KLICK), übrigens ein Kollege von Mi…“, ein heftiges, dunkles Grollen unterbricht meine protagonistische Schwelgerei. Und das knapp bevor ich ins Nirvana der Glückseligkeit eingetreten wäre. Rein mental, versteht sich.
„Hektor! Ich war so kurz“, mein Zeigefinger und Daumen deuten den Abstand von ca. einem Zentimeter an, „davor, mein privates Nirvana zu erreichen, bevor mich dein infernalisches Knurren daran gehindert hat.“

Hilfe! Rauch dampft nicht nur aus Hektors Nüstern, sondern auch aus seinen Ohren, und ich mag euch gar nicht erzählen, aber ich MUSS erzählen, dass er mir seine mit riesigen, scharfen Zähnen bestückten Kauleisten entgegen fletscht.
„Was ist mit dir? Habe ich dir zu viel vom Milliardärs-Buch erzählt oder hast du vielleicht nicht genug Kekse gegessen?“, versuche ich mein Glück.
Mit einem vernichtenden Blick auf mich und nach einem beherzten Griff zur gut gefüllten Cookie-Dose dreht sich Hektor um die eigene Achse, wobei sein Schwanz mich getroffen hätte, wenn ich nicht geistesgegenwärtig darüber gesprungen wäre, und stürmt zur Tür hinaus.
„Frau! Du treibst mich noch zur Weißglut. Und glaub mir, das willst du nicht erleben. Halte mir in Zukunft diese Escort-Fuzzis vom Leib, sonst … sonst ….“ Immer leiser wird Hektors grollende Stimme, als er diesen Abgang, der sich gewaschen hat, hinlegt, und runter in seine Drachenhöhle poltert.

Versteh einer diesen Drachen und von wegen Escort-Fuzzis, man darf wohl noch in Erinnerungen an deren Besuch im HeldenSalon schwelgen, um ekelhafte Milliardäre aus dem Lesegedächtnis zu bekommen! Da lob ich mir doch die Jungs vom Elite-Escort-Service von Ria Wolf – die wissen wenigstens, wie man mit Frauen umgeht. YUMMI!

Es grüßt – die mal wieder vom Drachen zerrupfte –

Ka

© Ka, Meine tägliche Dosis vom 26.11.2025. Alle Rechte (und Drachen) vorbehalten.

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