Blog Kas Tatsachenbericht

Warum ich Bücher nicht von oben betrachte

  • 23. Januar 2026

Ich tauche ein, lebe zwischen den Seiten, verliere mich – und erzähle,
was Bücher mit mir machen.

Zu emotional? Ja, genau so ist es gedacht.

Geneigte Lesende!

Irgendwie schreibe ich keine „objektiven“ Rezensionen.
Nicht, weil ich es nicht könnte, sondern weil ich die Gefühle, die beim Lesen entstanden sind, nicht – wie ich finde – ordentlich verpacken kann, wenn ich rein objektiv über ein Buch berichte.
Objektivität setzt Abstand voraus. Eine gewisse Vogelperspektive. Man steht über den Dingen, betrachtet fiktive Charaktere wie Spielfiguren auf einem Brett, wägt ab, analysiert, urteilt.

Das mag bei wissenschaftlichen Texten hervorragend funktionieren, wie z.B. bei Abhandlungen über die Nahrungsaufnahme von Einzellern – übrigens geschiet dies meist durch Endozytose – also die Nahrungsaufnahme. *gnihihihi* Die darf/muss man sezieren, auseinandernehmen, nüchtern bewerten. Gefühle würden dort nur stören. Definitiv!

Aber Bücher, die von Leidenschaft erzählen, von Begehren, Schmerz, Hoffnung, Liebe, Angst oder all dem wilden Zeugs dazwischen – die lassen sich nicht von oben herab betrachten. Zumindest nicht von mir.
Ich bin in diesen Fällen nicht nur Beobachterin.
Ich bin Bewohnerin.
Denn wenn ich lese, ziehe ich eine Geschichte nicht nur aus dem Regal. Ich ziehe ein. Mit Sack und Pack. Ich lebe zwischen den Seiten, stolpere über Gefühle, bleibe an Sätzen hängen, verliere mich in Blicken, Dialogen, Momenten. Manchmal bin ich verliebt. Manchmal verwirrt. Manchmal emotional ruiniert um drei Uhr nachts, während der Wecker bereits drohend in der Zukunft lauert.
Und manchmal ist das, was ich lese, einfach nur Bullshit. Doch selbst dann hat das Gelesene Gefühle, Emotionen geweckt – wenn auch negative. *grinst frech*

Meine Rezension ist also ein persönlicher Blick von innen heraus. Bücher voller Leidenschaft, Sehnsucht oder Schmerz kann ich nicht behandeln wie neutrale Texte. Bücher fordern meine Beteiligung. Und wenn ich mich einlasse, dann ganz.
Es geht mir um Nähe statt Distanz. Um Erleben statt Abhaken. Lesen ist für mich immer persönlich und  in diesen Momenten, lebe ich in der Buchwelt.

Und wenn ich darüber schreibe, dann erzähle ich davon, wie es war, dort gewesen zu sein. Die Vermutung liegt nahe, dass es vielen von euch Lesenden da draußen auch nicht anders geht …

Ka

P.S. Hmmm, vielleicht sollte ich mich mal eine Gegenüberstellung machen. Eine objektive und eine subjektive Rezension. Das sollte ich im Hinterkopf behalten. *lacht*

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