Blog Hektor

Von Vollhonks und deren Prügel

  • 17. Dezember 2019

Hektor war mal wieder zugegen, geneigte Leserinnen und Leser … :3

„So ein Bullshit! Die können doch nicht einfach, nachdem sie Sex miteinander hatten zu ihr sagen, wenn sie nicht spuren würde, würden sie sie draußen an Pfosten festbinden und so lange auspeitschen, bis ihr ganzer Körper von roten Striemen überzogen sei. Solche Vollhonks!“, fluchend lege ich das Buch zur Seite das mich, noch bevor ich ein einziges Wort davon gelesen hatte, so begeistert hatte. Hatte. Hatte. Hatte! Nun, von der anfänglichen Euphorie ist nicht viel übrig geblieben. „Boah! Ich kann solche Kerle nicht ab …!!!!“
„Um welche Vollhonks handelt es sich, Ka? Soll ich ihnen auf den Pelz rücken?“, lautlos hat sich Hektor an mich heran geschlichen. „Ahhh, ich verstehe! Du ärgerst dich gerade über die Charaktere in diesem Buch“, wissend lässt er seinen Blick über den Titel gleiten.
„Und wie, Hektor! Wenn die Geschichte wenigstens gut erzählt wäre. Aber nein, der Handlungsbogen zieht sich wie Kaugummi und ich frage mich die ganze Zeit, wann endlich etwas passieren wird. Das die männlichen Geschlechtsteile als Prügel tituliert werden ist auch nicht grade hilfreich. Himmel, es gibt Charaktere, die würde ich am liebsten mit Schmackes gegen die Wand klatschen!“
Ein breites, fast an ein Zähnefletschen erinnerndes Grinsen, breitet sich auf Hektors Drachengesicht aus. „Prügel also? Also wenn ich in meiner menschlichen Gestalt bin, kann ich durchaus mit einem … „, schnell verschluckt er die letzten Worte, räuspert sich umständlich und ich kann regelreht hören, wie er versucht ein polterndes Lachen zu unterdrücken. Das würde ihm jetzt schlecht bekommen, nicht nachdem ich von dieser Geschichte so enttäuscht bin. Um Gleichmut bemüht, setzt er fort: „Nun gut, solange du mich nicht an die Wand klatscht, Kleines …“
Belustigt lasse ich meinen Blick über seine große Drachengestalt gleiten. „Würde sich als etwas schwierig erweisen, Hektorlein. Um dich zu stemmen bedarf es mehr als meine Wut auf fiktive Charaktere und unpassende Ausdrücke. Aber mal ehrlich, ich würde gerne in ein Buch hinein schlüpfen. Den ein- oder anderen Kopf zurecht stutzen oder üblen Antagonisten den Marsch blasen. Das wäre was Feines.“ begeistert lasse ich die Bücher Revue passieren, die ich definitiv besuchen wollen würde. Und das sind nicht Wenige, das könnt Ihr mir glauben. „Aber NEIN! Klein Ka darf das nicht. Derweilen würde ich es mir sooooo gerne in einem historischen LiRo bequem machen, der in den Highlands spielt, vorzugsweise.“
„Solange du deine Blicke nur über die Highlands und nicht die Highlander gleiten lässt, spricht nichts dagegen, Ka. Dennoch, was nicht ist, kann noch werden“, schließt Hektor reichlich kryptisch den Satz, bevor er mit schwingendem Drachenschwanz zurück in seine Drachenhöhle geht. Natürlich nicht, ohne vorher einen Abstecher in die Speisekammer zu machen, um sich eine der übrigen Plätzchendosen zu schnappen. Er ist sehr sehr gründlich, wenn es um das Vertilgen der Kekse geht.
Amüsiert rufe ich ihm hinterher: „Hey, Hektor! Wenn du so weiter machst, schlägt sich deine Arbeit als Cookienator auf deinen Bauch! Vom Hüftgold ganz zu schweigen …!“ Womit ich nicht gerechnet habe ist seine freche Antwort: „Du kannst mir dann ja beim Abarbeiten helfen, Kleines!“ Bis zu mir in die Bibliothek hinein ist sein grollendes Lachen zu hören.