„Letzte Woche habe ich mich den Kentauren gewidmet; Mensch oben, Pferd unten, Chaos garantiert!😳
Von Ixion und Wolke Nephele bis zu Chiron und Hogwarts: die wilden Mischwesen sind mal lüstern,
mal weise, aber immer ein Augenschmaus. Wer kann da schon widerstehen?“
Geneigte Lesende,
letzte Woche habe ich einen tiefen Blick ins Thema Satyr gewagt und bereits zu dem Zeitpunkt den Wunsch gehegt, es beim Kentaur (eingedeutscht Zentaur) genauso zu machen! Schließlich ist er – so leid es mir für den Satyr auch tut – optisch ansprechender. Und das Auge isst mit. Zwar nicht immer, aber immer wieder :3 Das liegt schon am stattlichen Unterkörper des Kentaur/Zentaur!
Wenn Mensch auf Pferd trifft – der Amphibolische Eindruck
Wenn ich recht überlege, hörte sich das jetzt total amphibolisch an! Doch weit gefehlt, ich meinte damit tatsächlich seinen Unterkörper, der der eines Pferdes ist! Oben Mensch, unterhalb des Rumpfes Pferd. Doch woher kommt eigentlich der Mythos des Kentaur?
Der Kampf eines Kentaur mit wilden Tieren.
Wobei man sich die Frage stellendarf, wer gerade „wilder“ ist …
Das Mosaik stammt aus der Villa Hadriana
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Der Ursprung des Kentauren – oder wie Wolken Kinder kriegen
Ursprünglich findet man den Kentaur in der griechischen Mythologie. Allem Anschein nach soll er das Ergebnis eines (oder mehrerer :3) Stelldichein zwischen König Ixion und einer Wolke namens Nephele sein, die wie Zeus’ Gattin Hera aussah! Der Grund dafür ist schnell erklärt: Das Ekelpaket Ixion hatte Hera auf einem Fest schamlos belästigt, woraufhin Zeus seiner Gattin geraten hat, einer Wolke ihr Aussehen zu geben. Diese Wolke, die Ixion im Weinrausch „beglückte“, hieß Nephele. Ich frage mich nur, warum Göttervater Zeus so einem Sack überhaupt Unsterblichkeit verliehen hat, sodass er später bei einem olympischen Gelage Hera blöd von der Seite anbaggern konnte? Hallo, der Kerl hatte vorher den Vater seiner Braut in eine Grube mit heißen Kohlen geworfen, nur weil er dem Brautsvater das „Brautgeld“ nicht zahlen wollte. Na, das nenne ich mal ein Schätzelchen! Verstehe einer die Götter!
Ich will es höflicher ausdrücken: Der Vater der Kentauren hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert! Wie dem auch sei, dieser Wolke-Ixion-„Liaison“ entspringt Kentauros, und selbiger zeugte nun mit Stuten des Magnesias, die frisch und fröhlich am Berg Pelion herumgaloppierten, die Kentaure. Aber die griechische Mythologie wäre nicht die griechische Mythologie, wenn man sich dessen wirklich einig wäre. Es könnte nämlich genau so gut sein, dass alle Kentauren in direkter Linie von Ixion und Nephele abstammen. Himmel, Arsch und Zwirn, kann ich da nur sagen, die beiden hatten dann allerdings ordentlich was zu tun. Ich habe nachgelesen, dass es wohl über neunzig Kentauren in der griechischen Mythologie gibt! Versteht mich nicht falsch, ich spreche von der griechischen Mythologie, nicht vom paranormalen oder fantastischen Genre! Wobei es da natürlich Parallelen gibt! schmunzelt Es sei mir bitte verziehen, sollte ich mich bei den über neunzig Kentauren verzählt haben. Aber bei dem Angebot verliert man schon mal den Überblick, vor allem dann, wenn man im Kopf hat, dass diese alle von einem Paar – okay, einem unsterblichen Paar – gezeugt worden sein könnten. miep
Chiron unterrichtet den jungen Achilleus, hierbei handelt es sich um
das Bild eines Freskos vom Herculaneum …
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Baby-Chiron: Pferd plus Linde
Weil wir gerade bei der griechischen Mythologie sind! Ihr kennt sicherlich Percy Jackson, die fünfbändige Buchreihe von Rick Riordan, oder? In dieser Reihe findet man zum Beispiel Chiron. Wobei Chiron zwar ein Kentaur ist, aber keiner, den Kentauros gezeugt hat, sondern Kronos – einer der Titanen – selbst! Kronos hatte sich in ein Pferd verwandelt, um Sex mit Philyra zu haben! Jahaaaa, wäre er nämlich als Kronos dort aufgetaucht und womöglich entdeckt worden, hätte ihn seine holde Gattin Rhea ordentlich eine mit dem Nudelholz übergebraten! Oder was auch immer eine gelackmeierte, griechische Titanin so treibt, wenn ihr titanischer Mann fremdgeht … dass Rhea die Schwester von Kronos war, das, geneigte Leserinnen und Leser, lassen wir an dieser Stelle lieber außen vor jirks Wie oben bereits erwähnt: Verstehe einer die Götter!
Philyra ist auch so eine „Mutter“. Erst steigt sie mit Kronos, in Form eines Pferdes, ins Bett und wundert sich dann, dass dabei ein Mischwesen herauskommt??? WTF! Was tut die Dame nach der Geburt, die maßlos über Chirons Erscheinungsbild enttäuscht ist? Rennt tatsächlich hin zu Göttervater Zeus und lässt sich in eine Linde verwandeln! IN EINE LINDE!!! Geht’s noch? Alleine wenn ich das lese, stellen sich mir alle Nackenhaare auf, und ich würde Baby-Chiron am liebsten an meine Brust drücken! So ein armer Kerl. Der Vater ein Hengst, die Mutter eine Linde …
Kentauren in Literatur und Popkultur – von Hogwarts bis Atlantis
Erinnert Ihr Euch an den Zentauren Firenze, der als Wahrsage-Lehrer auf Hogwarts unterrichtete (geschah in Harry Potter Band 5)? Oder die anderen Zentaure, wie zum Beispiel Ronan oder auch Bane! Wobei bei Bane der Name wohl Programm ist, lautet er in der Übersetzung doch „Fluch“. Und ich meine mich zu erinnern, dass Bane nicht gerade das war, was man „handsam“ nennt!
Man findet den Kentaur / Zentaur übrigens auch in der Heraldik, also der Heroldskunst bzw. Wappenwesen. Wenn nicht häufig, so ist er doch auch dort ab und an vertreten. Ihr wisst sicher, dass er meist Pfeil und Bogen bei sich trägt, und so gerüstet trifft man ihn auch auf Wappen an. Kein Wunder also, dass der Zentaur als „Sinnbild“ für das Sternzeichen des Schützen verwendet wird.
Charakterliche Eigenschaften: Wildheit, Ekstase & Weisheit
Gräbt man noch etwas tiefer, so sagt man diesem Mischwesen charakterliche Eigenschaften nach, wie zum Beispiel: Ekstase, Wildheit, Lüsternheit, aber auch Heilkunde, Gerechtigkeitssinn und Weisheit! Er soll, was das Lehren betrifft, auch sehr gut sein! Hier möchte ich nochmals Chiron erwähnen, der nicht nur Percy Jackson unterrichtet hat 😉 sondern auch den jungen Achilleus, wie man oben auf dem Herculaneum-Fresko sehen kann! Natürlich gibt es Zentauren auch in paranormalen Romances, wie zum Beispiel in der Atlantis-Reihe von Gena Showalter! Dort tummeln sie sich sowohl in männlicher als auch weiblicher Form.
Hmm, ich denke nach so geballter „Männlichkeit“, werde ich mich nächsten Mal der holden Weiblichkeit widmen, nämlich den Nymphen. :3 In diesem Sinne,
Ka
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Quellenangaben: Die Bilder von Kentaur, Chiron sind gemeinfreie Bilder, also Public Domain Pictures; Fundort: Wikipedia.









