„Das Gäubodenvolksfest hat Straubing wieder fest im Griff – und mich irgendwie auch.
Zwischen geklauten Krokodilen, stolzen Maßpreisen und Erinnerungen an viiiiele Festtage wird es Zeit für einen neuen Tatsachenbericht.“
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Am Eröffnungsabend des Gäubodenvolksfests in Straubing, Freitag, 7. August 2026, kamen ein paar offenbar ziemlich angeheiterte Festbesucher auf eine ganz besonders grandiose Idee: Sie schnappten sich kurzerhand ein Krokodil aus einer Geisterbahn. Kein echtes, versteht sich, sondern ein rund drei Meter langes und 50 Kilogramm schweres Exemplar aus Glasfaser. Wert: schlappe 5.000 Euro. Damit marschierten sie quer über das Festgelände Richtung Ausgang. Vermutlich in der Hoffnung, dass ein drei Meter langes Krokodil unter dem Arm nicht weiter auffällt. Weit kamen sie allerdings nicht, denn gegen 23:00 Uhr war Schluss mit lustig – die Polizei stoppte den ungewöhnlichen Krokodil-Ausflug.
Richtig gelesen, geneigte Lesende!
Das Straubinger Gäubodenvolksfest hat uns wieder. 2025 hieß das, dass 1,25 Millionen Gäste die kleine Gäuboden-Metropole *hihi* besucht und um die 680.000 Maß Bier bzw. Radler gedudelt haben. Himmel. Arsch und Zwirn, kann ich da nur sagen. Und danach wundert man sich über spazieren gehende Krokodile. *hüstel*
Vor viiiielen Jahren, so um die 1980er Jahre, waren es noch deutlich weniger Besucher (zwischen 500.000 und 700.000) und entsprechend geringer war auch der Bierkonsum. Versteht sich von selbst.
Was sich ebenfalls sehr deutlich geändert hat, ist natürlich der Bierpreis. Im Jahr 1980 zahlte man für eine Maß Festbier (1 Maß entspricht 1 Liter) in Straubing noch unter 5,00 Deutsche Mark (DM). In diesem Jahr liegt der Preis bei 13,30 Euro pro Maß. Das ist schon … Wucher, wenn ich das so sagen darf. Nicht, dass ich jemals eine Maß Bier auf dem Volksfest getrunken hätte, selbst dann nicht, als ich noch eine richtige Volksfesthupe war.
Und damit wären wir auch schon bei einem Begriff, den ich vielleicht kurz erklären sollte.
Volksfesthupe.
Das bedeutete: Dauerpräsenz. Ich habe keinen einzigen Festtag verpasst. Vom feierlichen Einzug am Eröffnungsfreitag bis zum Kehraus am letzten Montag hat man mich täglich auf dem Festplatz angetroffen. Nur gut, dass ich eine große Verwandtschaft hatte, die mir immer wieder wohlwollend Geld zugesteckt hat, sonst hätte ich mir diese ausgeprägte Form der Brauchtumspflege definitiv nicht leisten können. LOL
Heute sieht das etwas anders aus. Ich gehe aufs Volksfest – selbstredend in Tracht (Dirndl oder Lederhose mit Hemd und Weste) –, aber aus dem „täglich“ wurde zwei- bis dreimal. Man wird schließlich … vernünftig. Angeblich.
Ein Grund für mich ist, dass es die Gemütlichkeit verloren hat, die es früher hatte. Ja, man trifft immer noch Leute, die man seit Jahren nicht gesehen hat, und das ist wirklich schön, aber mir persönlich ist inzwischen zu viel los. Ich sage nur: 1,25 Millionen Gäste. Deswegen hat mich auch noch nie jemand aufs Münchner Oktoberfest gebracht. Und es haben durchaus schon Leute versucht. *lacht*

Was ich gerne mache, ist, mir die Ostbayernschau anzusehen. Heuer mit einer Mission: Ich möchte mir die Aussteller herauspicken, die Brotbacköfen präsentieren. Sollte mich tatsächlich einer anlachen und der Preis sein Übriges tun – wer weiß, vielleicht zeige ich euch dann in einem Blogbeitrag selbigen. Ich sehe mich innerlich ja schon Brotlaibe aus dem eigenen Ofen ziehen. Doch das, das steht noch in den Sternen. Und vermutlich auch ein bisschen auf dem Preisschild. Die Teile sind schweineteuer. *seufzt kerkertief*
Bis es so weit ist, werde ich weiter meine Tracht bügeln und polieren und mir überlegen, ob ich lieber meine Harley-Davidson-Schnürstiefel oder doch die kleinen, feinen Schnürstiefeletten zum Dirndl anziehen soll. Am bequemsten wären meine voll-ledernen Wanderschuhe, die schon einiges mitgemacht haben, von Kanada bis Tirol. Die wären definitiv volksfesttauglich. Ob sie allerdings auch dirndltauglich sind, steht auf einem anderen Blatt. Aber das ist mir schnurz-piep-egal. *hahaha*
In diesem Sinne
Ka, auch ehemals Volksfesthupe genannt.