TikTok-Erfolg wow oder nur nett?
In „Things We Left Behind“ von Lucy Score prallen Sloane und Lucian aufeinander:
mit Schlagabtausch, Lachgarantie und Gags, die teilweise über die Stränge schlagen.
Mein Fazit: spaßig, stellenweise vorhersehbar, aber definitiv ein Buchkino-Erlebnis der frechen (und sexy) Sorte.
Geneigte Lesende,
da ich nicht auf TikTok herumwusle, kann ich natürlich nur das wiedergeben, was auf dem Einband des Buches als Button verewigt ist, nämlich: „Der TikTok-Erfolg auf Deutsch!“ Ja, ich kann bis zu einem gewissen Maß nachvollziehen, dass das Buch boomte. Boomte deswegen, da es bereits 2023 erschienen ist.

Lucian Rollins ist ein skrupelloser Geschäftsmann, der sich vor nichts und niemanden fürchtet – bis auf vor Sloane Walton, der frechen Kleinstadt-Bibliothekarin, die Lucian gerade mal bis zur Brust reicht. Denn Denn Sloane und Lucian verbinden nicht nur verborgene Gefühle, sondern auch ein altes Geheimnis, das droht, Lucians Rachepläne zu durchkreuzen. Sloane kann Lucian nicht ausstehen, doch als sie in die Schusslinie gerät, weicht Lucian ihr nicht mehr von der Seite. Und nicht nur die Wortgefechte zwischen ihnen werden hitziger … (Quelle Klappentext und Cover: Forever, Ullstein)

Wie ihr wisst, sitze ich gerade in einer Pause, nämlich der sogenannten Fasten-Fucking-Kein-Buch-Kauf-Zeit fest! Alles nur wegen eines gewissen Bücherdrachen, den ihr gerne in diesem Artikel hier besuchen könnt —> Klick „Fastenzeit, ein Feuerlöscher, ein manipulativer Drache und ich oder voll einen an der Klatsche!“ Weswegen ich mir das Buch aus meinem SUB gezogen habe, sehr zum Leidwesen von SUBsi-Lou. Sie ist immer ziemlich angefressen, wenn ich ihren (MEINEN!!!) SUB dezimieren. Ich sage nur: „SUBsi-Lou und die Leiter des Wahnsinns“
Doch zurück zu „Things We Left Behind“. Wie bereits in einem vorherigen Beitrag erzählt, habe ich das „Knockmout“-Trilogie-Pferd von hinten aufgezäumt und – Vollhonk, der ich bin – den letzten Teil zuerst gelesen. Wie chaotisch kann man eigentlich sein? Egal, machen wir weiter. Ich lese also dieses Buch und spüre immer wieder Längen, und meine Gedanken sind: Holla, das hätte man durchaus um einiges straffen können. Ich glaube, ich habe selten so lange gebraucht, ein Buch zu lesen wie dieses hier. Nicht, weil es mir nicht gefällt, ich finde die Art und Weise, wie Lucy Score schreibt, durchaus unterhaltsam und witzig, doch einige Kürzungen hätten der Geschichte richtig gutgetan.
Ja, ich liebe Buchkino. Ihr kennt mich und wisst, dass das tatsächlich so ist. Es gibt tiefschüriges Buchkino und unterhaltsam geschriebenes Buchkino wie hier. Aber auch wenn „Things We Left Behind“ durchaus sehr unterhaltsame Momente hat, wirklich, wird in dieser Geschichte stellenweise etwas zu lange herumgeeiert, wodurch es an manchen Stellen an Schwung verliert. Jedenfalls ist das mein Eindruck. Und ja, durch meine Idiotie, zuerst den dritten Band zu lesen, fehlt mir natürlich der Bezug zu den Nebencharakteren, die bereits in den vorherigen Bänden ihre Auftritte hatten. Aber daran bin ich selbst schuld!
Ich mag Sloane und ich mag Lucian. Sie: eine leicht durchgeknallte Bibliothekarin mit ordentlich Holz vor der Hütte (ja, das ist sexistisch, ich weiß, aber es wird noch schlimmer *husterer*). Er: ein extrem erfolgreicher Berater von Politikern und solchen, die es werden wollen, mit einer ausgewachsenen Anakonda in der Hose, die einem beim Lesen immer wieder ins Gesicht springt, übertrieben gesagt, so wie Sloans Brüste.

Mehr will ich dazu gar nicht sagen … ihr wisst ja, übertrieben gesagt!
Aber trotz all der überdrehten Momente gibt es auch einen kleinen Knackpunkt: So unterhaltsam die Dynamik zwischen den beiden ist, so sehr wirken Gags ab eines gewissen Quantum nicht wirklich altersgemäß. Hört sich auf den ersten Eindruck vielleicht doof an, weil man auch mit 40 (Lucian) und ca. 38 (Sloane) witzig und spaßig sein kann. Aber manchmal ist es eventuelle ein wenig drüber, nicht für mich, ich mag die Vorschlaghammer-Humor-Variante durchaus, aber für andere Leser könnte das to much sein. Weniger wäre hier also mehr gewesen. Gerade, wenn man bedenkt, wie viel Raum das Buch insgesamt einnimmt. Zudem ist die Handlung stellenweise vorhersehbar und liefert ein „gut“ statt einem TikTok-„wow“. Wobei, was ist an „gut“ schon schlecht? Nichts, oder? Mann, da könnte man jetzt wieder eine disputatio drüber halten. *miep miep*
Was ich eigentlich sagen wollte: Ja, man kann das Buch kritisch betrachten oder einfach genießen. Ob der Hype allerdings gerechtfertigt ist bzw. war? Jein. Für Fans von spicy Romance mit viel Schlagabtausch und Drama funktioniert das Ganze jedoch ziemlich gut. Wieder diesese Wort *hihi* Wer allerdings erwartet, dass hier das Rad neu erfunden wird, könnte eher enttäuscht werden.
Das ändert aber nichts daran, dass ich mir, trotz aller Kritik, irgendwann auch den ersten und zweiten Teil „Knockmout“ aus meinem SUB ziehen werde, auch wenn ich jetzt natürlich komplett durchgespoilert bin. Aber das mag ich ja. LOL Und wer weiß? Vielleicht wirkt die Geschichte im Gesamtbild ja noch einmal ganz anders. Wie dem auch sei, eine Rezension dazu folgt definitiv in Kürze. *mit den augenbrauen wackelt*
Nachtrag: Von wegen in Kürze! *lacht los* Die Rezension ist inzwischen online gegangen, klickst du zu „Things We Left Behind“
Bis dahinne
Ka
PS: SUBsi-Lou ist übrigens stinksauer, weil ich gerade ihren SUB dezimiere. 😈 Wer SUBsi-Lou ist, könnt ihr hier in diesem Artikel nachlesen. —> KLICK „SUB – eine mythische Entität?“

Bildquelle „Anakonda samt Holz vor der Hütte“: Erstellt von Ka mit Hilfe einer KI