Spannendes

Sydney Stafford — Infidel

  • 29. September 2016

Infidel
Sydney Staffrod

Originaltitel: —
Verlag:
Books on Demand
ISBN:  978-3741261589
Erscheinungsdatum: September 2016
Genre: Military-Thriller

Teil einer Serie:

Klappentext

Was ist, wenn du plötzlich aufwachst und keinem mehr trauen kannst? Ist dein Gegenüber Freund oder Feind? Woher sollst du es wissen…
…wenn du dich nicht einmal mehr selbst kennst.
Bis jetzt glaubte Marc, er stünde auf der Seite der Kämpfer, doch plötzlich wird er selbst zum Gejagten. Und es kommt noch schlimmer.

Quelle: Sydney Stafford

Infidel

Kas Bewertung

Als Marc erwacht, ist er völlig desorientiert und kann sich an nichts mehr erinnern. Alles was in seinem Kopf herrscht, ist gähnende Leere. Er hat es Irfan Rahimi, einem Afghanen zu verdanken, dass er sich nun in dessen pflegender Obhut befindet. Marc trug nichts bei sich, das Licht ins Dunkle hätte bringen können, doch Irfan, ein ehemaliger Medizinstudent, ist guter Dinge, dass es sich bei Marc nur um einen temporären Gedächtnisverlust handelt. Als Stück für Stück Erinnerungsfetzen auftauchen, sollte Marc eigentlich froh sein! Allerdings offenbaren sich ihm dadurch Dinge, die nichts mit dem Ehrenkodex der Einheit der Kommando Spezialkräfte zu tun hat, in der er dient! Was dann beginnt, ist ein Wettlauf mit den immer stärker werdenden Erinnerungen und dem Bewusstsein, das etwas vor seiner Amnesie geschehen ist, das nicht nur die amerikanische Militärpolizei, sondern auch seine eigene Einheit auf den Plan ruft …

„Infidel“ von Sydney Stafford ist eine sehr spannende Geschichte, die einen zu packen weiß. Der Charakter des Marc Lehmann, ist dem Leser sofort sympathisch. Er ist nicht nur Soldat, er ist ein Mensch und als solcher trifft er auch Entscheidungen, die, wie soll ich sagen, menschlich sind und dadurch Dinge auslösen, die sich er im Vorfeld niemals hätte vorstellen können. Dieses „Menschsein“ wurde ansprechend in Szene gesetzt und man erlebt als Leser intensiv die innere Zerrissenheit, mit der sich Marc auseinandersetzen muss. Es passieren Dinge in seinem Umfeld, die sowohl den Protagonisten, als auch dem Leser ordentlich an die Nieren gehen. Mich persönlich, hat „Infidel“ an manchen Stellen zu Tränen gerührt, alleine durch die Wortwahl, mit der Sydney Stafford Emotionen in Szene gesetzt hat. Man fühlt sich mitten ins Geschehen hineinversetzt.

Positiv ist zusätzlich anzumerken, dass man während des Lesens spürt, das großer Wert auf die Recherche gelegt wurde  – wie auch bei Staffords anderen Büchern – was „Infidel“ Glaubwürdigkeit verleiht, da das, was geschieht, nicht an den Haaren herbei gezogen wirkt! Es gibt Szenen zwischen Marc und Irfan, die sind – inmitten dieses dramtischen Buches – sensibel und herrlich romantisch erzählt. Ja, natürlich könnte man an dieser Stelle sagen: Warum sind offensichtlich doch „einige“ 😉 der Soldaten in „Infidel“ schwul, aber da dieser Military-Thriller im Gay-Genre angesiedelt ist, liegt es in der „Natur der Sache“, dass dem so ist!

„Infidel“ zeigt – wie bereits das Buch „Der Omega Code“ – dass Sydney Stafford es nicht nur versteht mit Kurzgeschichten den Leser gekonnt zu unterhalten, sondern auch über eine Buchlänge hinweg. Einmal begonnen, fiel es mir schwer, es beiseite zu legen. So gingen zwei Nächte drauf, aber die haben sich definitiv gelohnt. Das mich das Wiedersehen mit Arne Seeliger sehr gefreut hat, muss ich an dieser Stelle, nicht explizit sagen. 😉 Wer also Lust auf eine Erzählung hat, in der Soldaten keine Übermenschen sind, in der Kameradschaft, Emotionen wie Freude, Trauer, Liebe, Lust, Freundschaft, Verlust eine große Rolle spielen, der liegt bei „Infidel“ richtig. 5 Punkte.

Kurz gefasst: Mit „Infidel“ betritt der Leser eine runde, in sich abgeschlossene Geschichte, die eine gehörige Portion Spannung, Aufregung und unterschiedlichste Gefühle transportiert.