Blog Gelegenheitslyrik

Schlaflosspirale

  • 18. Mai 2019

Schlaflosspirale

Vollmond hin und Lesen her.
Schlafen fällt mir derzeit schwer.
Anstatt ins Kissen mich zu kuscheln,
muss ich durch viele Seiten ruckeln.
Schau zwischen drin noch auf den Mond,
der sich so toll im Vollen sonnt.
Doch die Wolkendecke war zu fett,
das fand ich überhaupt nicht nett.
Die Moral von der Geschichte,
Ich geh los und schreib Gedichte.
Aber um des Schlafes Willen,
werde ich das Gedicht bald killen.
Drücke auf das Knöpfchen AUS,
und schmeiße mich hier selber raus.
Greife lieber noch zum Buch,
sonst entweicht mir glatt ein Fluch!
Das Buch, nehm‘ ich dann mit ins Bett,
dort finden beide wir`s adrett.
Und anstatt dann ein zu schlafen,
reis‘ ich im Buch nach Wilhelmshaven.


Treffe auf fiktive Charaktere,
über die ich mich nicht beschwere.
Danach geht`s weiter bis nach London,
wo ich begegne dem Apollyon.
Wenn ich dann noch munter bin,
wend‘ ich mich der Erotik hin.
Doch so laut, wie ich grad‘ gähne,
zeigt der Schlaf mir seine Zähne!
Vielleicht sollt‘ ich lieber schlafen,
Ohne London, Wilhelmshaven.
Verzicht ist jedoch ziemlich schwer,
weswegen ich ein Buch begehr‘.
So geht die Schlaflosspirale weiter,
Ist mein stetiger Begleiter.
Vollmond hin und Lesen her.
Schlafen fällt mir manchmal schwer.

— © Ka, Meine tägliche Dosis, Mai 2019

 

Bildquelle „Mond“ pixabay, unter der Lizenz CCO public domain picture