Blog Gelegenheitslyrik

Riechst Du ihn, den Herbst?

  • 31. August 2016

Geneigte Leserinnen und Leser,

manchmal fliegen mir Gedichte zu. Da reichen oftmals Eindrücke, die ich aus Büchern gewinne, oder einfach nur ein bestimmter Geruch. Was dann folgt ist ein gelegenheitslyrischer Schub, der sich folgendermaßen ausdrückt.

Trenner-Ranke
Riechst Du ihn, den Herbst?

Er kitzelte mich gestern an der Nase.
Aus frisch gepflügtem Acker stieg sein Duft empor,
So wohlig, dass ich mich in ihm verlor.
Zeigte auf, dass der Sommer zur Neige geht.
Während der Bauer die letzten Wiesen mäht.
Ich schloss die Augen und lies mich fallen,
In des Herbstes Geruch hinein ganz tief.
Erinnerungen wurden wach aus Kindertagen,
Als ich barfuß über die Äcker lief.
Als man in Rüben noch Fratzen hat geschnitzt,
Und ich mir aus Kartoffelfeuer die Knollen hab’ stibitzt.
So hat jede Jahreszeit, ihren besonderen Geruch.
Wühlt Erinnerungen auf, die man manchmal vergebens sucht …
Riechst Du ihn, den Herbst?Trenner-Ranke
© Ka August 2016
Herbst
(Bildquelle “Feld” pixabay.com, unter Lizenz CCO, puplic domain picture)