Blog Kas Tatsachenbericht

Rezensionen & Mehr

  • 14. Juni 2016

Geneigte Leserinnen und Leser,

Menschen, so wie ich, die Bücher lesen, Bücher vorstellen, Bücher rezensieren, tun dies aus einem einfachen Grund. Sie haben Spaß daran. So großen Spaß, dass sie einen großen Teil ihrer Freizeit – die mal mehr, mal weniger üppig ausfällt – dafür nutzen. Menschen, so wie ich, veröffentlichen das, was sie gelesen, rezensiert und kommentiert haben, natürlich auch. So werden Gedanken, Erinnerungen, Eindrücke, Gefühle die man von Geschichten bekommen hat „an die große Glocke“ gehängt und Interessierten zu gängig gemacht.

Manchmal stelle ich mir die Frage: Warum mache ich das überhaupt? Warum mache ich mir die Mühe und schreibe Rezensionen, schreibe Lesetipps oder Buchvorstellungen? Warum führe ich Interviews mit Autoren, mit Verlagsinhabern, mit Helden? Um unbezahlte Werbung für selbige zu machen? Auch wenn es – klar – im Gewissen „Werbung“ ist? Aber aus diesem Grund mache ich es sicher nicht! Dann ploppt die Frage auf: Mache ich es tatsächlich ‚nur‘ aus Spaß an der Freude? Ja, bis zu einem gewissen Grad. Doch da ist noch etwas mehr. Etwas, dass mir wohlige Freude beschert, etwas das mich im Laufe meiner langen Lesejahre nicht nur einmal ordentlich erschüttert, zu Tränen gerührt und schallend lachen ließ. Etwas, mit dem ich mich einfach unwahrscheinlich gerne beschäftige. Worüber ich leidenschaftlich gerne spreche, schreibe etc. Ja, ich mache das, weil ich mich auf diese Art und Weise länger mit etwas Schönem beschäftigen kann! Mit etwas, was in meinem Leben – und sicher im Leben vieler anderer –  einen gewissen Wert hat: Bücher.

Sie sind die Antriebsfeder hinter dem Ganzen. Sie sind diejenigen welchen, die mir erlauben einzutauchen, abzutauchen, mir erlauben, mich auf magisch gewobene Pfade zu begeben. Hinein in eine andere Welt. Die Bücherwelt, sie erlaubt es mir, ein klares Verbot auszusprechen. Ein lautes ‚Nein’ zu etwas, was tagtäglich um mich, um jeden von uns herum geschieht; dem Alttag. Ob diese Welt besser ist als meine? Sicher nicht grundsätzlich, denn ich liebe mein reales Leben. Obwohl so ein mächtig-magischer Drache ab und an schon was hätte *schmunzelt* Ein Leben ohne Bücher? Das wäre für mich wahrscheinlich so ähnlich wie für einen Fleischkater ein Leben mit Tofu-Weißwürsten. Ihr wisst, was ich meine. Denn natürlich würde es gehen, aber mir würde etwas immens abgehen … 😉

Klar, Bücher lösen keine Probleme, aber sie bereichern mein Leben, reißen mich durch manchmal regelrecht fantastischen Inhalt aus meinem Universum. Und das Ergebnis dieser temporären Flucht, tja, dass ist das, was sich dann schriftlich als Rezension, Artikel als Beitrag, den Weg nach außen bahnt. Ich finde es nur sehr sehr schade, dass es immer weniger Rezensionen zu geben scheint. Klar gibt es Buch-Ausreißer, die Rezensenten hinter sich haben, dass einem die Augen übergehen! Aber das sind nunmal nicht alle. Ich denke mal, bei diesen würde es gar nicht auffallen, wenn 20 oder 30 weniger Rezensionen zu einem Buch online gehen. Schlicht und ergreifend, weil es sooooviele Leser gibt, die etwas über ein Buch sagen wollen. Und bei den anderen? Tja, da fällt der Rückgang der Rezensionen ordentlich ins Gewicht.trenner-spiraleEigentlich sehr schade. Nicht nur, weil ich persönlich – auf der Suche nach neuem Lesestoff – meine Nase gerne in Buchbesprechungen stecke – sonder einfach auch, weil ein potentiell interessierter Leser unterschiedliches Input zum Buch einfahren kann. Je weniger Rezensionen, desto weniger Input bekomme ich als Leser. Allerdings geht nicht nur das Schreiben von Buchbesprechungen zurück – im gleichen Maße gehen die „Gefällt mir“-Klicks zurück, jedenfalls auf den Online-Plattformen, auf denen so etwas „knickbar“ ist. Natürlich stellt sich die Frage: Liest denn keiner mehr Rezensionen? Doch, das glaube ich schon, nur bekommt man kein bzw. kaum Resonanz zurück.

Und im gleichen Zuge stelle ich fest, dass ich mir – glaube ich – zu einem gewissen Maße vorstellen kann, wie sich ein Autor fühlt, der keine – oder nur auf eine Handvoll Rezensionen blicken kann. Das muss deprimierend sein. Natürlich dauert es eine gewisse Zeit, eine Rezension zu schreiben, doch wie lange dauert es ein Buch zu schreiben? Wie lange muss ein Autor seine Feder schwingen, um eine Kurzgeschichte, eine Novelle, ein ganzes dickes fettes Buch auf den Markt zu bringen? Und dann? Was passiert dann? Dann bekommt er kaum Rezensionen dafür? Hmmm, also ich … ich stelle mir das nicht schön vor. Auch wenn die Verkaufszahlen ansonsten passen ( Ganz unabhängig davon, dass sich viele Rezensionen sicherlich verkaufsfördernd auf einen Titel auswirken. 😉 ), so glaube ich, dass man als Mensch schreibender Zunft, nichtsdestotrotz auch anderweitiges Feedback bekommen möchte. Also mir ginge es glaube ich so. Es ist doch interessant zu wissen, warum eine Geschichte gut oder eben weniger gut angekommen ist. Nur daraus kann man lernen, einen Nutzen ziehen …

Ja, nun sind wir wieder beim Thema: negative Rezensionen. Vor kurzem habe ich seit ewigen Zeiten wieder eine geschrieben. Ich konnte einfach nicht anders, weil ich es so schade finde, dass eine Geschichte, die von der Idee her passen würde, einfach daran scheitert, dass man dem Buch anmerkt, dass es am Lektorat, an der Korrektur fehlt. Wenn man merkt, dass aus dem Buch einiges mehr hätte heraus gekitzelt werden können. *seufzt* Egal, zurück zu den negativen Rezensionen. Wobei hier „negativ“ bei manchen Autoren schon ab 4 von 5 Sternen angeht. Warum ich das weiß? Weil man als Rezensent natürlich mit Verlagen und Autoren kommuniziert. Bei solchen Dingen folgt Schlag auf Schlag eine weitere Frage: Hängt das Nachlassen der Rezensionen auch damit zusammen? Haben Rezensenten schlicht und ergreifend keine Lust, sich darüber rechtfertigen zu müssen, warum sie anstatt der vollen Punktzahl weniger gegeben haben? Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht, geneigte Leserinnen und Leser.

Was ich weiß ist, dass es schade ist und was auch immer der Grund für den Rückgang von Rezensionen ist, es geht auf Dauer auf Kosten der bunte Vielfalt selbiger. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass der Leser des Lesens überdrüssig wird und in der Folgerung, dem Schreiben von Buchbestprechungen? *grübelt* Heutzutage, kann jeder ein Buch veröffentlichen. Doch nicht jedem liegt es, ein Buch zu schreiben, aber das ist ein anderes Thema … ^^

Ihr seht, Bücher können für vieles eine Triebfeder sein – selbst für Überlegungen, für Gedankengänge wie diese eben. Drum gehend hin und lesed und schreibt auch Rezensionen! :3 Schließlich will ich darin baden können und massenhaft andere Leser sicherlich auch, von den Autoren ganz zu schweigen *lacht* In diesem Sinne …

Ka