Blog Gelegenheitslyrik

Rache

  • 13. November 2025

Liebe wird zu Asche, Vertrauen zu Treibsand,
die Rache trägt das Gesicht derer,

die sie hegen. Ein Gedicht für dunkle Gedanken und
passend zum triest-nebligen November-Wetter.

Rache
Sie schleicht sich ein ins Gemüte der Mannen,
trägt Sorge, die Liebe von dort zu verbannen.
Ein steter Begleiter wird die Rache nun sein,
hält ab Euch Narren von des Feuers Schein.

Sie wächst in Nächten lautlos zu finstrer Pracht,
bettet sich in Träumen und raubt Euch die Macht.
Sie sät tiefe Zweifel, stürzt Vertrauen in Treibsand
und hinterlässt am Morgen nur kaltes, ödes Land.

Sie nährt sich von Schwüren, von Zorn und von Leid,
verwebt Eure Seelen in finsterste Zeit.
Was einst war ein Herz, das in Liebe erblüht,
verwelkt nun im Schatten, von Hass durchglüht.

Und wenn Ihr dann glaubt, sie sei endlich besiegt,
wird sie lächelnd verweilen, wo Ihr Euch wiegt.
Denn Rache, so leise, vergisst Euch nicht —
sie trägt Euer Antlitz im eigenen Gesicht.

Drum seht in den Spiegel und denkt stets daran:
dass keiner der Rächenden je wirklich gewann.
Sie bindet Euch ewig an Schmerz und an Nacht,
bis das letzte Lächeln in schwarzer Asche lacht.

© Copyright 13.11.2025 by Ka, Meine tägliche Dosis.
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