„Pool einwintern? Können wir. Machen wir schließlich seit Jahren.
Was soll da schon groß schiefgehen?
Nun ja. Sagen wir es so: Alles, was schiefgehen konnte, lief schief.
Und als wir endlich fertig waren … waren wir es natürlich nicht.“
🖤
Geneigte Lesende!
Ich muss euch das unbedingt erzählen, denn das, was heute alles beim Pool-Einwintern schieflaufen konnte, lief schief. Und das, obwohl wir das schon seit Jahren praktizieren. An dieser Stelle stellt ihr euch sicherlich die Frage, warum wir im August den Pool schon eingewintert haben? Grund: Die Wetterprognosen sind einfach zu schlecht und ich friere mir beim Poolen ungern den Ar… ähm, den Popo ab – ich bin eben eine absolute Warmwasserfanatikerin!
Und wie lief das Ganze nun ab? Ihr müsst euch das so vorstellen. GöGa holt den Traktor aus dem Stall, um Sandsäcke, Schwimmkörper, Metallabdeckungen etc., die wir im Frühling feinsäuberlich auf eine Europalette geschichtet haben, wieder aus der Versenkung zu holen. Alles kein Thema, alles kein Stress. Die Palette samt Stapelschicht wird dann übern Hof rüber zu unserer Garage gefahren und dort abgeladen. Easy-peasy, noch nix passiert.
Dann ging es los.
Wir brauchen zum Entlüften der Leitungen einen Kompressor mit einem speziellen Aufsatz. Besser gesagt: mit zwei unterschiedlichen Aufsätzen. Alles kein Ding, normalerweise. Doch einer der Aufsätze war unauffindbar, obwohl wir das Teil immer dort mit den Kleinteilen lagern, wo wir das Zeugs immer lagern. In einem Eimer, der in einem geschlossenen Wandschrank der Garage steht. Seit Jaaahren!
GöGa also – nachdem wir wie die Doofen nach dem verdammten Aufsatz gesucht haben – losgetingelt, um einen neuen zu kaufen.
Was macht klein Ka, als er zurückkommt? Geht schnurstracks zum Regal in der Garage, nimmt eine der Metalldosen, die dort fröhlich vor sich hin gammeln, sieht ihren Göttergatten entgeistert und das Aufsatzdingenskirchen in seiner Hand an, nimmt dessen Pendant aus der Dose und hält es ihm entgegen.
Wir starren uns beide an und mein Liebster meint:
„Hättest du nicht vorher in die Dose gucken können?“
Ich darauf:
„Hätte. Hätte. Fahrradkette.“
Egal, das war noch nicht alles.
Wir inzwischen mit einem Teil des Wassers den Garten gegossen, das meiste bleibt im Pool. Dann ging es ans Ausblasen der Leitungen. Doch irgendwas war dieses Mal schiefgegangen. Es war Restwasser im Skimmer, das ist das Teil, das den Schmutz von der Wasseroberfläche absaugt. Verdammt und zugenäht. Wie bekommen wir nun das Restwasser da raus? Die Anlage ist schon aus. Der Wasserstand unter dem Skimmer! Neues Wasser einfüllen und dann nochmal den Garten gießen???
Never. Ever.
Ergo wieder rein in die Garage, unseren akkubetriebenen Druckstrahler geholt, den man auch aus einer Regentonne mit Wasser „befeuern“ kann. Weswegen es für das Teil einen längeren Schlauch gibt. Wir den Schlauch auseinandergepriemelt und vorsichtig ins Ablaufrohr vom Skimmer gesteckt und geschoben, geschoben, geschoben, bis nix mehr ging. GöGa dann mit dem Druckstrahler im Anschlag wieder den Garten gegossen. Der hat sich nach der Dürre natürlich gefreut wie Nachbars Lumpi über ein Stück Keule.
Wie dem auch sei.
Endlich kam kein Wasser mehr und ich den Schlauch gaaanz vorsichtig aus dem Ablaufrohr gezogen! Nicht, dass sich die Kappe vom Schlauch löst und da drinnen stecken bleibt. Uff, dieser Kelch ging an mir vorüber. Endlich. Der Skimmer war nun auch leer. Aber hey, der Tag war noch nicht zu Ende, besser gesagt: Der Pool noch nicht fertig eingewintert.
Nur gut, dass mit den Schwimmkörpern alles problemlos lief, die dafür zuständig sind, in Bewegung zu bleiben, sollte das Wasser zufrieren. Wir also los und haben die Siloplane geholt, mit der wir den Pool abdecken, damit die UV-Strahlung draußen bleibt. Dabei gilt: Schwarze Seite nach unten, weiße Seite nach oben.
Überhaupt kein Anlass zur Sorge.
Vorausgesetzt, der Wind hat sich nicht genau dann entschlossen loszulegen und alle dürren Blätter, die im Garten herumlagen – es sind genug gewesen und ja, ich weiß, es ist noch nicht Herbst, aber immer noch trocken – in den Pool zu wehen.
Mist, verdammter.
GöGa warf sich in die Badehose, sprang in den pool und holte per Hand alles mit dem Kescher raus. Das zog sich natürlich bei der Masse an verdorrten Blättern.

Kampf der Titanen …
Mein Liebster dann wieder raus, abgetrocknet, rein in die Arbeitsklamotten und mit mir endlich die riesige Siloplane ausgebreitet. Der Wind spielte weiter verrückt. Stob wie ein Blöder unter die Plane und blähte sie auf. Wir hatten zu tun und kämpften mit dem Teil und dem Wind.
Wir gewannen und irgendwann hatten wir es geschafft, die Plane mit Sandsäcken zu fixieren. Völlig kroggy schoben wir das Dach drüber, legten die Metallabdeckungen auf die Schienen und klopften uns innterlich auf die Schulern. Alles super. Dachten wir …
„Ka, wir haben was vergessen“, stöhnte GöGa plötzlich genervt.
„Was? Hätten wir doch nochmal Wasser auffüllen und den Skimmer anders entwässern sollen? Hat einer der Sandsäcke ein Loch?“
„Nein, wir haben das Einwinterungsmittel nicht ins Wasser geschüttet.“
„Du willst mich doch verarschen, oder?“
„Nein. Wir haben tatsächlich das Einwinterungsmittel vergessen.“
„So ein Mist! Und was nun? Sag nicht, wir müssen das Ding jetzt nochmal aufmachen?“
„Doch!“
„Das kann nicht dein Ernst sein. Vielleicht bekommen wir einen heißen Winter und brauchen das nicht.“
„Doch, das müssen wir reinschütten.“
Der Rest, geneigte Lesende, ist Geschichte … *seufzt pooltief frustriert*
Bis zur nächsten easy-peasy … Eskalation. Eure
Ka

Bildquelle „Ka und GöGa im Kampf mit der Plane“:
Bildidee, Prompt und Gestaltung von Ka mit Hilfe einer KI.