„Wenn Antibiotikum, Kreislauf und Körper beschließen, eine kleine Revolte anzuzetteln, bleibt mir nur noch eines: ab unter die Kuscheldecke. Zum Glück gibt es Hektor, Drachen-Romance und die rettende Erkenntnis, dass Jammern manchmal auch einfach nur eine Momentaufnahme ist. Eine mit rot-weiß gestreiften Socken, wohlgemerkt.“
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Es gibt ja Dinge, geneigte Lesende, die braucht wirklich kein Mensch.
Nicht mal geschenkt oder hübsch verpackt mit Schleifchen drumherum und einem kleinen Kärtchen, auf dem steht: „Gute Besserung, hier hast du noch ein bisschen Elend dazu.“ Ich bin nur so verdammt froh, dass ich wenigsten tippen, also schreiben kann, denn wenigstens die Kopfschmerzen halten sich in Grenzen! Selbst das Brot backen, das ich wirklich liebe, fällt mir gerade schwer. Mein Kreislauf hat einfach einen an der Klatsche. *f.u.c.k.*
Darum nun der aktueller Gesundheitszustand aus dem Hause Ka: Das Antibiotikum und ich werden in diesem Leben vermutlich keine innige Freundschaft mehr schließen. Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, jemals solche Schwierigkeiten mit einem Antibiotikum gehabt zu haben. Normalerweise schluckt man das Zeug, motzt ein bisschen über den Geschmack, die Größe oder den Umstand, dass man überhaupt krank ist, und dann macht es hoffentlich seinen Job.
Dieses Mal allerdings habe ich eher das Gefühl, als würde mir der Mist heimlich die Akkus ausbeuten. Nicht leerziehen. Nein, brachial ausbeuten. Ich laufe nicht auf Reserve, ich laufe auf „Wer hat denn bitte den Stecker gezogen?“. Und weil das offenbar noch nicht reicht, befinde ich mich inzwischen auch auffallend häufig an jenem Ort, zu dem selbst der Kaiser zu Fuß geht. Wobei, okay, okay: dort, wo selbst der Sonnenkönig Ludwig XIV. zu Fuß hinging, wobei der das Ganze ja angeblich mit Toilettenstuhl, dem chaise percée, und Publikum erledigte. Man kann über meine aktuelle Lage also vieles sagen, aber immerhin: Ganz so öffentlich ist es hier dann doch nicht. Noch nicht. Aber hey, man soll das Schicksal ja nicht herausfordern. *sich mit einem plumps aufs sofa fallen lässt*

Antibiotikum, Kuscheldecke und Drachen-Romance: Während ich unter der Decke verschwinde, übernimmt Hektor heldenhaft die Vorleseschicht.
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Woran es liegt? Keine Ahnung. Vielleicht daran, dass ich gar nicht mehr zählen kann, wie oft ich in meinem Leben schon Antibiotika in mich hineingepumpt habe. Vielleicht ist mein inneres System inzwischen einfach an dem Punkt angekommen, an dem es die Arme verschränkt, finster guckt und sagt: „Du schon wieder mit deinem Zeug?“ Vielleicht liegt es aber auch daran, dass mein Darm durch die ganze Ernährungsumstellung und Abnehmerei ohnehin schon ein wenig, nun ja, angefressen ist. Um nicht zu sagen: angepisst. Und jetzt kommt noch so ein medizinischer Abrissbagger daher und walzt einmal quer durch diese Baustelle. *seufzt genervt*
Wie auch immer: Es regt mich auf. Tierisch. Ich bin wirklich schlecht darin, nur halb zu funktionieren. Dieses halbscharige Herumgeschlurfe, dieses „Ich würde ja gern, aber mein Körper hat gerade ein Meeting ohne mich beschlossen“, macht mich kirre. Ich bin es gewohnt, Dinge zu machen. Zu werkeln. Zu planen. Irgendwas zu tun. Und nicht nach drei Handgriffen dazusitzen wie ein lauwarmer Waschlappen. Das widerstrebt mir. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern ungefähr so sehr wie kalte Suppe, wenn man heiße wollte.
Etwas Gutes hat die Sache immerhin: Am kommenden Dienstag bin ich mit der Einnahme fertig. Durch. Ende Gelände. Dann hoffe ich sehr, dass nicht nur die Tablettenpackung leer ist, sondern auch dieser kreislaufmistige Zustand langsam den Rückwärtsgang einlegt.
Wir lesen uns!
Ka
P.S. Ja, ich weiß, es gibt natürlich viel, viel, viel Schlimmeres. Dessen bin ich mir definitiv bewusst. Dieses Jammern ist nur eine Momentaufnahme einer klitzekleinen Unstimmigkeit zwischen mir und mir selbst. Besser gesagt zwischen mir und meinem Kreislauf oder what ever. *miep-miep*

Bildquelle „Hektor liest Ka vor“: Erstellt von Ka mit Hilfe einer KI.