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Nikolaus, Santa Claus und der Weihnachtsmann

  • 22. Dezember 2024

„Wer bringt hier eigentlich wem die Geschenke?
Zwischen Bischofsmütze, Rentierschlitten und Christkind haben sich über die Jahrhunderte so einige Traditionen miteinander vermischt.
Und als wäre das nicht schon verzwickt genug, wartet irgendwo auch noch ein Krampus …“

 

Geneigte Lesende!

Bereits in der Grundschule lernt man, dass hinter dem Nikolaus eine historische Persönlichkeit steht – nämlich Nikolaus von Myra. Myra (heute Demre, Türkei) gehörte damals zum Römischen Reich, und Nikolaus soll dort im 4. Jahrhundert als Bischof gewirkt haben. Am 6. Dezember feiern Christen den Nikolaustag, denn an diesem Tag soll er gestorben sein. Viele Legenden ranken sich um diesen heiligen Mann.

In Bayern und Österreich nennt man den Nikolaus zum Beispiel Nikolo oder Niklo. In der Schweiz ist er als Samichlaus oder Santichlaus bekannt und am 6. Dezember ebenfalls unterwegs. Doch jeder positive Genosse wie der heilige Nikolaus bringt durchaus auch einen „Bad Boy“ mit. Je nach Region begegnet uns dabei zum Beispiel Knecht Ruprecht oder – wie bei uns – der Krampus. Beide übernehmen im Brauchtum gerne den weniger freundlichen Part.

Als meine Kinder klein waren, kam der Nikolaus stets zu Besuch, doch den Krampus ließen wir nie zu ihnen. Einmal habe ich fast einen Herzkasper bekommen, weil ich nicht wusste, dass der Krampus sich bei uns im Haus befand. Der Nikolaus war bei den Kindern im Wohnzimmer, und ich wollte noch etwas holen. Als ich die Wohnzimmertür öffnete, um im Dunkeln in die Speisekammer zu tappen – ja, ich mache das manchmal –, bemerkte ich plötzlich zwei glühende Augen im Dunkeln. Das Einzige, was mir in diesem Moment einfiel, war laut zu schreien! Doch dann entblößte ein breites Grinsen eine Reihe weißer Zähne. Da wurde mir klar, dass der Krampus nicht draußen vor der Tür, sondern drinnen gewartet hatte. Mir entfuhr prompt ein: „Du Depp! Musst du mich so erschrecken?“ Woraufhin ich von seiner Seite aus heftiges Lachen erntete.

Doch zurück zu Santichlaus – oder sollte ich besser Santa Claus oder Weihnachtsmann sagen? Santa Claus schippert spätestens seit den 1820er Jahren mit seinem fliegenden Rentierschlitten in Amerika umher, um Kindern in der Weihnachtsnacht Geschenke zu bringen. Diese dürfen natürlich nicht vergessen, dem Weihnachtsmann ein Glas Milch und ein paar Plätzchen bereitzustellen, denn Geschenkauslieferungen machen hungrig.

Nikolaus, Santa Claus und der Weihnachtsmann

Doch den Weihnachtsmann gibt es nicht nur in Amerika. Auch bei uns ist er traditionell vor allem in Ost-, Nord- und Teilen Mitteldeutschlands Teil der weihnachtlichen Tradition. In vielen westlichen und südlichen Regionen hingegen bringt traditionell das Christkind die Geschenke. Im Weihnachtsmann sind verschiedene Traditionen zusammengeflossen, wobei der heilige Nikolaus beziehungsweise der niederländische Sinterklaas zu seinen wichtigsten Vorläufern gehört. Auch das alte Prinzip von Belohnung und Strafe begegnet uns wieder: Brave Kinder bekommen Geschenke, während unartigen früher mit der Rute gedroht wurde.

Mal ehrlich, manchmal sieht der Nikolaus, der Nüsse und Mandeln bringt, ein wenig aus wie der Weihnachtsmann – und umgekehrt. Vielleicht liegt das daran, dass die beiden Figuren früher nicht so klar getrennt waren. Im Mittelalter wurden Kinder unter anderem am Nikolaustag und am Tag der unschuldigen Kinder (28. Dezember) beschenkt; die weihnachtliche Bescherung, wie wir sie heute kennen, hatte sich so noch nicht durchgesetzt.

Mit der Reformation verlagerte Martin Luther die Bescherung vom Nikolaustag auf Weihnachten, und an die Stelle des Heiligen Nikolaus als Gabenbringer trat das Christkind. Und jetzt wird es lustig: Ausgerechnet das ursprünglich protestantisch geprägte Christkind setzte sich später besonders in vielen katholischen Regionen durch, während der Weihnachtsmann vor allem in protestantisch geprägten Gegenden Verbreitung fand. Da ist also tatsächlich einiges „rübergeschwappt“.

Wie dem auch sei: Die Advents- und Weihnachtszeit mit all ihrer Symbolik und Tradition ist – für mich persönlich – eine schöne Zeit. Einerseits ist es draußen kalt und ungemütlich, andererseits drinnen gemütlich und kuschelig. Überall funkeln Lichter und Kerzen. Herrlich!

Na, neugierig, welche anderen mythologischen Abenteuer ich noch ausgegraben habe? Alle bisherigen Beiträge dieser Kategorie findest du hier – mit einem Augenzwinkern garantiert. —> Klick „Mythologie mit Augenzwinkern: Von Vampiren bis Gargoyles – Mit einem Klick durch die Wunderwelt!“

Habt einen wundervollen 4. Advent.

Ka

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Bildquelle: Pixabay, Foto von IsabelPerello

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