„Beautiful Beast – Mafia Legacy 1“ von Neva Altaj hat mich mit Rafael und Vasilisa richtig erwischt. Zwei starke Charaktere, die unterschiedlicher kaum wirken könnten und sich doch dasselbe wünschen: wirklich gesehen und geliebt zu werden. Eine Geschichte, die mich tief berührt und bis zum Schluss mitgenommen hat. Herrlich.
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Beautiful Beast: Das Biest
Neva Altaj
Originaltitel: Beautiful Beast
Verlag: VAJONA Verlag
ISBN: 978-3987184932
Verkauft durch: Amazon Media EU S.à r.l.
ASIN: B0FPMSZX4C
Erscheinungsdatum: 8. Oktober 2025
Genre: Mafia Romance – Zeitgenössisch
Teil einer Serie: Mafia Legacy
1. Beautiful Beast – Das Biest
2.
Klappentext
Rafael
In diesem Leben gibt es keine Märchen. Die Schöne wird sich nie in das Biest verlieben. Aber dieses Biest hat nicht vor, sie gehen zu lassen. Meine süße kleine Hackerin lässt sich nicht mit Geld beeindrucken. Nein, sie wird alles tun, was nötig ist, um ihre Familie zu retten.
Vasilisa
Ich muss bleiben und für ihn arbeiten, sonst werden meine Liebsten seinem Zorn ausgesetzt. Allein sein Name ruft Furcht und Schrecken hervor. Doch mein Zittern hat nichts mit Angst zu tun. Seine Narben sorgen dafür, dass die Menschen sich entsetzt abwenden. Aber meine Augen wollen nirgendwo anders hinsehen.
Quelle Klappentext und Cover: VAJONA-Verlag
Kas Bewertung

Vasilisa hat es satt, dass ihr Vater sie unbedingt mit einem harmlosen Buchhalter verheiraten will. Viel lieber würde sie ihre außerordentlich guten IT-Fähigkeiten dazu nutzen, das Familienunternehmen zu unterstützen. Doch Roman hat nicht vor, seine Tochter in die Geschäfte der Bratva einzubeziehen. Kein Wunder, dass Vasilisa ihre Fähigkeiten anderweitig nutzt und sich in fremde Systeme hackt.
Rafael möchte genau wissen, wer es geschafft hat, sich in seine Firmendatenbank zu hacken. Denn unterhalb der legalen Fassade hat der Sizilianer ganz andere Dinge am Laufen. Ergo: Der Hacker muss gefasst werden. Womit er natürlich nicht gerechnet hat: Ausgerechnet die Tochter des russischen Pakhans verbirgt sich hinter dem Hackerangriff.
Puh, was für eine Geschichte. In der „Mafia Legacy“-Spin-off-Reihe von Neva Altaj haben wir es inzwischen mit der zweiten Generation, also den Kindern der „Perfectly Imperfect“-Serie der Autorin zu tun. Den Start machen Vasilisa (die Tochter von Roman und Nina aus „Painted Scars: Der Pakhan“) und Rafael. Zwei sehr starke Charaktere, die damit zu kämpfen haben, ihre Gefühle füreinander auf die Reihe zu bekommen. Beide kamen bei mir von Anfang an total sympathisch an.
Vasilisa ist clever, willensstark und besitzt die Empathie, hinter Rafaels Narben den Mann zu sehen. Rafael wiederum hat sich mit harter Arbeit und noch härteren Kämpfen seinen Platz an der Spitze erobert. Der große, starke Mann ist sich seines Äußeren nur allzu bewusst und hat längst den Glauben daran verloren, um seiner selbst willen geliebt zu werden. Deshalb versucht er zunächst, Vasilisas Zuneigung mit Geld und Geschenken zu gewinnen. Was Rafael alles anstellt, um Vasilisa für sich zu gewinnen, fand ich dabei teilweise total romantisch. Umso berührender ist es zu verfolgen, wie Vasilisa ihm nach und nach zeigt, worauf es wirklich ankommt.
Gleichzeitig möchte auch Vasilisa nicht auf ihr Äußeres reduziert werden. Die zarte, wunderschöne Frau wünscht sich, dass jemand erkennt, was hinter dieser Schönheit steckt. Gerade dieser Gegensatz hat mir besonders gefallen: Rafael glaubt, wegen seiner Narben nicht liebenswert zu sein, während Vasilisa hofft, nicht nur wegen ihres Äußeren geliebt zu werden. Beide möchten letztlich dasselbe – wirklich gesehen werden.
Neva Altaj versteht es dabei einmal mehr, brutale Szenen, erotische Momente, feinfühlige Passagen, schwarzen Humor und Romantik auf lesenswerte Art und Weise miteinander zu verweben. Besonders gelungen fand ich, wie die Härte der Mafia-Welt transportiert wird: Die Grausamkeiten werden meist nicht detailgetreu ausgeschmückt, sondern entfalten ihre düstere Wirkung vor allem durch das eigene Kopfkino. Die erotischen Szenen hingegen sind gewohnt intensiv, explizit und kommen mit einer verdammt klaren Ansage daher. Nichts davon wirkt wie ein Fremdkörper, vielmehr ergänzen sich die unterschiedlichen Facetten und sorgen dafür, dass die Geschichte trotz ihrer Härte sehr gefühlvoll bleibt.
Neben den Mafiaelementen sind es die kleinen Gesten, die ihre Beziehung besonders machen. Allen voran die niedlichen Post-its, auf denen sie sich gegenseitig mit witzigen Zeichnungen kleine Botschaften hinterlassen. Und dann gibt es gegen Ende eine Szene, die auf wunderschöne Weise deutlich macht, dass Rafael Vasilisa tatsächlich sieht – ihre innere Schönheit und nicht nur ihr Äußeres. Herzergreifend und für mich definitiv ein Pipi-in-den-Augen-Moment.
Sehr gefreut habe ich mich außerdem über das Wiedersehen mit Charakteren aus der „Perfectly Imperfect“-Reihe. Roman, Nina, Sergei, Angelina und Co. wiederzutreffen und gleichzeitig die nächste Generation kennenzulernen, macht den Auftakt der Spin-off-Reihe umso schöner.
Kurz gefasst: Ein emotionaler Auftakt der „Mafia Legacy“-Reihe mit zwei total sympathischen, starken Charakteren, die äußerlich kaum unterschiedlicher sein könnten und sich im Inneren erstaunlich ähnlich sind. Rafael und Vasilisa wollen beide vor allem eines: um ihrer selbst willen geliebt und wirklich gesehen werden. Eine herzergreifende Mafia Romance, in der Härte, Erotik und Romantik wunderbar miteinander harmonieren.

P.S. Ihr möchtet noch mehr aus der Feder von Neva Altaj lesen – oder wissen, mit wem Vasilisas Eltern, Tanten, Onkel etc. einst ihr ganz persönliches Mafia-Romance-Drama erlebt haben? Dann schaut gern in mein 👉 Serienregal zur Perfectly-Imperfect-Reihe von Neva Altaj. Dort findet ihr die Geschichten der vorherigen Generation und alle bisher von mir besprochenen Bände auf einen Blick.
