„Nett. Trivial. Schund. Drei Wörter, bei denen sich mir zuverlässig die Nackenhaare aufstellen. Warum eigentlich – und wer entscheidet überhaupt, welche Bücher es wert sind, gelesen zu werden?“
🖤
Geneigte Lesende!
Wenn ich „ganz nett für einen Trivialroman“ lese, wird mir ganz seltsam zumute. Warum?
1. Ich mag das Wort ‚nett‘ nicht. Das fühlt sich an, als würde mich jemand mit Daumen und Zeigefinger an der Wange zwacken und sagen: „Och, ist das aber ein nettes Ding …“ *würg* Heißt es nicht, dass nett gar die kleine Schwester von ‚Scheiße‘ ist?
2. Ich mag das Wort ‚trivial‘ nicht. Da bekomme ich Pickel von.
… ist wirklich so. Wenn ich dann in einem Satz ‚nett‘ und ‚trivial‘ zusammen lese, oh-oh. Es wirkt auf mich, als würde derjenige, der das behauptet, oben auf dem Berg der Hochliteratur sitzen und runter auf die armen „Trivial“-Leserhäschen gucken, die ja sicherlich nur aus ungebildeten Menschen bestehen. *ironiemodus aus* Trivial ist für mich ein Pejorativ. Basta!
Mag sein, vielleicht reagiere ich da über, aber ich bin diesbezüglich ein gebranntes Kind! Ich hatte nicht nur einmal mit den Vorwürfen zu tun: „Was? SOWAS liest du? Das ist doch Schund!“ Da könnte ich wie ein Zäpfchen abgehen, denn ich lasse mir ungern sagen, was „Schund“ sei. Diese Entscheidung bleibt immer noch mir überlassen.
Lesen soll Spaß machen. Es soll mich entspannen, mich in eine Welt entführen, die sich von der Realität unterscheidet! Mein Kurzurlaub, der mich nur eines kostet: den Buchpreis und die Zeit, die ich mir dafür nehme. Das, was ich von Büchern zurückbekomme, ist ungleich wertvoller! Kein Wunder, dass mir da ein Zitat von Jim Rohn* einfällt:
„It isn’t what the book costs; it’s what it will cost if you don’t read it.“
Himmel, wie oft hatte ich schon Ähnliches in Gedanken, nachdem ich mich von einer tollen Geschichte habe verschlingen lassen.
Wenn ich Bücher lese – ganz egal, welchem Genre sie zugeordnet sind –, dann tue ich das mit Leidenschaft, mit Liebe. Und wenn ich Sturm und Drang lesen will, dann lese ich Sturm und Drang. Und wenn ich mich das gefühlt hunderttausendste Mal in den schottischen Highlands anno dazumal verkrieche, dann werde ich das tun. Und wenn ich Romantik, Gay, Fantasy, Para, Humor, Erotik – was auch immer – lese und mich jemand dahingehend belehrt, ich würde Schund konsumieren, werde ich NETT. Und zwar sowas von.
In diesem Sinne,
Ka
*Jim Rohn: The Treasury of Quotes, Zitat „It isn’t what the book costs; it’s what it will cost if you don’t read it.“ Quelle: offizielle Jim-Rohn-Website.