Buch

Milliarden für die Tonne!

  • 14. Juli 2019

Geneigte Leserinnen und Leser,

ich dachte, ich versuche es mal wieder mit einem Milliardär. Warum nicht? Viele Leser schwärmen seit „50 Shades of Grey“ von Männern dieses Kalibers. Ich tippe zwar drauf, dass wenn Christian Grey in einem amerikanischen Brennpunktviertel oder einem Trailer-Park groß geworden wäre, er sich sicherlich nicht durch fünfzig verschiedene Graustufen hätte sado-maso-spielen dürfen. Da wäre er todsicher von seiner Anastasia und ihrer inneren Göttin verschmäht geworden. Aber da ich in der Vergangenheit schon viele Bücher, zum Beispiel die für mich total geniale Reihe „Sinful Empire“ von Meghan March gelesen und genossen habe, konnte ein weiterer Sprung in Milliadärmilieau nicht schaden. Okay, der Protagonist in March’s Serie ist ein Bad Boy <3 wie er im Buch steht, trotzdem … :3 Egal, jedenfalls war mir nach reich und mächtig und ich fiel ganz knallhart auf meine Lesenase.

Klar, Lesegeschmäcker sind unterschiedlich und den Lesern gefällt die Story offensichtlich sehr, denn wenn an die 70 Rezensenten einen durchschnittlichen Wert von 4,5 Punkten von 5 vergebe, ist das total toll und verspricht eigentlich gelungene Leseunterhaltung! Nun jedoch stehe ich da wie eine arme Sünderin und muss sagen, ich gehöre zu den Wenigen, die diese Reihe nicht so prickelnd fanden. Es ist schon eine Weile her, dass ich ein Buch beiseite gelegt habe, weil ich es nicht mehr fertig lesen konnte, doch hier ging es mir so. Derweilen hätte ich mich soooo gerne auf die Geschichte eingelassen. Aber es ging einfach nicht. Ich konnte nicht damit umgehen. Es war mir alles etwas zu viel von allem.

Eine Protagonistin die aus einem armen und gewalttätigen Zuhause kommt und zusammen mit ihrer besten Freundin versucht in New York Fuß zu fassen. Ein Milliardär, der vor vier Jahren seine Frau verloren hat und seitdem keusch lebt. Der extrem eifersüchtig ist, obwohl die Protagonistin nur gesagt hat, sie fände einen andern Mann gut aussehend und Drinks von anderen Männern spendiert bekommen würde. Noch dazu, dass muss ich hinzufügen, war das Treffen auf dem die beiden waren, rein geschäftlich! Sie findet nach sechs Monaten endlich einen Job, den aber kündigt sie – auf Anraten ihrer Freundin – um in der Firma des Protagonisten eine Stelle als seine „Beraterin“ anzunehmen, obwohl sie sozusagen frisch von der Uni kommt und natürlich gleich ein Jahresgehalt von 500 000 Dollar fordert, schließlich weiß sie was sie wert ist. Außerdem muss man klein anfangen und darf mit seinen Forderungen nicht über den Rand schießen. Doch er will sie unbedingt rund um die Uhr bei sich haben. Echt? Okay … Zudem ist sie ein wirtschaftliches Genie, erfasst Zusammenhänge sofort, obwohl man sie im Vorfeld nie eine einschlägige Zeitung hat lesen sehen geschweige denn, dass man Rückblicke auf die Fächer bekommt, in denen sie ihr Studium abgeschlosen hat …. UND, sie zieht, wirtschafltiches Universalgenie welches sie nun mal ist, als sie als „Begleiterin“ des Protagonisten auf einer Spenden-Gala geht, einen millionenschweren Deal für ihn an Land, weil sie ja so wunderschön und eloquent ist.

Boah, ich glaube ich muss in ihre Jimmy Choos reihern. Hallo? Das hört sich für mich alles an den Haaren herbei gezogen an. Verdammich! Ich bin wirklich kein Mensch, der leichtfertig über ein Buch mosert, schlicht weil es nicht meine Art ist, aber das? Nö. Das geht für mich gar nicht. Zuhause geschlagen, unterdrückt, des Selbstwertgefühls gänzlich beraubt und dann so eine Show abziehen, weil es ja das ist, was sie am besten kann, nämlich einen auf Wirtschafts-Geek machen und sich plötzlich in einem Chanelle- oder war es Versage- Hosenanzug wohlfühlen, als wäre man damit auf die Welt gekommen? Könnte auch ein Kleid von Valentino gewesen sein, ich habe echt keine Ahnung, so wie in der Geschichte mit Markenklamotten um sich geworfen wurde. Ich nehme der Prota auch nicht ab, dass sie um 10. 000 Dollar ein Appartement mietet, auch bei einem Jahresgehalt von 500 000. Schließlich kennt sie den Protagonisten erst ein paar Wochen, von denen sie ihn sogar ein paar davon gar nicht gesehen hat, weil er beim Walzertanzen auf der Spendengala grob zu ihr war. Ihr wisst schon, Eifersucht und so. Nop. Sorry, aber das war mir alles zu viel des Guten. Noch etwas viel war ihr überproportionierter Popo, der immer und immer wieder ins Rampenlicht gerückt wurde. Sie kam mir vor wie ein Verschnitt dieser jungen, geldschweren Instagram-Ikone – Namen werden an dieser Stelle nicht genannt – die auch reichlich zugelangt hat, als es darum ging, den Popo ordentlich aufzuforsten. Ich glaube seit dem Fund der Venus von Willendorf, waren Ärsche nie wieder so präsent wie momentan. Ich weiß, ich weiß, wenn man im Glashaus sitzt sollte man nicht mit Steinen werfen, den mein Hintern ist auch nicht gerade das, was man klein nennt, aber trotzdem!

Wie dem auch sei. So musste ich schlicht auf die Milliarden pfeifen! Ging nicht anders. Sorry, aber alle Bücher können mir nicht gefallen, das geht schlicht und ergreifend nicht. Schade, ist aber so. Tut mir auch leid, weil es so großen Anklang unter den anderen Lesern fand. Ich werde keine Rezension dazu schreiben, sonst würde man mich wahrscheinlich lynchen, da ich nur wenig Punkte geben könnte. Aber irgendwie muss ich den Frust über die vergeudete Lesezeit loswerden.

In diesem Sinne und danke fürs Zuhören.

Ka

P.S. Bitte nicht falsch verstehen, ich habe nichts gegen Bücher in denen Millionäre oder Milliardäre eine Existenzgrundlage haben 😀 Überhaupt nicht, solange sie unterhaltsam und glaubhaft geschrieben sind. Was für alle Bücher, egal welchen Genres gilt! 😉 Ich habe auch nichts gegen überproportionierte Popos, jedoch wie soll ich sagen … alles in Maßen. ^^
Aber hey, das ist nur meine Meinung und wie oben geschrieben, fahren die meisten, die die Story gelesen haben, voll darauf ab. Ergo, könnte ich auch total daneben liegen mit meinem Geschmack. Aber es ist nun mal mein Geschmack. Ergo …

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