Historisches Rezensionen

Megan Bryce — Das Herz der skandalösen Witwe

  • 14. April 2020

Das  Herz der skandalösen Witwe
Megan Bryce

Originaltitel: To Wed The Widow
Verlag:
Independently published
Verkauft durch: Amazon Media EU S.à r.l.
ASIN: B081K8G5SJ
Erscheinungsdatum: April 2020
Genre: Historical Romance

Teil einer Serie: Reluctant Bride / Eigensinnige Bräute
1. (2012) To Catch A Spinster / Deutsche Übersetzung (Februar 2019): Das Herz der alten Jungfer
2. (2012) To Tame A Lady / Dezutsche Übersetzung (August 2019): Das Herz der stolzen Erbin
3. (2014) To Wed The Widow / Deutsche Übersetzung (April 2020): Das Herz der skandalösen Witwe
4. (2015) To Tempt The Saint / Deutsche Übersetzung: (Juni 2020) Das Herz der gefallenen Braut

Klappentext

George Sinclair hatte seine Zukunft schon fest geplant. Er würde sich lieber die Augen auskratzen, als den Platz neben seinem Bruder einzunehmen und sich seinen Pflichten zu widmen. Aber wenn der Earl befiehlt, muss der Bruder nach seiner Pfeife tanzen. Obendrein versucht der Earl seinen Bruder auch noch zu verantwortungsvollem Verhalten zu erziehen und einen alten Langweiler aus ihm zu machen, und das kostet beide reichlich Nerven.
Lady Haywood ist eine Frau mit Vergangenheit und eine skandalträchtige Ablenkung, die kein Gentleman so leicht ignorieren kann. Vor allem wenn dieser Gentleman befürchtet, dass ihm zukünftig ein Leben voller Langeweile droht. Doch auch wenn George sich nur zu gerne ablenken ließe, braucht er eine Ehefrau. Eine jungfräuliche, ehrbare Frau, der kein Skandal anhängt …
Der Earl wäre sicherlich der Erste, der zustimmen würde, dass George schon immer lieber sein Vergnügen gesucht hat, als seine Pflicht zu erfüllen. Lady Haywood würde behaupten, dass nur wenige Frauen, die bereits fünf Gatten beerdigt haben, auf der Suche nach einem sechsten sind. Und George … nun, er würde sagen, dass dies nach einer vergnüglichen Herausforderung klingt.

Quelle: Megan Bryce

Megan Bryce — Das Herz der skandalösen Witwe

Kas Bewertung

Megan Bryce — Das Herz der skandalösen Witwe

Hier ist er nun, der dritte Teil der „Eigensinnige Bräute“-Reihe von Megan Bryce. Ich fand die Geschichte rund um Lady Haywood und George Sinclair etwas anders als andere historische LiRos. Es lag wohl daran, dass die Protagonistin Elinor Rusbridge Lemmon Gilberti Wooten Headley, Lady Haywood 5-fache Witwe ist. Richtig gelesen 5-fache Witwe. Alleine das, macht „Das Herz der skandalösen Witwe“ anders. Klar, dass Elinor im Ton einen etwas anrüchigen Leumund hat, selbst Georgs Sinclairs Freund St. Clair kann sie nicht ausstehen, da Elinor einen Freund der beiden „unter die Erde“ gebracht hat.

George Sinclair ist sehr widerwillig nach 8 Jahren zurück aus Indien gekommen, mehr oder weniger auf Befehl seines älteren Bruders, dem Earl. Denn in Indien hat sich George ein eigenes Leben aufgebaut, das er liebt. Doch der Earl braucht einen Erben denn seine Frau Flora hat ihm in 10 Ehejahren nur vier Töchter geschenkt. Und George ist ihm – auch wenn sie oft streiten – tief verbunden. Da der Earl starken Sinn für Tradition hat, verlangt er von George eine der Debütantinnen zu ehelichen. Doch George hat viel Angenehmeres im Sinn, nämlich Elinor zu umgarnen.

„Das Herz der skandalösen Witwe“ wartet mit einem Protagonisten auf, den ich mit vier Worten beschreiben möchte: Er ist eine Wucht! Sympathisch, humorvoll, witzig bei weitem nicht so steif, wie es der Ton gerne haben möchte und einfach nur ein lieber Kerl. Ohja, er hat Charisma. Zudem ist er ein Verführer wie er im Buche steht. Keine Sorge, an Leser die keine Erotik in historischen LiRos mögen, der Akt selbst wird nicht beschrieben. Die Verführung hingegen schon, was auch gut so ist!

Elinor ist etwas undurchsichtig. Es gab in ihrer Vergangenheit einiges Arges mit ihrem Vater, doch darauf ist die Autorin kaum eingegangen, was ich jedoch befürwortet hätte. Hätte dies doch auch das abstoßende Verhalten von Elinors Bruder ihre gegenüber erklärt. Es ist geprägt von großer Eifersucht und Hass. Doch warum und wieso, war mir zu wenig erläutert. Sehr schön hingegen war die Geschichte in der Geschichte, in der es um Georges Schwägerin Flora und ihren distinguierten Earl ging. Ebenso möchte ich Elinors Buttler Jones und die Haushälterin erwähnen, auch zwei liebenswürdige Nebencharaktere. Es gibt dem Ende zu eine Szene mit Elinor, die so ergreifend geschrieben ist, dass ich unweigerlich weinen musste. Gerne mehr von den eigensinnigen Bräuten aus der Feder von Megan Bryce.

Kurz gefasst: Ungewöhnliche und überraschende Konstellation für einen historische Romanze.