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Man macht sich so seine Gedanken …

  • 30. Oktober 2016
Geneigte Leserinnen und Leser.
Momentan spürt man wieder eine Welle, die durch das WWW peitscht. Es geht um illegale Downloads von eBooks. Und ich als Vielleser, mache mir dazu auch meine Gedanken. Es ist sehr sehr schade, dass Mensch sich „genötigt“ fühlt, in einer Zeit, in der es legale Mittel gibt um „kostengünstig“ an Bücher zu gelangen, lieber zu illegalen greift. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Besuch in einer Bücherei? Oder mit einem monatliches Buchabo? Alles Dinge, die das Lesen – ohne Unehrlichkeit – möglich machen.
Stellt Euch doch mal folgende Situation vor. Ihr habt einen Job. Ihr verlasst mit einem Brotzeitsäckchen das Haus und kehrt später, mit dem leer gefutterten, wieder nach Hause zurück. Am Ende des Monats bekommt Ihr für Euren Fleiß, für Eueren Einsatz die entsprechende Belohnung: Euer Gehalt, Eueren Lohn. Schließlich müsst Ihr nicht nur Essen und Trinken, sondern auch die Miete für die Wohnung oder fürs Haus, alle Nebenkosten, Telefon, Internet, Versicherungen, Rentenbeiträge, Tanken u.s.w. von dieser erarbeiteten „Belohnung“ bezahlen. Stellen wir mal die Hypothese auf, das plötzlich – am Ende des Monats – keine Belohnung mehr eintrudeln würde, aus welchen Gründen auch immer. Dem Vermieter, dem Finanzamt, der Versicherung, den Stadtwerken, der Gemeinde, der Stadt, Euerem Magen wäre das schnurz piep egal. Alle wollen weiterhin befriedigt, gesättigt werden und Euerem eigenen Seelenfrieden ginge es nicht gerade prächtig, durch die entstandene Situation. Hallo? Ihr habt eine Arbeits-Leistung gebracht! Dafür habt Ihr jedes Recht erlangt, entlohnt zu werden.
Doch nun stellt Euch vor, Ihr seid Autor. Vorzugsweise einer, der nicht mit einem tollen Vertrag eines großen Verlagshauses gesegnet ist und für eine Geschichte, die noch nicht erschienen ist, bereits einen Vorschuss bekommt, schlicht und ergreifend, weil das Buch sowieso ein Renner werden wird! WOW! Das wäre natürlich das Höchste überhaupt, doch so geht es nun mal nicht allen Leuten der schreibenden Zunft. Aber zurück zum Thema:
Ihr seid also eher ein Autor, der bei einem kleinen Verlag unter Vertrag steht, oder noch besser, ein Autor, der das Geschriebene selbst verlegt. Ein Einzelkämpfer. Und plötzlich kommt irgendjemand daher – nachdem sich zwischenzeitlich Euere Bücher gut verkauft haben, es sich also herum gesprochen hat, dass Ihr was auf dem Kasten habt – auf die grandiose Idee *ironumodus aus* sich Euer neuestes Buch anzueignen. Um es dann auf eine Piratenplattform zu stellen und von dort all jenen das Downloaden zu ermöglichen, die sich ein eBook lieber zu einem „Schleuderpreis“ aneignen oder gleich ganz zu mopsen, als den dafür angesetzten Buch-Preis zu bezahlen? Boah, da möchte ich den ein oder anderen hören, wenn er in den Schuhen der betroffenen Autoren stecken würde! Mir käme bei so etwas Ungerechtem jedenfalls die Galle hoch!
Ich habe dazu ein schönes Rechenbeispiel gefunden, welches aufzeigt, was wir ungefähr ausgeben können für:
  • Kaffee-Genussfreude: 5 min. für 2,50 Euro
  • Kino-Sehfreude: 90 min. für 15,00 Euro
  • eBook-Lesefreude: 500 min. für 3,99 Euro
Ja, damit kommt man doch ungefähr hin, oder? Wenn man bedenkt, was manch anderes Hobby kostet, läuft man mit dem Lesen richtig human. Wenn ich dann etwas höre wie: „Ist doch egal! Die Schreiberlinge verdienen so schon genug, da kommt es auf die paar eBooks mehr oder weniger doch gar nicht an!“, geht mir persönlich der Gaul durch. Denn darum geht es nicht. Es geht nicht darum ob ein Autor nun viel oder wenig verdient, das ist scheißegal. Es geht darum, dass er das Recht dazu hat, an seinen verkauften Büchern zu verdienen! Nicht ich, nicht du und du da hinten auch nicht! Schlicht und ergreifend, weil das Buch sein Eigentum ist. Weil er auf seinem Hintern saß, sich eine Geschichte von der Seele geschrieben hat, weil es seine Energie und Zeit war, die er dazu eingesetzt hat. Vielleicht sind sich manche Menschen gar nicht mal bewußt, was sie da eigentlich machen! Mopsen geht einfach nicht! Das lernt man schon als Kleinkind! Ich schicke meine Kinder auch nicht los und lass` sie im nächsten Supermarkt Süßigkeiten klauen, weil ich mir Geld sparen will! Geht´s noch?
Ich befürchte jedoch, egal, wie man es auch dreht und wendet, es wird immer Unehrliche geben, die einen Schatten auf die Ehrlichen werfen. Tja, und manchmal, beginnt das ganze mit einem einfachen eBook und wo es endet? Nun, nach oben hin ist alles offen.
In diesem Sinne.
Ka