Rezensionen Zeitgenössisches

Lisa Gibbs — Beloved Fuckup

  • 2. März 2020

Beloved Fuckup
Lisa Gibbs

Originaltitel:
Verkauft durch:
Amazon Media EU S.à r.l.
Verlag: Sieben Verlag
ASIN: B08121D9KG
Erscheinungsdatum: 1. März 2020
Genre: New Adult / Zeitgenössisch

Teil einer Serie:

Klappentext

Die besten Freunde. Auf ewig. Zumindest glaubte Manon das immer. Denn Manon und Eric verbindet mehr als eine gemeinsam verbrachte Kindheit. Sogar als Eric mit seinen Eltern zurück in die USA zieht, halten die beiden die innige Freundschaft aufrecht. Doch sechzehn Jahre und unzählige Briefe später, bricht für Manon eine Welt zusammen, als Eric jäh die Verbindung abbricht. Nach einem Einsatz als Fotoreporter bei einem Blauhelmeinsatz in Idlib, ist er wie vom Erdboden verschluckt. Manon bleibt nur die Erinnerung und eine Frage: Was ist geschehen?

Als Manon drei Jahre später eine Einladung zu einer von Erics Ausstellungseröffnungen erhält, ergreift sie die Chance, ihn wiederzusehen, und als sie nach so langer Zeit wieder aufeinandertreffen, wird Manons Leben durcheinandergewirbelt. Aus dem blonden Jungen mit den Sommersprossen ist ein erfolgreicher Mann mit einer klirrend kalten Ausstrahlung geworden. Ein Womanizer, mit zahlreichen Affären, der einsam ist und kaum in der Lage, zu lieben. Manon ist hin und hergerissen zwischen dem Wunsch nach der lang vermissten Vertrautheit und der bitteren Erkenntnis, dass Eric ein Fremder geworden ist, der auch auf sie eine zermürbende und sinnliche Anziehung ausübt.

Quelle: Sieben Verlag

Lisa Gibbs — Beloved Fuckup

Kas Bewertung

Lisa Gibbs — Beloved Fuckup

Manon war 8, Eric 10 Jahre alt als sich ihre Wege getrennt haben. Manon blieb in Deutschland und Eric ging mit seinen Eltern zurück nach Amerika. Doch im Laufe vieler Jahre blieben sie ihrer Freundschaft treu und schrieben sich Briefe um Briefe, die Manon sorgfältig aufbewahrt hat. Bis vor drei Jahren der Kontakt von Erics Seite aus plötzlich abriß. Doch er zog sich nicht nur gänzlich von Manon zurück, sondern auch von seinen Eltern. Manon blieb im Ungewissen was mit Eric los war, bis sie eine Einladung zu einer Fotoausstellung in Berlin von Erics Management erhält. Manon, die für ihr Studium noch einen Praktikumsnachweis benötigt, nimmt parallel einen Platz in einem Werbefilmstudio in Berlin an und schlägt so zwei Fliegen mit einer Klappe.

Womit sie jedoch nicht gerechnet hat ist die Veränderung, die mit Eric vonstatten gegangen ist. Aus dem liebenswerten, fröhlichen Jungen von einst, ist ein eiskalter, kalkulierender Mann geworden. Nichtsdestotrotz bietet ihr Eric an bei ihm zu wohnen, bis sie für die Dauer ihres Praktikums einen WG-Platz gefunden hat. Im Nachhinein hätte sie das Angebot vielleicht nicht annehmen sollen, denn Manon tut sich schwer, ihre Erinnerungen an Eric und sein jetziges Bild in Einklang zu bringen. Dazu trägt auch nicht bei, dass er quasi fast wütenden, emotionslosen Sex mit diversen Frauen hat. Doch es gibt eine Anziehungskraft zwischen ihnen, die nicht nur auf ihrer Freundschaft beruht …

„Beloved Fuckup“ hat es in sich! Mit Manon und Eric prallen zwei Welten aufeinander. Manon ist eine lebensbejahende junge Frau, die in allem das Gute sucht. Eric hingegen ist komplett desillusioniert und hat immense Probleme damit, seine Vergangenheit und das, was ihm damals in Idlib geschah zu verarbeiten. Er ist gebrochen und hat nicht die Kraft sich mit dem was ihm an seelischen und körperlichen Grausamkeiten passiert ist auseinander zu setzen. So hat er eine Mauer um sich errichtet um unter den tragischen Emotionen, die in ihm toben nicht noch einmal zu zerbrechen. Der Leser erhält zwischendrin immer wieder durch Erics Flashbacks bzw. Alpträume Informationen darüber was geschah, die Manon jedoch gänzlich abgehen.

Zusätzlich ist – wenn aus Erics Sicht erzählt wird – das Wissen, welch großer Anker Manon für ihn ist und die Angst die Eric hat, das er Manons liebevolle Sicht auf die Welt zerstören könnte. Er denkt liebevoll über sie nach und Lisa Gibbs hat diese Gefühle so schön in bildhafte Worte gefasst, wie zum Beispiel, Zitat Anfang: „…, er musste mit ihr allein sein. Er wollte sich Zeit lassen, jede Nuance ihres Körpers genießen. Sie lesen wie ein packendes Buch, jede Zeile ihrer Empfindung aufsaugen und sie bis an ihre Grenzen bringen.“ Zitat Ende. (Entnommen aus dem hier rezensierten Buch „Beloved Fuckup“ von Lisa Gibbs, aus Position 2435 bei 57 % des eBooks, Kapitel 6. © 2020 Sieben Verlag, 64823 Groß-Umstadt)

Manon wird sich dessen bewußt, dass sie Eric liebt, doch dieser verletzt sie so sehr, das ihre Welt zusammen bricht. Sie flieht und hat damit zu tun, den Scherbenhaufen der ihr Leben geworden ist, wieder zu kitten. Als dann auch noch ein Kerl von der amerikanischen Regierung auftaucht, der sie über Eric ausfragt, wird alles noch viel schlimmer. Lisa Gibbs hat die Gefühle Manons tief und emotional dargestellt, so dass man als Leser unweigerlich mitleiden musste, denn man spürt regelrecht die Trauer, die Manon umgibt. Die Autorin hat vor der Veröffentlichung des Buches geschrieben, dass das, was Manon während ihres Praktikums in Berlin erlebt, ihr selbst so passiert ist. Der Leser trifft übrigens in „Beloved Fuckup“ auch Scar, aber anders als man denkt. Denn Scar ist ein imaginärer Freund Manons aus Kindertagen. Wer die SGU-Reihe von Lisa Gibbs gelesen hat weiß, wer Scar ist! Aber auch noch andere Dinge zeigen, dass „Beloved Fuckup“ ab und an autobiographische Züge hat. Sehr lesenwert!

Kurz gefasst: Emotional dicht und erzählt aus Manons und Erics Sicht, ist „Beloved Fuckup“ ein Buch, das den Leser berührt.