Blog Kas Tatsachenbericht

Leser ist nicht gleich Leser!

  • 15. August 2019

Geneigte Leserinnen und Leser!

Wenn ich in einer Rezension lese, dass der Rezensent befürchtet, für das gelesen Buch könne § 131 des StGB eventuell greifen, werde ich extrem neugierig auf die Geschichte, die so einen Schluss zu lässt. Ich bin also los und habe mir das Buch gekauft, um Zeuge der Gewalt zu werden, die offensichtlich so stark dargestellt worden ist, um den Rezensenten besagten Paragraphen erwähnen zu lassen. Und ja, ich werde nicht sagen, um welches Buch es sich dabei handelt, denn darum geht es nicht. Es geht vielmehr darum wie unterschiedlich Leser auf ein Buch reagieren können. 😉

Nun, da ich nach dem Lesen Zeuge dessen wurde, dass das Buch so gut wie ohne Gewalt auskam, bekam ich natürlich sehr große Augen und ich musste mich fragen: „Ka, bist du was Gewalt anbelangt lesetechnisch schon so abgestumpft?“ Doch kaum fertig gedacht, schrie mein Hirn UND mein Herz geradezu: „Niemals!!!“ Ja! Der Protagonist hat die Protagonistin z.B. am Ellenbogen gepackt und sie geschüttelt, weil er dachte, sie hätte ihn aufs Übelste betrogen. Das ist wohl wahr … er war nicht gerade ein lieber, netter und freundlicher Charakter, sondern aggressiv, vor allem in der erste Hälfte des Buches.

Keine Frage, ich habe in der Vergangenheit Bücher gelesen, da hat es mir ob der dargestellten Gewalt gegen Protagonist oder Protagonistin die Nackenhaare aufgestellt. Mich machen solche Szenen fix- und alle. Doch trotzdem käme mir nie in den Sinn, § 131 zum Gegenstand einer Rezension zu machen. Grund: Weil die Bücher Fiktion sind und Gewalt nicht verherrlichen, sondern derart dargestellt wird, dass sie der Leser verdammt. Okay, bei Büchern, die man als „Underground“ oder “Dark Romance” bezeichnen kann, liegt das vielleicht etwas anders, doch das weiß ich bevor ich zu dieser Art von Ge-schichte greife. Denn, dass etwa ein Buch, welches in der Welt der Mafia angesiedelt ist kein Spa-ziergang im Sonnenschein wird, ist klar! Darum läßt der Leser, der diese Art von Geschichten nicht mag, die Finger davon! Eigentlich logisch, oder? Klar ist, dass auch diese Bücher ein Happy End haben. Anders kämen sie mir nicht in die Tüte. ^_^
Für mich steht fest
, dass jeder Leser Fiktion anders empfindet und das ist auch gut so! Das fängt beim Alkohol- oder Zigarettenkonsum in Büchern an und hört bei Gewalt oder erotischen Darstellungen auf. Erotik in Büchern ist auch so eine Sache. Aber das ist ein anderes Thema. Nur soviel: Manchmal reicht schon das Erwähnen von Sex aus und ZACK, empfindet es mancher Leser als Porno! Erotik wird gerne mal als pornografisch aufgefasst finde ich, obwohl daran so wenig Porno ist, als ob auf der Spitze des Eifelturms eine Cocktail-Kirsche kleben würde. Okay, okay, Ihr dürft Porno-Queen zu mir sagen. 😀 😉

Spaß beiseite. Es ist höchst interessant wie unterschiedlich wir Leser Gelesenes aufnehmen. Was für den einen ein Sturm der Gewalt ist, ist für den anderen nur ein laues Lüftchen. Was für den einen in Pornografie ausartet, veranlasst den andere Leser erst mal ein wenig warm zu laufen. Was für den einen Perversion ist, ist für den anderen eine Blümchenwiese. Genau das ist ein Grund, warum ich so gerne Rezensionen lese. Man kann sie lieben, sie nicht verstehen, sich an ihnen reiben! Egal ob sie nun 5 Sterne, oder einen Stern vergeben, sie animieren mich zum Buchkauf und sei es bei einer 1-Sterne-Rezension nur deswegen, um meine Neugierde – was den Inhalt von Büchern betrifft – zu befriedigen und zu erforschen, ob ich genauso darüber denke, wie der Rezensent. Außerdem, wenn der Rezensent was den Lesegeschmack betrifft ähnlich tickt wie ich, kann ich in seinen Rezensionen in Zukunft erkennen, ob ein Buch auch etwas für mich ist. Auch so funktionieren Buchempfehlungen!

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber: Gehet hin und schreibt Rezensionen! 😀

In diesem Sinne,

Ka

[ghostbirdwp-honeypot]