Buch

Leichen-Burrito und literarische Delikatessen

  • 2. August 2025

Geneigte Lesende!

Ich wollte gestern eigentlich nur entspannt ein Buch lesen. Nur mal kurz. So ein harmloser Abend, ihr wisst schon: Sofa, Kuscheldecke, Dark Romance. Dann kam er. DER Satz! Ein Satz, in dem der Protagonist eine Leiche, die er gerade erstochen hat (also die Leiche :D), auf eine Plane rollt, um sie dann zu einem „Leichen-Burrito“ zusammenzurollen.
Bitte was?!
Ich konnte nicht mehr. Lachflash. Atemnot. Schnappatmung. Ich habe fast selbst wie ein Burrito auf dem Boden gelegen – minus Leiche, plus Gegröle. Aber nur fast.
Denn, jetzt mal ehrlich, wie, bitte schön, ersteche ich denn eine Leiche? Die ist doch bereits tot? Ist das jetzt so ein Second-Hand-Mord? Eine liquidierende Resteverwertung? Sozusagen ein Mord 2.0 mit Burrito-Geschmack? Himmel, warum schießt mir dazu auch noch der Film „Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street“ mit Jonny Depp ins Hirn? Diese eine Szene, die wunderbar zur Reseverwertung passen würde?
OMG! Ihr seht, meine Fantasie geht gerade mit mir duch. MAKABER!!! Aber zurück zur Leiche …

Ich hab natürlich sofort meinem Mann den Satz vorgelesen. Er saß gerade neben mir und war tief versunken in sein eigenes Buch: „Ritter Sport — Ein Traum von Schokolade“ vom Autorenduo Romy Herold. Da war er also, gedanklich in einer Schokoladentafel, während ich ihm begeistert von meinem Leichen-Burrito erzählte. Seine Reaktion?
Ein müdes Blinzeln.
Ein „Hm?“
Und dann ging’s auch schon wieder zurück zu Vollmilchschokolade und ganzer Nuss. Das Buch gefällt ihm übrigens sehr, sonst wäre er definitiv nicht so arg darin versunken gewesen. So arg versunken, dass er glatt mein Lachen verpasst hat! Es ist übrigens das Buch hier …

Leichen-Burrito und literarische Delikatessen

Leichen-Burrito und literarische Delikatessen

Wie aus einem Traum von Schokolade das wohl berühmteste Quadrat der Welt wurde …
Verführerisches Aroma und zart-schmelzender, vollmundiger Geschmack. Als die junge Clara zum ersten Mal ein Stück Schokolade probiert, weiß sie sofort, dass sie die süße Köstlichkeit zu ihrem Beruf machen will. 1912 legt sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Alfred Ritter den Grundstein für eine Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik. Clara erfindet schließlich eine quadratische Tafel, deren zahlreiche Sorten das Zeug haben, die Welt zu erobern. Doch der Weg bis dahin ist steinig – und nicht nur ein Mal muss sich das Paar gegen Widerstände zur Wehr setzen, um das Familienunternehmen in eine glänzende Zukunft zu führen …
Jeder kennt die beliebte Schokoladenmarke Ritter Sport, kaum jemand deren Entstehungsgeschichte. In diesem packenden Roman zeichnet das Autorenduo Romy Herold das Leben einer außergewöhnlichen Frau nach: Aus kleinen Anfängen heraus stellte Clara Ritter zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Weichen für ein Unternehmen, das heute weltweit bekannt ist. (Quelle Klappentext und Cover: blanvalet – Penguin Verlag)

Leichen-Burrito und literarische Delikatessen

So saß ich da mit einem absurden Leichen-Satz, einer Plane voller innerer Bilder und der aufkeimenden Frage: Gibt es irgendwo ein Kochbuch für literarische Missverständnisse? Das 1. Kapitel könnte glatt lauten: „Der Leichen-Burrito – Eine leckere Zubereitung in drei schnellen Schritten“ *hihihi*
1) Status der Leiche prüfen
2) Stich ins Ungewisse (ist sie tot oder nun doch nicht?)
3) Roll it, baby!

Oder das 2. Kapitel: „Die Kunst des passenden Gewürzes – oder: Wie man dem Leichen-Burrito den letzten Pfiff verleiht“ *muahahaha*
1) Die richtige Sauce wählen: Blut? Gift? Vielleicht doch lieber was ganz Harmloses, wie Ketchup?
2) Den Burrito fixieren: Nicht, dass die Leiche beim nächsten Plot-Twist auseinanderfällt!
3) Servieren mit Stil: Ob kalt auf der Planen-Platte oder heiß serviert im dramatischen Showdown – der Burrito will ins Rampenlicht!

Tja, was soll ich sagen? In der Welt der Dark Romance wird eben nicht nur mit Herzen, sondern auch mit Messern serviert – am besten gut eingerollt.

Ka

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