„L.J. Shen liefert mit „Twisted Pawn“ eine düstere, brutale und überraschend emotionale Fortsetzung.
Achilles und Tierney sind toxisch, tief verletzt und auf verstörend passende Weise miteinander verbunden.
Eine intensive Dark Romance voller Schmerz, Hingabe und mafiöser Machtspiele.“
🖤
Twisted Pawn
L.J. Shen
Original: Twisted Pawn
Herausgeber: Blanvalet Taschenbuch Verlag
ISBN-13: 978-3734115981
Verkauft durch: Amazon Media EU S.à r.l.
ASIN: B0G39P7LSM
Erscheinungsdatum: 29. Juli 2026
Genre: Dark Romance
Teil einer Serie: Society of Villains — Ein Klick auf den farbig hinterlegten Titel führt euch direkt zur jeweiligen Rezension.
1) Bad Bishop
2) Twisted Pawn
3) Fallen Rock
4) Heartless King
5) Wicked Queen
6) Corrupt Knight
7) Devil’s Gambit
Klappentext
Mafia-Prinzessin Tierney Callaghan weiß, dass sie sich von Achilles Ferrante fernhalten sollte, und das nicht nur, weil er einem verfeindeten Clan angehört. Einst verbanden die beiden tiefe Gefühle, doch dann verriet Tierney den Mann, den sie liebte, für eine Chance auf Freiheit. Seither hat Achilles Rache geschworen. Rache für sein gebrochenes Herz. Rache für alles, was er seither erdulden musste. Denn niemand hintergeht ein Monster – nicht mal dessen größte Versuchung …
Bei diesem Buch handelt es sich um Dark Romance mit einer Leseempfehlung ab 18 Jahren. Im Buch sind Triggerwarnungen enthalten.
Quelle Klappentext und Cover: Penguin Verlag, Blush – Blanvalet Taschenbuch Verlag
Kas Bewertung

Manchmal wirft einen L.J. Shen nicht einfach ins kalte Wasser – sie schleudert einen mit Anlauf hinein und sieht anschließend seelenruhig dabei zu, ob man schwimmen kann. Genau so fühlt sich auch „Twisted Pawn“ an. Wie schon bei „Bad Bishop“ gibt es keine lange Eingewöhnungsphase. Stattdessen steckt man sofort mitten im Geschehen, versucht Zusammenhänge zu begreifen und wird gleichzeitig von einer Geschichte mitgerissen, die kaum Zeit zum Luftholen lässt.
Achilles Ferrante und Tierney Callaghan sind zwei Figuren, die man nur schwer in einfache Kategorien pressen kann. Zwischen ihnen liegen Jahre voller Schmerz, Wut und Verletzungen. Ihre Beziehung ist alles andere als gesund – und dennoch konnte ich mich ihr kaum entziehen. Gerade weil beide von ihrer Vergangenheit geprägt wurden und auf ihre ganz eigene Weise versuchen zu überleben, wirkte vieles nachvollziehbar. Nicht schön. Nicht romantisch im klassischen Sinn. Aber glaubwürdig innerhalb dieser düsteren, fiktiven Welt.
Besonders Achilles hat mich überrascht. Hinter seiner gnadenlosen Fassade steckt eine Intensität, die mich mehrfach vollkommen unerwartet getroffen hat. Seine Liebe zu Tierney ist weder leise noch sanft. Sie ist kompromisslos, zerstörerisch und gleichzeitig von einer Hingabe geprägt, die mich mehr als einmal schlucken ließ, nur um mir kurz darauf ein breites Grinsen ins Gesicht zu zaubern.
Und Tierney? Sie wirkt nach außen laut, kämpferisch und unangreifbar. Sie hält Achilles die Stirn, provoziert ihn und lässt sich von ihm nichts gefallen. Doch diese Härte ist vor allem eine Rüstung. Innerlich ist Tierney längst gebrochen. Was ihr damals im Lager in Russland angetan wurde, hat sie tief in sich verschlossen, weil Verdrängen für sie die einzige Möglichkeit war, überhaupt weiterzuleben.
Ihre Selbstzerstörung, ihre Wut und ihre scheinbare Rücksichtslosigkeit sind deshalb keine bloßen Charakterzüge, sondern Überlebensmechanismen. Gerade dieser Gegensatz zwischen der Frau, die niemanden an sich heranlässt, und dem verletzten Menschen darunter hat mich tief berührt.
Trotz aller Gewalt, der dunklen Machenschaften und der mafiösen Machtspiele verliert L.J. Shen nie ganz den Blick für die leisen Momente. Es sind genau diese kleinen Augenblicke zwischen all dem Chaos, die dafür sorgen, dass einem plötzlich das Herz aufgeht. Diese emotionalen Lichtblicke haben mich immer wieder abgeholt. Schmelzfaktor? Aber so was von.
Spannend fand ich außerdem, wie stark diesmal die Familien- und Wahlfamilienstrukturen – an dieser Stelle muss ich unbedingt Alex Rasputin erwähnen :3 – in den Mittelpunkt rücken. Einerseits erweitert das die Welt der „Society of Villains“ enorm und macht neugierig auf die kommenden Bände. Andererseits hatte ich stellenweise das Gefühl, dass dadurch der eigentlichen Geschichte von Achilles und Tierney etwas Raum genommen wurde.
Und dann gibt es diese eine Situation.
Mehr werde ich dazu nicht sagen, denn ich möchte niemanden spoilern. Für mich persönlich hat diese Szene jedoch nicht funktioniert. Sie war emotional nicht nachvollziehbar und brachte die Geschichte in meinen Augen auch nicht weiter. Im Gegenteil: Statt die Handlung voranzutreiben, ließ sie sie für mich ins Stocken geraten. Schade.
Nichtsdestotrotz hat mir „Twisted Pawn“ unterm Strich wieder gezeigt, warum ich L.J. Shens Geschichten so gerne lese. Ihre Figuren sind kaputt, widersprüchlich und treffen fragwürdige Entscheidungen. Trotzdem fiebert man mit ihnen mit, leidet, hofft und bangt bis zur letzten Seite.
Kurz gefasst: Düster, intensiv, brutal und gleichzeitig überraschend emotional. „Twisted Pawn“ verlangt seinen Figuren – und den Lesenden – einiges ab. Natürlich möchte ich nach all den Einblicken in die durch und durch verkorksten Familien Ferrante und Callaghan unbedingt wissen, wie es mit Enzo Ferrante weitergehen wird.

P.S. Wenn euch „Twisted Pawn“ mit seinen moralisch grauen Protagonisten und düsteren Romance-Welten begeistert hat, findet ihr Gedanken zu diesem Thema in meinem Beitrag über Der Unterwelt-Boss, mein moralischer Kompass und ich.
Sofern ihr noch mehr Mafia-Vibes, Besitzanspruch und dunkle Romance-Dynamiken sucht: Mia Kingsleys komplette „The Barone-Family“ hat Einzug ins Serienregal gehalten!
