„König, Heerführer, Legende – oder am Ende doch nur ziemlich gut weitererzählter Stoff?
Rund um Artus, Excalibur und die Tafelrunde wurde über Jahrhunderte fleißig gestrickt. Höchste Zeit also, ein wenig zwischen Mythos, Film und Kokosnuss zu wühlen.“

Geneigte Lesende,
es gibt gewisse Filme, die muss ich mir immer wieder ansehen. Guy Ritchies „King Arthur — Legend of the Sword“ ist einer davon. Ich habe ihn, glaube ich, schon mindestens 12 Mal genossen und finde es ein fantastisches Spektakel mit glaubwürdig umgesetzten Special Effects. Boah, alleine am Beginn diese RIESIGEN Kriegselefanten. Und Vortigan, gespielt von Jude Law, ist so ein super Antagonist! Arthur, verkörpert von Charlie Hunnam, ist sowieso … toll! Außerdem macht die Kameraführung und Filmmusik einfach was her. Jedenfalls in meinen Augen, bzw. Ohren. LOL
Artus, Excalibur und die Sache mit dem wahren König
Freilich, die Umsetzung ist nur an die Excalibur-Mythologie rund um König Artus angelehnt, aber was soll’s. König Arturs sagenhaftes Leben selbst ist wissenschaftlich nicht belegt. Sollte hinter der Legende tatsächlich eine historische Persönlichkeit stecken, wird sie meist im Britannien des späten fünften oder frühen sechsten Jahrhunderts vermutet – in jener Zeit also, in der die Briten gegen die vordringenden Angelsachsen kämpften. In der um 830 entstandenen und traditionell dem Mönch Nennius zugeschriebenen „Historia Brittonum“ begegnet uns Arthur als erfolgreicher Heerführer. Nennius, beziehungsweise der unbekannte Verfasser des Werkes, verwob dabei Überlieferungen und ältere Traditionen miteinander. Je nach Überlieferung begegnet uns Excalibur auch unter Namen wie Caliburn oder Caliburnus.
Und weil bei Artus nichts einfach sein darf, ist Excalibur nicht einmal in allen Fassungen jenes berühmte Schwert, das der rechtmäßige König aus Stein beziehungsweise Amboss zieht. In anderen Versionen erhält Arthur Excalibur erst später von der Herrin vom See. Bei Geoffrey von Monmouth wiederum wurde Caliburn auf der sagenhaften Insel Avalon geschmiedet. Als Arthur das in „Legend of the Sword“ tat, fiel er glatt in Ohnmacht, weil er mit der Macht des Schwertes nicht umgehen konnte! Er wollte schlicht kein König sein, sondern einfach nur Arthur, der seine Schäfchen in einem Bordell im Trockenen hatte und sich für die Damen des horizontalen Gewerbes einsetzte, so wie sie sich für ihn eingesetzt hatten, als er als Kleinkind in einem Korb liegend, in Londinium angeschwemmt wurde. Ebenda, wo besagte Damen in der Tamesis ihre Wäsche wuschen. Und? Erkennt ihr die Anlehnung an eine andere Figur? Schon, oder?
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Wie Artus durch die Jahrhunderte ritt
Nach der „Historia Brittonum“ nahmen sich auch noch andere Schreibende des Lebens von Artus an. Im Falle von Geoffrey von Monmouth gar rund 600 Jahre später in seinem Bestseller „Historia Regum Britanniae“, der den Artusmythos entscheidend weiterprägte. Geoffreys Stoff griff wenig später der normannische Dichter Wace auf, der in seinem um 1155 entstandenen „Roman de Brut“ unter anderem die berühmte Tafelrunde ins Spiel brachte.
Anfang des 13. Jahrhunderts folgte Layamon mit seinem „Brut“ und erzählte die Geschichte auf Mittelenglisch weiter. Der Artusmythos schwappte von Britannien rüber in die Normandie. Von dort aus weiter nach Modena in Italien, wo eine Darstellung von Artus sogar Platz in der Archivolte einer Kathedrale fand! Schon krass, wie Legenden am Leben bleiben und weiterentwickelt werden. Aber wie heißt es so schön: Jede Legende hat einen wahren Kern! Nicht vergessen, geneigte Lesende.
Von Excalibur bis zur Kokosnuss
Meinen ersten Kontakt zur Artus-Sage startete mit dem Historienklassiker „Die Ritter der Tafelrunde“, den ich mir bei meinen Großeltern ansehen durfte. Es folgte „Parceval“, in der Sage um den Heiligen Gral. Ich hatte die Geschichte, das Buch war uralt und in Fraktur gesetzt *so krass*, gelesen und habe mir auch den Film „Excalibur – Das Schwert des Königs“ (von 1981) gegönnt.

Wer das lesen kann, ist selber schuld. *fg* Die Auflösung gibt es ganz unten …
Zwischendurch dann „Die Nebel von Avalon“ von Marion Zimmer Bradley oder auch „Der 1. Ritter“ mit Sir Sean Connery und Richard Gere von 1998. Himmel, wie lange das schon her ist! Natürlich gab es für mich zudem die Monty-Python-Umsetzung „Die Ritter der Kokosnuss“. Alleine dieser Ritter, der sich von ein paar fehlenden Gliedmaßen partout nicht davon überzeugen lassen will, dass der Kampf möglicherweise zu seinen Ungunsten entschieden ist! Erst ein Arm weg – macht nix. Zweiter Arm weg – offenbar ebenfalls kein Grund, die Sache abzuhaken. Und selbst als ihm schließlich auch noch die Beine abhandenkommen, ist sein Kampfgeist bemerkenswert ungebrochen. Man muss Prioritäten setzen. Und einsehen, wann man verloren hat, wird sowieso völlig überbewertet.
Und wenn ich dann noch an den Spruch „Ich habe den Sachsen das Angeln beigebracht, seitdem heißen sie Angelsachsen“ denke, könnte ich sowieso loswiehern! *lacht los*
Wie bereits angemerkt: Seitdem „King Arthur — Legend of the Sword“ 2017 rausgekommen ist, inhaliere ich immer wieder diesen Film. Die Kameraführung ist teilweise der absolute Burner. Es versteht sich von selbst, dass nach dem Genuss von „King Arthur — Legend of the Sword“ ein Spruch her musste, der da lautet …

*miau* Bis später mal wieder in „Mythologie mit Augenzwinkern“!
Eure
Ka
P.S. Na, neugierig, welche anderen mythologischen Abenteuer ich noch ausgegraben habe? Alle bisherigen Beiträge dieser Kategorie findest du hier – mit einem Augenzwinkern garantiert. —> Klick „Mythologie mit Augenzwinkern: Von Vampiren bis Gargoyles – Mit einem Klick durch die Wunderwelt!“

Für alle die es ganz genau wissen wollen, wie oben angekündigt …
Wenn Zweifel dem Herzen nahewohnt,
muss das für die Seele bitter werden.
Verachtet und zugleich geehrt ist,
wo sich eines unverzagten Mannes Gemüt
so gegensätzlich zeigt,
wie es die Farben der Elster tun.

Bildquelle „Auszug aus Eschenbachs Parzival“: Erstellt von Ka mit Hilfe einer KI.





