Geneigte Lesende!
Ich wusste es nicht – Julie Garwood ist bereits am 8. Juni 2023 verstorben. Diese Nachricht hat mich sehr überrascht und auch traurig gemacht. Für mich war sie eine jener Autorinnen, die mich von Anfang an begleitet haben. Erst richtig bewusst wurde mir ihr Tod, als ich auf der Suche nach dem Klappentext für meine Rezension zu „Die stolze Braut des Highlanders“, die Kurzbiografie auf der Verlagsseite von Bastei Lübbe las – in der Vergangenheitsform geschrieben! Plötzlich war mir klar, dass eine so wunderbare Autorin nicht mehr unter uns ist und ich fing an zu recherchieren.
In einem Artikel der Washington Post vom 16. Juni 2023 steht, dass Julie Garwood eine der erfolgreichsten und zugleich beliebtesten Autorinnen des romantischen Genres war. Auf ihrer Homepage ist nachzulesen, dass Julie Garwood Werke mehr als 40 Millionen Mal verkauft wurden. Sie gehörte zu jenen Schriftstellerinnen, die den historischen Liebesroman in den 1980er- und 1990er-Jahren maßgeblich geprägt haben. Ihr Verlag Penguin Random House schrieb in der Todesanzeige, dass ihre Geschichten „Herzen berührt und Generationen von Leserinnen inspiriert“ haben.
Garwoods erster Roman war „Gentle Warrior“ (1985), der auf Deutsch unter dem Titel „Wie ein Feuer in dunkler Nacht“ erschien. Damit begann Garwoods Karriere – und für mich persönlich ein ganzes Leseabenteuer voller Leidenschaft, Humor und unvergesslicher Helden. Himmel, wie innig erinnere ich mich an „Melodie der Leidenschaft“, ich tauche ein in Glückseligkeit…


Ich erinnere mich auch besonders gerne an ihre Highland-Romane. Mit ihnen begründete, entfachte, entfesselte, festigte Julie Garwood meine Liebe zum Highlander! Da wäre zum Beispiel „Geliebter Barbar“ oder „Auf Befehl des Königs“ (in der Neuauflage „Die stolze Braut des Highlanders“). Ach, was habe ich dieses Buch geliebt – die Mischung aus Pflicht, Stolz und dem unnachgiebigen Highland-Charme war einfach unschlagbar. Auch „Die standhafte Witwe“ und „Eine bezaubernde Braut“ gehören für mich zu jenen Geschichten, die ich immer und immer wieder zur Hand nehme. Es sind genau diese Romane, die für mich den unvergleichlichen Garwood-Ton ausmachen: humorvoll, leidenschaftlich, mit einer Heldin, die nicht auf den Mund gefallen ist, und einem Helden, der anfangs oft viel zu stolz und stur ist – bis die Liebe alles verändert. Julie Garwood hatte es einfach drauf, herzerwärmend und zum Dahinschmelzen.
„… She is the Rembrandt of romance novels“,
meinte der Kansas City Star (zitiert nach Börsenblatt, abgerufen am 2. September 2025). Und ich kann das nur unterschreiben – Garwood hat das Genre auf ihre ganz eigene Weise geformt und Leser wie mich verzaubert.
Eine Grand Dame des historischen Liebesromans ist gegangen, doch Julie Garwood wird in den Herzen ihrer Leser weiterleben – in jedem Schwertkampf, in jedem verschmitzten Heldenblick und in jeder zarten Liebeserklärung, die sie so meisterhaft auf Papier gebracht hat und mit jedem Lachen, dass sie den Lesern entlockt. Sie sagte selbst (Zitiert nach Julie Garwoods Homepage, abgerufen am 2. September 2025):
„I want my readers to laugh and cry and fall in love. Basically, I want them to escape into another world for a little while and afterwards to feel as though they’ve been on a great adventure.“
Und vielleicht passt es ja sogar, dass ich Seit Ende Juli wieder einen totalen Julie-Garwood-Lese-Flow habe, ihr könnte s an meinen Rezensionen sehen. Inzwischen bin ich beim vierten Buch – und ich genieße es ohnegleichen – das Gefühl, mitten in einem Abenteuer zu stecken. Danke, Julie Garwood!
Ka