Manche Bücher lassen einen nicht los – auch nach vielen Jahren nicht.
Zeit also, die „Blanche“-Trilogie von Jane Christo endlich auf dem Blog zu würdigen.
Hier ist die Rezension zum ersten Teil „Der Pakt“. Düster, paranormal, mit ordentlich Biss.
Der Pakt
Jane Christo
Herausgeber: Heartbeat Books
ASIN: B01LXO8I8X
Verkauft durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Erscheinungsdatum: 26. September 2016, Auflage 2
Genre: Paranormal / Mafia
Teil einer Serie: Blanche-Trilogie
1) Der Pakt
2) Die Schlacht
3) Die Rache
Klappentext
Sie ist eine Killerin. Er ein Dämon.
Sie arbeitet für sich. Er für den Teufel.
Sie hat einen Plan. Er einen Auftrag.
Er will sie ausschalten. Sie kann ihn nicht töten.
Dass sie sich ineinander verlieben, war das Letzte, womit sie gerechnet haben.
Bist du bereit für Blanche?
Es ist nicht einfach, bei einem Profikiller aufzuwachsen, der seine Seele an den Teufel verkauft hat. Doch als Blanches väterlicher Mentor stirbt, muss sie beweisen, was in ihr steckt. Sie wird von Beliar aufgesucht, einem der Höllenfürsten, der von ihr verlangt, dass sie die Schulden ihres Mentors begleicht, denn er ist nach seinem Ableben nicht wie verabredet in der Unterwelt erschienen.
Beliar übt eine starke Anziehungskraft auf Blanche aus, und als sich der Dämon in sie verliebt, wird es kompliziert. Um ihr Vertrauen zu gewinnen, wendet sich Beliar gegen Saetan und nimmt den Kampf mit ihm auf, während Blanche ihre eigene Schlacht schlagen muss. Die Welt, die sie kannte, existiert nicht länger und sie muss sich entscheiden, ob sie leben oder untergehen will. Ob sie aufgibt oder sich ihren Gefühlen für den Dämon stellt.
Urban Fantasy mit einer Prise Dämon.
»Blanche – Der Pakt« ist der Auftakt der Trilogie und eine Neuauflage der Reihe um die Profikillerin, die 2012 erstmals im Sieben Verlag erschienen ist
Quelle Cover und Klappentext: Heartbeat Books
Kas Bewertung
Mit Blanche, der jungen Assassine, ist nicht gut Kirschen essen. Das dürfen all diejenigen erfahren, die der Frau ans sprichwörtliche Bein pinkeln. Als Kind in einem kirchlich geführten Waisenhaus, in dem Zucht und Ordnung – Betonung auf Zucht – geherrscht haben, jahrelange Straßenkind-Erfahrung und mit Wayne als Mentor, der dem Beruf des Profikillers nachgeht, hat Blanche schnell gelernt, dass ihr im Leben nichts geschenkt wird. Vor allem eines nicht: Liebe.
Beliar ist ein Erzdämon, Senneschall und Kriegsherr im Namen Saetans. Ihm wurde vom Teufel die Aufgabe übertragen, sich Waynes Seele zu holen, die sich in der Zwischenwelt versteckt. Wo findet man am besten Waynes Seele? Genau! Bei seinem einstigen Zögling Blanche! So wartet auf Blanche eine Überraschung, als sie eines Tages ihre Küche betritt …
Was man bei diesem Buch nicht erwarten darf, ist eine rosarote Zuckerwolke mit Namen „Heile Welt“! Allein die Tatsache, ob der katastrophalen Kindheit der Heldin, spricht hier eine mehr als deutliche Sprache! Zudem wirft die Autorin gekonnt mit Balistik-Know-how um sich, wie ein Germanistikprofessor mit dem Genitiv. Wissen über die „Familienstrukturen“ der italienischen und russischen Mafia scheint Jane Christo geradezu aufgesogen zu haben. Angesiedelt in Paris ist das Setting der Geschichte sehr gut gewählt, entspricht es doch so gar nicht dem gängigen Mainstream.
Blanche ist eine Heldin, die einem, obwohl sie eine sogenannte „Kick-Ass-Heldin“ ist, schnell ans Herz wächst. Denn während des Lesens ist man immerzu geneigt, nicht das Offensichtliche, also das Jetzt, zu betrachten, sondern das, was Blanche dazu gemacht hat. Eine Sozialisation der Gewalt, wenn man es so nennen mag. Den Kampf, den Blanche mit sich selbst auszutragen hat, hat die Autorin sehr gut umgesetzt. So bekommt man als Leser einen Einblick in deren Zerissenheit. Für sie bedeutet Schwäche nur eines: den Tod. Kompensiert wird das Ganze durch die eindeutig große Klappe, die Blanche hat, aber auch unbedingt braucht, um nicht sang- und klanglos unterzugehen.
Beliar? WOW. Er ist ein Erzdämon mit Sabberpotenzial. Gezeichnet von vielen Schlachten war er seinem Herrn, dem Teufel, stets ein guter Untertan. Als er auf Blanche angesetzt wird, erkennt er etwas in ihr und ihrem extrem starken Lebenswillen, das er bei sich seit Äonen verschüttet sieht: Hoffnung. Ein Herz. Zweifel. Die zärtlichen Gefühle, die Beliar für Blanche zu entwickeln beginnt, sind liebevoll lesenswert dargestellt, einfach zum dahin Schmelzen …
Vermeintliche Bösewichte stellt die Autorin so dar, dass man durchaus versucht ist, sie gar nicht als böse zu empfinden. Und das bringt nun den Leser in einen Zwiespalt. Kann man – besser gesagt: darf man – z. B. einen Waffenschieber oder einen Mafiaboss sympathisch finden? Doch einer ist mit dabei, der wirklich das Böse personifiziert und der etwas von Blanche will, das ihr Wayne vermacht hat. Und auf dieses Etwas ist auch der Teufel scharf!
Blanche gerät regelrecht zwischen die Fronten und muss sich ihrer Haut erwehren. Dann lässt die Autorin letztendlich eine Bombe platzen, die den Leser geradezu auf den nächsten Teil hinfiebern lässt. Einzig kleiner Wermutstropfen – wenn man dies als Kritik bezeichnen möchte – war die Präsenz von Beliar, die etwas unter der Dominanz von Blanche gelitten hat. Versteht mich nicht falsch, Beliar ist immer präsent – doch manchmal hatte ich das Gefühl, er ist zu ‚nachsichtig‘ für Blanche. Doch wahrscheinlich muss er das sein, um Blanche aus ihrem Schneckenhaus der Gewalt herauszuholen.
Kurz gefasst: Spannend-paranormal-urban und an den richtigen Stellen liebevoll. Nichts für Zartbesaitete, doch eindeutig mit Suchtpotenzial.

