Blog Kas Tatsachenbericht

Im Wald der Pseudonyme

  • 19. Februar 2018

Geneigte Leserinnen und Leser,

wenn man sich in den diversen Buchgenres und Buchuntergenres tummelt, stößt man unweigerlich auf die unterschiedlichsten Namen, die für ein- und denselben Autoren stehen. Ich persönlich bin offen gestanden kein Freund von Pseudonymen, sondern bevorzuge einen Autorennamen, der als Oberbegriff für alle Genres, in denen der Autor schreibt, steht. Schließlich setzte ich bei jedem voraus der lesen kann, dass er dann auch den Klappentext lesen kann. Sprich: Wenn ich mich vorweg mit einem Buch beschäftige, weiß ich sehr wohl, ob mich nun Para, Erotik, Gay, Krimi, Historical oder was auch immer erwartet.

Zum Teil sieht es so aus:

  • „Cool! Ein neuer Historical von Winniefred Willkür!“
  • „Oh sieh mal, ein Aktuelles von Minna Mühlenbeck! Naja, eigentlich Winnifred Willkür, die unter Minna Mühlenbeck paranormale Romane schreibt.“
  • „Uiii, schau dir das mal an! Wie schön! Ein neuer Erotik-Thriller von Walburga Walberger. Wußtest Du, dass das das Pseudonym von Winnifred Willkür ist, die eigentlich hitorische Bücher schreibt und unter dem Pseudonym Minna Mühlenbeck auch noch paranormale Geschichten veröffentlicht?“

Und so weiter und so fort … *gnahhhh* Nun, wenn ich im Vorfeld wüsste, welches Pseudonym zu welcher Autorin gehört, hätte ich sicher schon viel öfter genreübergreifend gelesen! Aber manchmal weiß ich es eben nicht! Und das empfinde ich – wenn ich es dann doch IRGENDWANN mal raus bekomme – irgendwie ärgerlich. Erst vor drei Tagen, bin ich wieder über eine Autorin gestolpert, die ich bis dato “nur” von einer erotischen Geschichte kannte. Dass sie sehr erfolgreich auch im Bereich Young Adult und Para schreibt, war mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht klar. Derweilen hat mir ihre Erotik verdammt gut gefallen! Wahrscheinlich hätte ich nicht so lange gewartet, eines ihrer anderen Genrebücher zu lesen, wenn ich gewußt hätte, dass sie sich hinter besagtem Erotikbuch “versteckt”. Ich bin nämlich nicht das, was man einen typischen “Genreleser” nennt und gucke schon sehr gerne über den jeweiligen Genretellerrand hinaus!

Liebe ist Liebe!
Und der ist das Genre pille-palle.

Oder liege ich da falsch? Ja, ich weiß, es ist für viele Leser einfacher, wenn unterschiedliche Genres unterschiedlichen Pseudonymen untergeordnet werden, so dass schon am Name erkannt werden kann, ob es sich nun um Erotik, Para oder zum Beispiel Historisches, ein- und derselben Autorin handelt. Grund: Schlicht und ergreifend, weil einige Leser ungerne das Genre wechseln. Oder nicht?  😉 Trotzdem! Ein fettes „ABER“ bleibt in meinem Kopf stehen

Wenn man sich zum Beispiel Diskussionen über „Pseudonym: JA / NEIN“ ansieht, dann scheint es tatsächlich so zu sein, dass sich sehr viele Leser diese Trennung, die schnell mal – übertrieben gesagt – zum Pseudonymwald anwächst, wünschen. Mit meinem Wunsch, unter einem Autorennamen in unterschiedlichen Sparten zu schreiben, stehe ich wohl alleine auf weiter weiter Flur! Wie kann man aber auch so einen irrwitzigen Wunsch hegen, etwas Ordnung in den “Wald der Pseudonyme” zu bringen? Klare Antwort: ” Was soll ich sagen, ich kann lesen!” *fg* Abere vielleicht wollen Autoren auch ihre Stammleser nicht erschrecken?

Nehmen wir zum Beispiel Zeitgenössisches ohne Erotik, sondern nur mit Witz, Humor und dick Romantik. Nun will die Autorin aber mal in die Erotikschiene. Satt. Extrem sexy und noch extremer heiß. Hmmm, joa, da könnte es durchaus zu kleinen etwaigen Unstimmigkeiten zwischen ihr und ihren Leserinnen und Lesern kommen. Es gibt genug Bücherwürmer – was absolut legitim ist, schließlich heißt es nicht umsonst: Jedem das seine! – die bei erotischen Formulieren Aggressionspickel bekommen. Wer weiß, vielleicht spielt dies auch mit, warum es heißt: “Ich schreibe das lieber unter einem Pseudonym.”

Ihr seht, in Sachen “Pseudonym” geht schon einiges in meinem Kopf an Überlegungen herum. Wie gesagt, ich mag es genreübergreifend lesebunt … doch bei den Pseudonymen wäre mir ein klares „schwarz auf weiß“ lieber … 😉

“Aber, Ka! Nein, nein, nein! So geht das nicht!”

Ich weiß, ich weiß! Ich wollt`s nur mal anmerken … 😉

Ka