Telefonieren mit der Krankenversicherung:
man hängt in der Warteschleife, bis man plötzlich gebeten wird,
in ganzen Sätzen zu sprechen.
Die elektronische Assistentin versteht mich — na immerhin jemand.
Geneigte Lesende,
in ganzen Sätzen zu sprechen scheint sich allmählich zu einer Kunst zu mausern. Wie ich darauf komme — hmmm, lasst mich etwas ausholen:
Ich habe heute mit meiner Krankenversicherung telefoniert, um etwas nachzufragen. Man kennt das ja, dass man dann irgendwo, irgendwie lange in einer Warteschlange hängt, bis ein „freier Mitarbeiter“ sich um die gewünschten Belange kümmert. Doch nun, nun war es so, dass die automatische Bandstimme, die in Dauerschleife läuft, plötzlich darauf hingewiesen hat, dass ich nun mit einer „elektronischen Assistentin“ verbunden werde. Und jetzt haltet euch fest — sagt die Bandstimme doch allen Ernstes:
„Bitte sprechen Sie mit der elektronischen Assistentin in ganzen Sätzen, sie wird Sie verstehen.“
Ich so: Hä? Wie soll ich denn sonst mit ihr sprechen? In einzelnen Wörtern? In Morsezeichen? In telepathischen Geräuschen? Ich schreibe – in der Regel *hüstelt* – in ganzen Sätzen, ich spreche in ganzen Sätzen, ich schimpfe in ganzen Sätzen, ich lache fast in ganzen Sätzen. Und dann kommt dieser Komiker von Bandstimme und erklärt mir ernsthaft das Einmaleins der Satzbildung.
Ich.
Jetzt.
Abschied.
Servus.
Ka
P.S.: Falls die elektronische Assistentin das hier liest: Ich hoffe, die Satzlänge war ausreichend. Sonst zeichne ich die Silben beim nächsten Mal einzeln auf die Tischplatte.