Hektor

Hektors whatever

  • 13. Juli 2019

Geneigte Leserinnen und Leser,

momentan treibt mich Hektor zur Weißglut. Er will, will, will nur eins: Bücher und setzt voraus, dass ich das gleiche Buchwissen angehäuft habe wie er. Der tickt doch nicht richtig. Aber lest selbst …

„Wie konntest du das nur übersehen, Ka?“, tönt es knurrig aus Hektors Drachenhöhle zu mir nach oben und prompt höre ich auch schon seine schweren Schritte. Ein eindeutiges Indiz dafür, dass er sich zu mir in die Bibliothek aufmacht. Kaum gedacht, sehe ich auch schon, dass er sich durch die Türe quetscht. Boah, irgendwann wird er mir noch den Türstock rausreißen, weil er einfach nicht daran denkt, sich klein zu magiern.
„Was ist los Hektor? Habe ich vergessen Zucker in deinen Latte zu kippen, war der Zupfkuchen zu hart oder warum machst du so einen Mordsradau?“
„Das ist kein Radau, das ist Zeichen meiner Unzufriedenheit mit dir, Fräulein Ka.“ Habe ich schon gesagt, dass ich es hasse, wenn er das Fräulein wie Froiiiilein in die Länge dehnt? „Du weißt ganz genau, dass mich nur eines von 0 auf 100 bringt und das ist das Mißachten von Büchern!“, fegt mich Hektor an, der vor lauter Frust schon grün im Gesicht ist. Wenn ich`s nicht besser wüsste, würde ich vermuten, dass er sich am Darmvirus angesteckt hat, der mich vor ein paar Tagen im Griff hatte oder er hat sich am Zupfkuchen überfressen, so verbissen ist seine Miene gerade. „Hektor, ich kann nicht über alle Bücher Bescheid wissen, die je das Licht der Welt erblicken! Dazu fehlt mir einfach die Zeit! Ergo, es gibt immer welche, die ich … wie du so treffend formuliert hast … mißachten werde.“ Aus meiner Kehle steigt ein kerkertiefer Seufzer nach oben „Welches Buch habe ich denn übersehen, dass uns gefallen könnte?“
„Du kennst doch Clannon Miller?“
„Jetzt glaub ich’s aber Hektor! Als ob ich Clannon Miller nicht kennen würde, geht`s noch?“, ungläubig schüttle ich den Kopf.
Hektor rümpft hochmütig die Nase und sieht gebieterisch auf mich hinab „Dann kennst du auch Millers Tochter?“
Provokativ verschränke ich die Arme vor der Brust. „Tochter? Ich wußte nicht mal, dass sie eine Tochter hat, Herr Bücherdrache! Ich lese ihre Bücher, ich führe nicht Buch über ihr Privatleben, das gehört gänzlich Frau Miller! Was ist mit ihrer Tochter?“, bohre ich nichtsdestotrotz neugierig geworden nach.
„Sie hat einen Gedichtband geschrieben“, knallt mir Hektor höchst zufrieden vor den Latz.
„Einen Gedichtband?“, plappere ich wie ein Papagei nach. „Saucool! Was denn für einen? Erzähl doch mal! Geht’s um Sex? Ums Verliebtsein? Um Trennunsschmerz? Sag schon!“
„Es geht um Physik, Liebe, Freundschaft und die Sterne! Ich wusste doch, dass dich das interessieren würde, meine allerliebste Ka.“
„Ja, ja! Jetzt bin ich plötzlich wieder deine allerliebste Ka. Nur weil du weißt, dass ich das Buch kaufen werde!“ Frech hole ich mit der Hüfte aus und gebe ihm einen Bump. „Na los, rück schon raus und sag mir, wie es heißt!“
Darauf hat mein Bücherdrache nur gewartet: „’Whatever‘, von Emilia Mahler! Und nun husch-husch, ab zum Shoppen!“
„Ich geh’ ja schon. Verdammter Sklaventreiber …“, füge ich mit einem fetten Grinsen hinzu.

Und hier ist es, geneigte Leserinnen und Leser! Gedichte sind für mich was Feines! Ihr könnt Euch sicher vorstellen warum *lacht*

Whatever! Egal. Was soll’s. Wie auch immer.
Manchmal fehlen uns die Worte, um noch zu sagen, was man fühlt. Manchmal sind wir so ermüdet vom Empfinden, dass man sich wünscht jemand anders könnte Worte für uns finden. In diesen Momenten wo uns die Sprache fehlt und wir Ruhe suchen, soll die Gedichte Sammlung Whatever uns zum Nachdenken anregen, zum Lachen bringen und uns eine neue Sicht der Dinge nahelegen.
Whatever entführt uns in die Welt der Physik, Liebe, Freundschaft und der Sterne. (Quelle Klappentext: Emilia Mahler)

Bis bald, Eure

Ka