Kas Tatsachenbericht

Geschmäcker sind verschieden. Dem Bad Boy sei Dank!

  • 8. Mai 2019

Geneigte Leserinnen und Leser!

Ich habe einen Faible für Bad Boys. Darum stöbere ich natürlich unweigerlich in Sachen „MC“-Bücher herum. Die Jungs, die man in diesen fiktiven Geschichten findet sind das nämlich, ziemlich „bad“ und heftig dominant. Eben Alpha-Männchen. Tja, durchaus auch mal einen auf Neandertaler machend. Aber immer mit dem Herz am rechten Fleck – jedenfalls wenn es um „the one and only“ geht! Es gibt in diesem Genre sehr gute Bücher! Gerne empfehle ich Euch zum Beispiel in diesem Genre die „Bullhead MC-Series“ von Catalina Cudd, die „Bad Boys“-Reihe von Alexa Lor, „Hades’ Hangmen“ von Tillie Cole, „Devil’s Kingdom“ von A. Gates und C. Love oder „Hell’s Horsemen“ von Madeline Sheehan u.s.w., u.s.f. Da gibt`s noch mehr.

Und dann gibt es Bücher dieses Genres, die kann ich – und ich spreche nur für mich – in der Pfeife rauchen. Warum? Weil sie oberflächlich sind. Weil sie das Geschehen nur ankratzen. Die in mir das Gefühl auslösen, als wären sie nur geschrieben worden um auf den „Bad Boy-Zug“ aufzuspringen. Bin ich jetzt böse? Nö, nicht wirklich, oder? Hallo? Gute Bücher leben von den Emotionen, die sie im Leser wecken. Ich spreche davon, dass ich mitfühlen möchte. Mitleiden. Mitlachen. Mittanzen. Was auch immer. Doch wenn mir nur Halbgegartes vorgesetzt wird frage ich mich, woran das liegt. Klar, der erste Gedanke ist: Es liegt am Autor. Aber hat außer dem Autor das Buch denn niemand vor der Veröffentlichung Beta- bzw. Korrektur gelesen? Dann muss der Beta- oder Korrekturleser doch so viel – entschuldigt den Ausdruck, aber ich wurde vom Typus Bad Boy ordentlich verdorben – Eier in der Hose haben um dies dem Autor auch kund zu tun. Oder liege ich da falsch? Erwarte ich zu viel vom Autor, vom Beta-Leser, vom Korrektorat/Lektorat? Vielleicht ist da auch Freundschaft im Spiel und man will niemanden verletzten? Doch dafür liest man es doch Beta oder Korrektur, um auf Dinge hinzuweisen, die vielleicht nicht ganz so stimmig sind. Man muss ja nicht die Holzfäller-Methode wählen und zum beta-korrektur-Umschlag ausholen, man kann sich auch mit Diplomatie nach vorne wagen.

Aber selbst Bücher, die es daran fehlen lassen, haben treue Leser. Leser, die 5 Sterne für eine Geschichte geben, bei der ich Seite für Seite denke: Kommt da noch was. Da muss noch mehr rein. Erzählt doch mal, wie er sich dabei fühlt. Warum kann sie sich innerhalb von einer Woche in ihn verlieben, wenn sie ihn kaum zu Gesicht bekommt und er sie wie einen ollen Putzlappen behandelt? Okay. Geschmäcker sind verschieden und das ist auch gut so, dem Himmel sei Dank, sonst würde es – wenn alle so ticken würden, wie zum Beispiel ich in diesem Moment – für manche Autoren mau aussehen.

Außerdem, auch der „Bad Boy“ hat ein Recht darauf, dass man sich über seine Gefühlswelt auslässt. Nicht selten ist er ein tortured hero. Er soll sich darüber auskotzen können, warum er ist wie er ist. Soviel sollte ihm und seinen, nennen wir es „fiktiven Kollegen“ – egal welchen Genres – zugestanden werden. Die Gefühle mache es. Sie sind es, die mich als Leser ins Geschehen hineinziehen, inklusive eines stimmigen Handlungsaufbaus, eines Spannungsbogens der es in sich hat. Ich will nicht nur über ein Buch drüber plätschern, sondern ich will es fühlen. Es genießen. Genau das, unterscheidet für mich ein gutes von einem nicht-so-gutem Buch, von den schlechten ganz zu schweigen.

Wenn die Geschichte passt, die Emotionen zu mir überspringen, dann ist es mir auch egal, ob ich Tippfehler, oder Logikfehler ( natürlich alles in Maßen ) finde. Das merke ich wahrscheinlich in einer Rezension an, wahrscheinlich verliert das Buch auch einen Stern, doch ich würde eine Story, bei der die Gefühle, die Spannung, bei der das Verhältnis zwischen Buch und Leser stimmt, nicht niedermachen …

In diesem Sinne

Ka