Blog Kas Tatsachenbericht

Gedankenübertragung

  • 22. Dezember 2017

Geneigte Leserinnen und Leser,

wie Ihr wisst, bin ich immer auf der Suche nach neuen Bücherschätzen. Sehr gerne auch aus der Feder deutscher Autoren. Dabei greife ich liebend zu Selfpublishern, immer in der Hoffnung, die echten Perlen unter den Kunstklunkern heraus zu finden. Mal gelingt es mir – ich Danke dem Gott des Schreibens dafür. Mal gelingt es mir nicht! In solchen Augenblicken stelle ich fest …

„Die Zeit ist zu knapp um Bücher zu lesen, die einem keinen Gefühlsregen bescheren.“
— © Ka von “Meine tägliche Dosis”

Über solche Bücher, bin ich letzter Zeit des öfteren gestolpert. Darunter sind auch Geschichten, bei denen ich mich frage, wie es dem Autor / der Autorin  gelungen ist, solch mannigfaltig, gute Rezensionen zu erhalten? Liege ich tatsächlich mit meiner Meinung so stark daneben? Gibt es tatsächlich Leser, denen die Heldin / der Held nicht permanent auf den Keks gegangen ist? Welcher Leser kann sich damit zufrieden geben, auf einer oberflächlich erzeugten Gefühlswelle zu reiten, die einem beim Lesen alles andere, als einen Wonneschauer über den Rücken jagt? Einer Welle, die sich eher anfühlt, wie ein laues Süppchen, auf dem die klitzekleine Fettaugen dabei sind, zu erstarren?

Okay, Geschmäcker sind unterschiedlich — was auch sehr gut ist — denn sonst hätten Autoren Probleme, ihre Literatur an den Leser zu bringen. Trotzdem bleibt da zwischen mir und solchen Büchern, ein ABER hängen, denn:

„Lebenszeit ist zu kostbar für schlechte Bücher.“
— © Kristina von „Tintenmeer“

Als wäre es Gedankenübertragung, bin ich heute auf einen tollen Artikel gestoßen, dessen Verfasserin sich gerade mit Ähnlichem auseinander setzt wie ich. Doch was Kristina — von Tintenmeer — besonders dabei aufstößt, ist der Umstand, dass in den Büchern, die sie in letzter Zeit gelesen hat, besonders viele Klischees aufgetaucht sind. Klischees die sie nur noch nerven. Kristina hat das, was sie diesbezüglich bewegt, nicht nur mit Humor, sondern auch mit Tiefsinnigem zu Blatte gebracht. Mitunter richtet sie ihre anregenden Worte direkt an die schreibende Zunft, die mir persönlich sehr gefallen haben. Darum möchte ich eine kleine Passage daraus zitieren.

Zitat Anfang:
„ Speist eure Leser nicht mit Oberflächlichkeiten ab, grabt tiefer, bis ihr zum Kern eurer Geschichte vordringt! Lasst eure Charaktere durch die Hölle gehen und am Ende die wohlverdiente Erlösung (oder eben auch nicht) auf sie warten. Lasst uns die Schönheit im Schrecklichen erkennen, schenkt uns leise menschliche Zwischentöne statt schwarz-weiß. Wenn es nicht wehtut, ist es nicht gut. Wenn es euch nicht auf irgendeine Weise unangenehm ist, ist es nicht gut. Wenn es euch nicht selbst Herzrasen bereitet, euch nicht beim Schreiben zum Lachen oder Weinen bringt, ist es nicht gut.“
Zitat Ende. © 31.5.2016 Kristina von „Tintenmeer“

Nehmt Euch einen Augenblick Zeit, geneigte Leserinnen und Leser, und genießt die Kolumne —> „Klischeemüdigkeit und Leseflaute“ von Kristina von Tintenmeer, es lohnt sich!

In diesem Sinne,

Euere Ka